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Königsbrunn

07.11.2019

Wie schafft man schonend mehr Wohnraum?

Im Gebiet des Bebauungsplans 2 östlich des Eichenplatzes soll in den nächsten Jahren nachverdichtet werden.
Bild: Marcus Merk

Im Gebiet östlich des Königsbrunner Eichenplatzes soll nachverdichtet werden, aber ohne den Charakter des Gebiets komplett zu ändern.

Die Suche nach Baugrund gestaltet sich in Königsbrunn nach wie vor schwierig. Neben den neuen Baugebieten am östlichen Stadtrand will der Stadtrat auch mehr Möglichkeiten zur Nachverdichtung in bestehenden Wohnvierteln schaffen. Ein wichtiger Bestandteil dabei ist das Gebiet des Bebauungsplans 2 östlich des Eichenplatzes zwischen Erlen- und Birkenstraße. Der Bauausschuss hat sich zuletzt mit der Frage beschäftigt, wie viel Freiraum man den künftigen Bauherren geben möchte.

Kleine Häuser stehen auf großen Grundstücken

Grundsätzlich bieten die alten Siedlergrundstücke viel Platz: Das Gebiet prägen kleine Häuser auf großen Grundstücken. Um dem Mangel auf dem Wohnungsmarkt entgegen zu wirken, möchte die Stadt nun eine dichtere Bebauung ermöglichen, ohne aber den Charakter des Gebiets komplett zu verändern und ohne ein Verkehrschaos anzurichten. Denn die Parksituation ist bereits jetzt angespannt und die vergleichsweise schmalen Straßen nicht für weitere parkende Anwohner ausgelegt. Auch beim Spielraum für die Bauherren möchte man freigiebig sein, ohne aber den Charakter des Gebiets zu verändern und gleichzeitig nicht allzu viele Anfragen für Ausnahmen aufs Tableau zu bekommen.

Die Bauausschuss-Mitglieder haben zwei Entwürfe diskutiert und sich für eine Variante entschieden. Dabei wird der Bau größere Einzelhäuser oder Doppelhäuser erlaubt. „Das haben wir in der Vergangenheit bereits mit Ausnahmeregelungen ermöglicht“, sagte Bürgermeister Franz Feigl. Die jeweils südlichen Bereiche der Grundstücke sollen unbebaut bleiben oder nur die Garagen aufnehmen.

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Warnung vor zugebauten Grundstücksfronten

Doris Lurz (Grüne) wies daraufhin, dass nach den gegenwärtigen Planungen große Teile des Grundstücks für Garagen und Zufahrt genutzt werden dürften: „Im schlimmsten Fall wird dann die komplette Seite zur Straße hin zugebaut.“ Dadurch würde die bisherige Optik mit den großen Grünflächen erheblich beeinträchtigt. Sie warnte zudem vor zu großer Freigiebigkeit. Gerade wenn ein Grundstück an Bauträger gehe, könnten die Möglichkeiten ausgereizt und Dinge geplant werden, die man gerade verhindern wollte.

Dem schloss sich die CSU an: Alexander Leupolz stimmte zu, dass man bestimmte Vorgaben einfach machen müsse. Er regte an, die Grenzen, in denen die Häuser errichtet werden dürfen noch etwas enger zu fassen. Damit könne dem Versuch findiger Planer vorgebeugt werden, statt der erwünschten Doppelhäuser ein Reihenhaus mit drei Einheiten aufs Tableau zu bringen. Gleichzeitig solle man alle Stellplätze auf dem Grundstück unterbringen, um die Parksituation nicht zu verschärfen.

Wolfgang Leis (FDP/BF), der in einem Antrag mehr Freiheiten für Bauherren bei der Garagenplatzierung gefordert hatte*, sagte, man könne sich darauf einigen, dass nicht die gesamte Front zugepflastert werden dürfe. Man solle den Bauherren aber nicht vorschreiben, wo sie ihre Garagen hinzubauen hätten.

Königsbrunner Stadtrat soll Bebauungsplan im Januar absegnen

Bei den Dachformen möchte man sich grundsätzlich großzügig zeigen. Die Grenze liegt hier bei den Gauben. Die Räte wollen nicht, dass im Dachgeschoss eine dritte Wohneinheit entsteht.

All diese Änderungen sollen nun noch in die Planungen eingearbeitet und sauber begründet werden, um auch tatsächlich eine Handhabe gegen unerwünschte Planungen zu haben.

In seiner Januar-Sitzung soll der Stadtrat das Konzept absegnen.

*In einer früheren Fassung war die Rede davon, dass Wolfgang Leis' Antrag die Änderung des Bebauungsplans angestoßen hat. Dies wurde korrigiert. Der Beschluss wurde vom Bauausschuss auf Initiative der SPD-Fraktion gefasst.

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