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Europa League
13.04.2017

Schalke in Gedanken in Dortmund

Die Mannschaft von Trainer Weinzierl tritt bei Ajax Amsterdam an. Theoretisch sind es nur noch fünf Spiele bis zum internationalen Titel

Der Schock reiste mit nach Amsterdam. Die Explosionen nahe dem Mannschaftsbus von Borussia Dortmund haben auch die Spieler von Schalke 04 merklich mitgenommen. „Getrennt in den Farben, vereint gegen Gewalt“, schrieb Kapitän Benedikt Höwedes bei Twitter. „In solchen Momenten hält man im Revier fest zusammen“, schrieb der Verein. Und Holger Badstuber war „in Gedanken in Dortmund. Erschreckend, was dort passiert ist.“

Doch wie Dortmund muss sich der Ruhrpott-Rivale aus dem rund 35 Kilometer entfernten Gelsenkirchen auf ein sportlich extrem wichtiges Spiel konzentrieren. Irgendwie. Denn das Motto vor dem Viertelfinal-Hinspiel der Europa League bei Ajax Amsterdam (21.05 Uhr/Sport1 und Sky) lautete: Eurofighter reloaded oder eine endgültig verkorkste Saison. Zum einen bietet sich die große Gelegenheit, 20 Jahre nach dem legendären Sieg im UEFA-Cup den größten Erfolg der Vereinsgeschichte im Nachfolge-Wettbewerb zu wiederholen. Andererseits ist es wohl auch die letzte Chance, die bisher enttäuschende Premieren-Saison von Trainer Markus Weinzierl und Manager Christian Heidel zu retten.

Doch gerade jetzt beschwört Schalke den Geist von 1997. „Genau diese Mentalität“ will Kapitän Höwedes in der aktuellen Mannschaft erkannt haben. Nach dem Achtelfinal-Rückspiel bei Borussia Mönchengladbach hielt Höwedes auf einem Kabinenfoto auch schon einmal einen „Eurofighter“-Schal in die Höhe. Der als „Kampfschwein“ legendär gewordene Marc Wilmots erklärte im Stadtspiegel Gelsenkirchen: „Die Schalker sind etwas stärker als Ajax. Und wenn sie weiterkommen und nicht schon im Halbfinale auf Manchester United treffen, ist alles möglich.“ Und der damalige Mittelfeldspieler Ingo Anderbrügge erzählte: „Die Stimmung hat uns damals getragen, und sie kann die Spieler auch diesmal tragen.“

Ein Schalker Pfund im schweren Hinspiel in der Amsterdam Arena sollen die Fans sein. „Ich bin mir sicher, dass uns sehr viele Schalker begleiten und für Heimspiel-Atmosphäre sorgen werden“, sagte Höwedes. Der frühere Schalker Heiko Westermann warnte seinen Ex-Klub derweil. „Vor allem bei uns wird es sehr schwer werden für sie“, sagte der am Donnerstag wohl auf der Bank sitzende Ajax-Spieler. Die Amsterdamer haben die letzten fünf Europa-League-Heimspiele alle gewonnen und sind in der Liga seit 13 Spielen ungeschlagen. (dpa)

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