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Königsbrunn

14.07.2020

Wie die Königsbrunner Gastronomie aus der Krise kommt

Sabine Frisch hat nach der coronabedingten Betriebsschließung das Konzept ihrer Hofwirtschaft Nepomuk erheblich umgestellt.
Bild: Hermann Schmid

Plus Drei Gastronomen berichten, wie sie den Neustart nach Corona in Angriff genommen haben, wie es läuft und warum sie einiges verändert haben.

Nach der coronabedingten Schließung hat sich in Königsbrunner Gasthäusern einiges getan. Drei Gastronomen berichten, wie sie den Neustart angegangen sind und warum sie teilweise einiges an ihrem Konzept verändert haben.

Am längsten dauerte der Lockdown für die Gastronomie im Hotel Zeller. Zwar startete man auch hier, sobald die Landesregierung grünes Licht gab, also am 18. Mai, mit dem Betrieb auf der Innenhof-Terrasse. Um die Abstandsregeln einzuhalten, mussten zwölf von 60 Sitzplätze wegfallen, berichtet Gabi Dreisbach, die mit Mann und Schwester das Hotel Zeller sowie das Best Western Hotel am Europaplatz leitet. Eine Woche später konnte man, ebenfalls mit reduzierten Plätzen, wieder innen speisen.

Nach einer zweiten Pause läuft es beim Hotel Zeller in Königsbrunn wieder

Doch die Gäste zeigten sich zurückhaltend. Deshalb blieb die Küche ab Anfang Juni nochmals kalt – nur einige Trauergesellschaften wurden von der Familie und den Azubis betreut – und startete am 2. Juli neu. „Jetzt läuft es recht gut“, berichtet Gabi Dreisbach. „Die Gäste sind ganz entspannt.“

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Das Maskengebot beim Kommen und Gehen werde akzeptiert. Es sei jetzt von Vorteil, dass im Haus mehrere Gasträume zur Verfügung stehen: „Platz ist der neue Luxus!“ Die Speisekarte ist nun etwas reduziert (Schnitzel sind ein Schwerpunkt), erheblich gekürzt wurde bei den Öffnungszeiten: Vor Corona war von Montag bis Samstag ab 17 Uhr sowie Sonntagmittags geöffnet, jetzt ist Montag und Dienstag zu.

Hotels konnten im März und April nur eingeschränkt genutzt werden. Das Geschäft wurde besser, als ab Pfingsten wieder touristische Übernachtungen möglich wurden. Vom gewohnten Niveau ist man aber noch weit entfernt. Die meisten Mitarbeiter sind derzeit noch in Kurzarbeit. Man versuche, sie sozial verträglich zu gestalten, sagt Gabi Dreisbach. In der letzten Woche hat sie mit dem angehenden Hotelfachmann Sahin, einem jungen Flüchtling aus Afghanistan, für seine Abschlussprüfung geübt. Die hat er vor Kurzem bestanden. Jetzt hat ihn, das Hotel Zeller angestellt, ebenso wie einen Jungkoch.

Das Café Müller bietet in Königsbrunn "Frühstück to go"

Im Café Müller ist man vor wenigen Tagen – nach reinem Verkauf während des Lockdowns und schrittweiser Öffnung ab 19. Mai – zu den alten Öffnungszeiten zurückgekehrt. „Die ersten vier Wochen waren sehr verhalten“, sagt Peter Müller. Den Corona-Auflagen fielen die beliebten Brunche am Wochenende zum Opfer. In der bisherigen Form werde es sie nicht mehr geben, kündigt Müller an. Wenn sie wieder erlaubt sind, will er sie nur noch einmal im Monat anbieten, mit neuem Konzept und wohl geringerer Gästezahl.

Eine positive Erfahrung nimmt Müller aus der Corona-Krise mit: „Die Kunden haben uns signalisiert: Schön, dass es euch gibt!“ Das zeigte etwa die Resonanz auf das spontane Angebot „Osterfrühstück zum Abholen“ (wir berichteten). Daraus ist ein reguläres „Frühstück to go“ geworden, das über den neuen Online-Shop geordert werden kann. Der wurde in den letzten Monaten erstellt und ist wie die neue Homepage ab Mitte Juli online.

Das Café Müller hat zuletzt sein Angebot sogar nach Augsburg erweitern können. Weil die Handwerkskammer kurzfristig ohne Kantinenpächter dasteht, hilft man aus und bietet auf deren Gelände vom Café-Müller-Bus aus vormittags und mittags Brotzeiten an. Das aktuelle Geschäft reiche aber immer noch nicht aus, um alle Mitarbeiter aus der Kurzarbeit zu holen, sagt Müller. Einige haben während des Lockdowns die Branche gewechselt, etwa zum Lebensmittelhandel. Kündigen musste er bislang noch niemand. Nach den Sommerferien, hofft Müller, wird das Geschäft und die Beschäftigung wieder den gewohnten Umfang annehmen.

Die Hofwirtschaft Nepomuk im Königsbrunner Süden hat ihre Öffnungszeiten umgestellt

Umfassende Veränderungen hat die Corona-Krise in der Hofwirtschaft Nepomuk ausgelöst. Für Chefin Sabine Frisch war die erzwungene Schließung „ein wahnsinniger Schock“. Zum Neustart am 20. Mai hat sie das Konzept umgestellt.

Früher war das Lokal im Süden der Stadt von Mittwoch bis Samstag über Mittag sowie von 18 bis 22 Uhr und zudem Sonntagmittag geöffnet. Jetzt bedient man Gäste von Dienstag bis Freitag von 11.30 bis 19 Uhr, an Samstagen bis 15 Uhr. Es gibt durchgehend warme Küche, nachmittags frische Blechkuchen nach Landfrauen-Art, teilweise nach Rezepten ihrer Oma. Für Feiern öffnet sie die Hofwirtschaft auch außerhalb dieser Zeiten.

„Den Plan dafür hatte ich jahrelang in der Schublade“, erzählt die Chefin: „Die Zäsur war jetzt die Chance, das mit meinem Lebensgefährten Ralf Poppe umzusetzen.“ Der Betrieb des Lokals sei nun an den des angrenzenden Hofladens angepasst: „Das ist von Anfang an super angekommen.“ Es freut sie auch, dass die gut ein Dutzend Mitarbeiter – „viele sind seit über 20 Jahren bei mir“ – wieder aus der Kurzarbeit zurück sind. Für alle Beteiligten habe das neue Konzept mit weitgehend freien Abenden auch eine neue Lebensqualität gebracht.

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