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Eishockey
18.03.2019

Panther auf der Kippe

Nach einem perfekten Start gerät Augsburg ins Hintertreffen und verliert mit 3:4 gegen Düsseldorf. Die lange Pause bis zum nächsten Duell nützt eher den Rheinländern

Im Eishockey dreht sich viel um das Momentum, speziell in den Play-offs. Dabei handelt es sich um einen schwer greifbaren Zustand, der einem manchmal zufliegt, manchmal aber auch trotz härtester Arbeit fern bleibt. Wer das Momentum auf seiner Seite hat, hat Oberwasser. Dem gehen die Dinge leicht von der Hand. Jeder will es, aber es lässt sich nicht zwingen. Im dritten Aufeinandertreffen zwischen Augsburg und Düsseldorf war das Momentum eine launische Diva.

Es wechselte die Seiten häufiger als manch Politiker seine Meinung. Ganz am Ende der 60 aufreibenden Minuten stieg es aber in den Mannschaftsbus der DEG und machte sich auf den Weg zurück nach Düsseldorf. Die Gäste hatten gerade 4:3 (3:1, 1:2, 0:0) gewonnen und führen nun in der Best-of-Seven-Serie mit 2:1. Vier Siege sind zum Weiterkommen ins Halbfinale nötig. Die Panther haben durch die Niederlage zudem ihren Heimvorteil verloren.

Dabei hatte das Spiel perfekt begonnen. Durch den frühen Führungstreffer von Simon Sezemsky nach genau 60 Sekunden schien das Momentum aufseiten der Augsburger. Es blieb nur zu einem Kurzbesuch, denn wenige Sekunden später glich Jaedon Descheneau für Düsseldorf schon wieder aus (2.). Es folgten die DEG-Treffer zwei und drei durch Patrick Buzas (13.) und Braden Pimm (19.).

Klar, das Momentum war jetzt aufseiten der Gäste. Bis Matt White und Drew LeBlanc es kurzzeitig zurückholten und auf 3:3 stellten (28. und 31.). Das einmal mehr mit 6139 Zuschauern ausverkaufte Curt-Frenzel-Stadion versank in einem Freudensturm. Dann traf Philip Gogulla zum 4:3 für Düsseldorf (38.). Ein Tor wie aus heiterem Himmel. Die Entscheidung. Alles Aufbäumen der Panther war vergebens.

Gästetrainer Harold Kreis fasste später zusammen, was alle im Stadion gesehen hatten. „Das war ein absolutes Spitzen-Play-off-Spiel von zwei Mannschaften, die sich nichts geschenkt haben.“ Der Unterschied sei gewesen, dass sein Team das etwas glücklichere war. „Augsburg hatte sehr gute Chancen. Unser Glück war, dass sie nicht reingegangen sind.“ Sein Kollege Mike Stewart saß daneben und nickte. Er hatte sein Team im letzten Drittel unaufhörlich anrennen sehen. „Wir waren am Drücker, aber haben unsere Chancen nicht nutzen können.“

Vielleicht hatte der Hallen-DJ der Panther derartiges schon geahnt, als er vor dem Spiel die US-Band Journey „Don’t Stop Believing“ über die Boxen trällern ließ. Sicher ist, dass dem Spiel am Freitag in Düsseldorf extrem große Bedeutung zukommt. Das weiß auch Stewart, dem es deutlich lieber gewesen wäre, hätte die Deutsche Eishockeyliga nicht eine derart lange Pause zwischen das dritte und vierte Spiel gepackt. Normal ist der Rhythmus Freitag – Sonntag – Dienstag. Nicht so im Viertelfinale. „Für mich hat das mit Play-off-Kultur zu tun“, sagte Stewart. Play-offs seien eine Schlacht, in der es auch darum gehe, wer deren Belastungen körperlich besser verkrafte. Diesmal nickte Kreis. Der konditionelle Zustand komme so nicht zum Tragen, sagte er. Ganz unglücklich wirkte er dabei nicht, gelten die Augsburger doch als extrem fittes Team. „Wir werden die Zeit nutzen und uns gut vorbereiten“, sagte Stewart noch. Und vielleicht kehrt dann auch das Momentum wieder zurück.

Augsburg Roy – Tölzer, McNeill; Sezemsky, Haase; Lamb, Valentine; Rogl – Hafenrichter, LeBlanc, Trevelyan; Payerl, Stieler, White; Fraser, Gill, Holzmann; Detsch, Ullmann, Schmölz

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