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Landkreis Augsburg

06.01.2019

Warum so viele Kirchen ein Gerüst bekommen

Die Pfarrkirche St. Vitus in Oberottmarshausen ist derzeit nicht die einzige krichliche Baustelle im Augsburger Land. Die Sanierung der vielen Sakralbauten fordert die örtlichen Kirchenstiftungen stark heraus.
Bild: Pitt Schurian

Plus Die Schäden sind oft erst spät erkennbar. So mancher Sakralbau in der Region überrascht jetzt die örtlichen Kirchenstiftungen. 

Sie ist weithin sichtbar: die Einrüstung der Pfarrkirche St. Vitus in Oberottmarshausen. Das Gotteshaus wird derzeit umfassend saniert. Rund 600 000 Euro wird das kosten (wir berichteten). Und das ist nicht die einzige Baustelle an Kirchen im Augsburger Land. Handlungsbedarf besteht auch bei der Leonhardskapelle kurz hinter der nördlichen Ortseinfahrt in Hiltenfingen. Hier bereitet der Holzwurm Sorgen – und die Liste der Sakralwerke, die derzeit im Landkreis instandgesetzt werden müssen. In erster Linie sind es die jeweils die örtlichen Kirchenstiftungen, sich darum kümmern und viel Geld sowie Planung aufzubringen haben. Wie schaffen die das alle?

Das Original verlangt teure Restaurierung

Gleich vorweg: Der Erhalt von Kirchen ist eine große Herausforderung. Die Sanierungen sind meist aufwendig. Sie müssen unter anderem die originalgetreuen Rekonstruktionen und ursprüngliche Bausubstanzen berücksichtigen und stellen somit vielfach eine besondere Anforderung an die Renovierungsarbeiten.

Und dass Sanierungsfälle an sakralen Gebäuden in der Region keine Seltenheit sind, zeigt eine Liste, die das Bischöfliche Ordinariat vorlegt. Demnach sind derzeit Handwerker unter anderem an den Pfarrkirchen St. Martin in Döpfshofen und Batzenhofen sowie St. Vitus in Steinekirch zugange. Bei dem Trio werde jeweils die statische Sanierung der Dachkonstruktion mit Außeninstandsetzung durchgeführt, teilt der stellvertretende Leiter der Pressestelle beim Bischöflichen Ordinariat in Augsburg, Nicolas Schnall, auf Nachfrage mit.

Die Liste reicht von Anhausen bis Walkertshofen

Gleichzeitig nennt er eine Reihe von weiteren Projekten, die in Vorbereitung sind: die Pfarrkirche St. Adelgundis in Anhausen, St. Jakobus in Biberbach und St. Blasius in Hirblingen. Auch hier nagt gewaltig der Zahn der Zeit, ebenso an Pfarrkirchen in den Stauden wie St. Johannes in Mittelneufnach und St. Martin in Langenneufnach. In St. Alban in Walkertshofen steht demnächst der zweite Bauabschnitt an, in Oberottmarshausen die Instandsetzung der Kirchenmauer.

Während feuchte Wände, Risse in den Fassaden und bröckelnde Wände oft schnell sichtbar sind, kommen viele Schäden wie Probleme bei der Statik, heruntergekommene Dächer und marode Putzfugen am Kirchturm nur mehr oder weniger zufällig ans Tageslicht oder erst bei intensiven Begehungen. Dann sind die örtlichen Kirchenstiftungen gefragt, für Abhilfe zu sorgen.

„Wir sind in der Regel allerdings Laien in Sachen Sanierungsarbeiten“, verdeutlicht in Langenneufnach der örtliche Kirchenpfleger Wilhelm Knoll die Problematik. Alleine auf sich gestellt seien die Stiftungsmitglieder allerdings nicht. „Fachkräfte der Diözese greifen uns unter die Arme“, so Knoll.

Rat und Zuschuss vom Bistum

Bistums-Sprecher Nicolas Schnall geht ins Detail: „Die örtlichen Kirchenstiftungen in der Diözese Augsburg werden bei der Planung und Durchführung ihrer Bau- und Instandsetzungsmaßnahmen vom Projektmanagement der Bischöflichen Finanzkammer bei technischen und kaufmännischen Aufgaben betreut und unterstützt.“ Das beinhalte unter anderem die Beratung über die Notwendigkeit einer Maßnahme, aber auch Inhalt und Umfang werden zusammen abgestimmt.

Dies ist längst nicht alles. Unterstützung erfahre die Kirchenstiftung ferner bei Abstimmungen mit Behörden, Architekten und Fachplanern, bei der Vergabe von Planungs- und Bauleistungen sowie durch die Begleitung bei Projektdurchführung und -abschluss, schlüsselt Schnall auf. „Der kaufmännische Bereich umfasst die Beratung bei der Erstellung des kompletten Finanzierungsplans, beispielsweise bezüglich der Drittmittelzuschussgeber wie Landesamt für Denkmalpflege oder Stiftungen.“

Das heißt: Die Kirchenstiftungen werden vom ersten Ortstermin über die Planung und Durchführung des Projekts bis hin zur Kostenfeststellung begleitet. Wobei die Betonung auf Begleitung liegt. „Die Regie über die Vergabe von Gewerken an Handwerker und die Beauftragung eines Architekturbüros liegt in der Verantwortung der Stiftungen“, resümiert Kirchenpfleger Knoll. Nicht nur bei ihm in Langenneufnach steht viel Arbeit an. Insbesondere in Bobingen und den Stauden starten große Vorhaben

Übrigens: Die Diözese Augsburg sieht für den Sanierungs- und Instandsetzungsbedarf auch in diesem neuen Jahr wieder 42 Millionen Euro vor.  Und so will sie das handhaben.

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