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Augsburger Panther

23.08.2018

Depressionen: Warum Ben Meisner sein Leiden öffentlich machte

Ben Meisner, der ehemalige Torwart der Augsburger Panther, litt jahrelang unter Depressionen.
Bild: Ulrich Wagner

Der Ex-Torwart gab kürzlich bekannt, an Depressionen zu leiden. In seiner Erklärung erwähnte er den Namen der Augsburger Panther aus gutem Grund nicht.

Ben Meisner kämpfte mit schweren Depressionen und stand kurz davor, seine Selbstmordgedanken in die Tat umzusetzen. Der ehemalige Torwart der Augsburger Panther sorgte mit einer bewegenden Schilderung seiner dunklen Gedanken und Probleme auf einer Internet-Plattform in der vergangenen Woche für Aufsehen. Seinen ehemaligen Klub erwähnte der Kanadier nur am Rande. Der 28-Jährige nennt jetzt den Grund für seine Zurückhaltung: „Ich habe jeden darum gebeten zu respektieren, dass die Augsburger Panther in der Saisonvorbereitung stecken und deshalb nicht darauf erpicht sind, über mich zu sprechen.“ Der Kanadier hatte auf „the players tribune“ seine Lage in den unteren amerikanischen Ligen geschildert und über die Schattenseiten des Profisports geschrieben.

"Ich habe meine Geschichte öffentlich gemacht, um Leben zu retten und anderen zu helfen"

Erst in Deutschland begab er sich zu Jahresbeginn 2018 in ärztliche Behandlung, was ihm wohl das Leben rettete. „Ich habe meine Geschichte öffentlich gemacht, um Leben zu retten und anderen zu helfen“, sagt der Torwart über seine Motivation, in die Öffentlichkeit zu gehen, und fügt an: „Die Panther sind eine großartige Organisation und ich wünsche ihnen viel Erfolg in der kommenden Saison.“

Nach drei Jahren verließ der Kanadier im Frühjahr den AEV und unterschrieb zur neuen Spielzeit beim Zweitligisten EC Bad Tölz. Sein Ex-Trainer Mike Stewart, der den Nordamerikaner im Jahr 2015 bei seinem Wechsel von Bremerhaven nach Augsburg mitgenommen hatte, sagt zum Meisner-Artikel: „Ich habe gelesen, was Ben Meisner geschrieben hat, und wünsche ihm alles Gute. Ansonsten nehmen die Augsburger Panther die physische und psychische Gesundheit ihrer Spieler natürlich sehr ernst und haben auch deshalb einen Athletiktrainer und einen Mentaltrainer engagiert.“ Der Österreicher Ulf Wallisch arbeitet seit drei Jahren als Mentalcoach in Augsburg.

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T. J. Trevelyan fehlt dem Klub in den kommenden Wochen

Der DEL-Klub muss mindestens in den kommenden zwei Wochen auf Thomas J. Trevelyan verzichten. Der kanadische Stürmer, der auf seine Einbürgerung wartet, zog sich in der vergangenen Woche im Training einen Nasenbeinbruch zu. Den Sieg der Augsburger im Dolomitencup verfolgte der Stürmer in Neumarkt als Zuschauer auf der Tribüne und konnte auch nicht auf dem Eis trainieren. Gestern wurde Trevelyan, der bereits in seine achte Saison in Augsburg geht, an der Nase operiert, um Einschränkungen während der Saison auszuschließen.

Die Mannschaft von Mike Stewart bestreitet am Freitag ihr erstes Heimspiel der Saison. Um 19.30 Uhr sind die Graz 99ers aus der österreichischen Alpenliga EBEL im Curt-Frenzel-Stadion zu Gast.

Anmerkung der Redaktion:

Wer an einer Depression oder an Stimmungsschwankungen leidet, findet zum Beispiel Hilfe bei der Telefonseelsorge unter den Telefonnummern 0800 – 111 0 111 und 0800 – 111 0 222. Die Berater sind rund um die Uhr erreichbar, jeder Anruf ist anonym, kostenlos und wird weder von der Telefonrechnung noch vom Einzelverbindungsnachweis erfasst. Direkte Anlaufstellen sind zudem Hausärzte sowie auf Suizidalität spezialisierte Ambulanzen in psychiatrischen Kliniken, die je nach Bundesland und Region unterschiedlich organisiert sind. Eine Übersicht über eine Vielzahl von Beratungsangeboten für Menschen mit Suizidgedanken gibt es etwa auf der Website der Deutsche Gesellschaft für Suizidprävention.

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