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Bobingen/Schwabmünchen

25.04.2017

Warum Martin Gösele jetzt ganz entspannt ist

Seit fünf Jahren bestimmt Martin Gösele die Geschicke der Wertachkliniken
Bild: Matthias Baumgartner

Der Krankenhaus-Chef der Wertachkliniken sieht seine Häuser in Bobingen und Schwabmünchen gut laufen. Selbst große Veränderungen sind gemeistert.

Vor fünf Jahren zog Martin Gösele nach Bobingen, um die Leitung der Wertachkliniken zu übernehmen. Diesen Zusammenschluss der Krankenhäuser von Bobingen und Schwabmünchen gibt es seit knapp elf Jahren. Auch Gösele hat den kommunalen Verbund inzwischen geprägt.

Sie sind aus der Rhön in den südlichen Augsburger Landkreis gekommen. Fühlen Sie sich inzwischen heimisch in der Region?

Martin Gösele:(lacht) Ich habe festgestellt, dass die württembergischen und die bayerischen Schwaben einiges gemeinsam haben und fühle mich deshalb im südlichen Augsburger Landkreis sehr wohl. Wichtig war, dass die Menschen rund um die Wertachkliniken, also Mitarbeiter, Verwaltungsrat und Patienten, mich sehr offen empfangen und mir damit das Ankommen leichtgemacht haben. Aber ich gebe auch zu, dass ich wusste, auf was ich mich einlasse, weil ich vor knapp 20 Jahren in Schongau und Penzberg als Assistent des Geschäftsführers und kaufmännischer Leiter tätig war und meine damalige Freundin und heutige Frau in Augsburg Rechtswissenschaften studiert hat. Deshalb kennen wir die Region und haben beide einen Bezug dazu. Ich habe mich also bewusst für den südlichen Augsburger Landkreis entschieden.

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Was ist für Sie die größte Herausforderung in Ihrer beruflichen Aufgabe?

Martin Gösele:Viele Experten der Gesundheitsversorgung sagen, dass kleine, kommunal geführte Häuser in der Größe der Wertachkliniken unwirtschaftlich seien. Ich bin jedoch davon überzeugt, dass Krankenhäuser wie die Wertachkliniken mit einer strategisch sinnvollen Ausrichtung und hoher medizinischer Qualität dauerhaft wirtschaftlich erfolgreich sein können. Dabei geht es den kommunalen Trägern um eine wohnortnahe medizinische Versorgung der Bevölkerung und nicht um Gewinnmaximierung. Es geht also darum, in den schwarzen Zahlen zu bleiben. Und das schaffen wir im Gegensatz zu den anderen Häusern in der Region, die ihre Ergebnisse veröffentlichen, mit den Wertachkliniken nun bereits seit neun Jahren.

Was waren die wichtigsten Veränderungen unter Ihrer Leitung?

Martin Gösele:Wichtig sind meiner Ansicht nach der Ausbau des medizinischen Versorgungsangebots der Wertachkliniken für die Menschen in der Region und nach ihren Bedürfnissen. Das sind zum einen stationär die Wirbelsäulenchirurgie und die Akutgeriatrie. Und zum anderen ambulant die verbesserte Notfallversorgung durch die Bereitschaftspraxis in Bobingen, in Kooperation mit der Kassenärztlichen Vereinigung. Wichtig für die strategische Entwicklung ist außerdem die Regelung der Chefarztnachfolge. Das ist uns gut gelungen, und zwar bereits heute auch für die zum Jahresende in den Ruhestand gehenden Chefärzte Dr. Wolf Dietrich Göhring und Dr. Michael Küchle.

Was ist ihr ganz persönliches, kleines Highlight der fünf Jahre?

Martin Gösele: Bevor ich mich für die Bewerbung als Vorstand der Wertachkliniken entschlossen hatte, habe ich die beiden Häuser besucht und einen sehr positiven Eindruck bekommen, insbesondere aufgrund der freundlichen Atmosphäre durch das Personal. Weniger gefallen hat mir damals allerdings der wenig repräsentative Eingangsbereich in Schwabmünchen. Nach fünf Jahren blicke ich nun - mit einem Augenzwinkern - voller Stolz auf den neuen Empfangsbereich, der meiner Meinung nach die medizinischen, pflegerischen und menschlichen Qualitäten der Wertachkliniken gut repräsentiert.

Haben Sie Ihren Entschluss hierher zu kommen, schon einmal bereut?

Martin Gösele:Nein, ganz im Gegenteil. Mein Vertrauen in die Wertachkliniken ist im Lauf der Zeit so gewachsen, dass ich mich letztes Jahr sogar selbst hier in den Wertachkliniken unter das Messer begeben habe. Damit habe ich zwar die Möglichkeiten meiner eigenen Familie, mich zu besuchen, stark eingeschränkt, aber die gute medizinische Versorgung war mir wichtiger, und ich wußte, dass ich auch in Sachen Pflege in guten Händen sein würde - und auch diese Entscheidung habe ich nicht bereut (lacht).

Das Klinikum in Augsburg wird Uniklinik und man hört immer wieder von Krankenhausschließungen. Glauben Sie, die Wertachkliniken haben langfristig eine Chance?

Martin Gösele:

Was sind ihre nächsten Ziele für die Wertachkliniken?

Martin Gösele: Der Fokus liegt weiterhin auf der qualitativ hochwertigen medizinischen Leistung als Grundversorger, und zwar von der Geburtshilfe bis zur Palliativmedizin. Aktuell bereiten wir uns für die Zertifizierung zum Endoprothetikzentrum vor. Dadurch wollen wir unsere Standards in diesem Bereich noch weiter ausbauen, aber auch das Signal nach außen geben, dass wir hier sehr gut aufgestellt sind. Mit dem Nachfolger von Dr. Küchle, Dr. Gordon Hoffmann, bekommen wir zum Jahreswechsel einen hervorragend ausgebildeten Anästhesisten und qualifizierten Schmerztherapeuten. Die multimodale Schmerztherapie wird also in Zukunft ein fester Bestandteil unseres Versorgungsangebotes sein, auch wenn Dr. Tauermann sich aus Altersgründen zurückzieht. Und der künftige neue Chefarzt der Gastroenterologie, Dr. Andreas Weber, wird uns bereits ab der Jahresmitte zur Verfügung stehen und ist ein weiterer Experte in der Tumormedizin. Wir werden also unsere Kompetenzen in der wohnortnahen Grundversorgung weiter ausbauen, und zwar in den Bereichen, die für die Region besonders wichtig sind.

Und was sind Ihre privaten Ziele?

Martin Gösele: Ich bin in der Summe sehr glücklich und zufrieden. Meine Arbeit macht mir Spass und ich verbringe gerne Zeit mit meiner Familie und gehe beispielsweise gerne Skifahren und Wandern. Letztendlich trage ich als Vorstand die Hauptverantwortung für viele Mitarbeiter und mir ist extrem wichtig, dieser Verantwortung gerecht zu werden. Und weil es in den Wertachkliniken im Großen und Ganzen gut läuft, kann ich auch meine Freizeit genießen. Aber natürlich wünsche ich mir für meine Lieben und für mich selbst das größte Glück, und zwar Gesundheit. So gerne ich auch beruflich ins Krankenhaus gehe, privat muss ich es nicht haben! (wido, pit)

Ja, das glaube ich wirklich. Wir haben das Ziel, Lehrkrankenhaus der Uniklinik zu werden, weil von der Nähe zu Lehre und Forschung auch die Versorgung unserer Patienten profitiert. Darüber hinaus profitieren wir sicherlich von dem gut ausgebildeten Personal in unserer Region. Und nicht zuletzt bietet sich die Möglichkeit, unsere bestehenden Kooperationen mit dem Zentralklinikum weiter auszubauen.
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