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Königsbrunn

03.05.2016

Was nichts kostet, ist doch interessant

Jürgen Müller trägt das Motto des Tauschtages auf dem roten T-Shirt. Traditionell leitet er als Vorsitzender der Zeitbörse den Countdown ein. Hinter der Absperrung haben sich schon zahlreiche Menschen in Startposition begeben.
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Jürgen Müller trägt das Motto des Tauschtages auf dem roten T-Shirt. Traditionell leitet er als Vorsitzender der Zeitbörse den Countdown ein. Hinter der Absperrung haben sich schon zahlreiche Menschen in Startposition begeben.
Foto: Claudia Deeney

 Zum 8. Warentauschtag der Zeitbörse kommen wieder über tausend Menschen – und widerlegen damit einen Nobelpreisträger

Albert Einstein soll den Spruch „Was nichts kostet, ist nichts wert“ geprägt haben, der seit Langem nicht nur Physikern geläufig ist. Einmal im Jahr allerdings wird er beim Warentauschtag der Zeitbörse Königsbrunn widerlegt.

Zur achten Auflage kamen am Samstag bei bestem Frühlingswetter wieder rund tausend Interessierte, um vormittags bei den Ehrenamtlichen des Vereins Zeitbörse gebrauchte Waren abzugeben und am Nachmittag nach Fundstücken zu suchen, die sie dann kostenlos mitnehmen konnten. Dabei muss man nicht unbedingt etwas abgeben, damit man später etwas mitnehmen darf. Wichtig ist für Jürgen Müller, den Vorsitzenden der Zeitbörse, ein anderer Aspekt: „Funktionsfähig und im guten Zustand sollten die Waren sein“.

Zwischen 10 und 12 Uhr nimmt das Team des Vereines also die zahlreich abgegebenen Gegenstände an und sortiert sie gleich auf die rund hundert Biertische. „Da haben wir mittlerweile Routine entwickelt und versuchen, alles so drapieren, dass die künftigen Besitzer nicht lange suchen müssen“, erläutert Müller.

Ab 13 Uhr wird das Gelände dann für die Massen freigegeben. Mit einem kleinen Glöckchen in der Hand spazierte der Vorsitzende am Absperrband entlang und zählte dann laut von zehn bis null herunter. Auch das kennen die Besucher schon und wie immer unterstützen sie Müller lautstark und gehen regelrecht in Startposition. Viele stehen da nämlich schon eine gute Stunde an und haben bereits im Visier, was sie mitnehmen möchten. Mirjana Deffner beispielsweise hat sich gezielt „Engel“ ausgesucht – und findet die glücklicherweise auch. Der vierjährige Kaya hält seine ausgesuchten Spielzeugautos fest umklammert. Seine Mama Claudia Heisserer findet den Warentauschtag eine tolle Sache, vor allem, weil Spielzeug ja oft sehr teuer ist und gar nicht immer lange beliebt beim Nachwuchs.

Zum ersten mal dabei ist Kathrin Rummel. Sie hat Besucher aus Würzburg mitgebracht. Während ihr kleiner Sohn Leopold sich nur einen kleinen grünen Gummiball ausgesucht hat, nehmen die Würzburger gerade eine Hängematte in Augenschein. Sie sind beeindruckt vom Warentauschtag „So was kennen wir aus Würzburg nicht, das ist einfach unglaublich“, stellt Jeanette Hochwald fest. Kathrin Rummel freut sich, dass trotz des enormen Ansturms alles ganz friedlich und gesittet verläuft. Keiner drängelt, und es sind wirklich so viele verschiedene Sachen dabei, dass fast jeder fündig wird.

Sammler wühlen sich geduldig durch Bücher und Schallplatten, der Kindertisch mit Spielsachen ist sehr schnell leer gefegt, genau wie der Tisch mit Elektrowaren aller Art. Was am Ende übrig blieb, passt in einen Transporter und geht an das Sozialkaufhaus Contact in Haun-stetten.

Geselliges Zusammensein wird beim Warentauschtag auch gefördert. Mit Kaffee und Kuchen sowie Bratwürstchen konnten sich die insgesamt über 100 Ehrenamtlichen der Zeitbörse genauso stärken wie manch vom Suchen erschöpfter „Neubesitzer“.

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