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Eiskunstlauf

24.01.2019

Für die Ewigkeit

Nachfolger nicht in Sicht: Aljona Savchenko und Bruno Massot zeigten beim Gewinn der Goldmedaille von Pyeongchang eine Kür für die Ewigkeit. Die Europameisterschaft in Minsk verfolgen sie nicht einmal vor dem Fernseher.
Bild: dpa

Sie sorgten für magische Momente mit ihrer Gold-Kür. Dass Aljona Savchenko und Bruno Massot noch einmal Olympische Spiele in Angriff nehmen, ist unwahrscheinlich. Deutsche Nachfolger sind nicht in Sicht

Die Paarlauf-Olympiasieger Aljona Savchenko/Bruno Massot haben noch keine Entscheidung über die Fortsetzung ihrer Karriere bis zu den Olympischen Winterspielen 2022 in Peking getroffen. „Wir wollen Holiday on Ice und die anderen Shows bis Ende Februar beenden“, sagte die gebürtige Ukrainerin. „Nach den Spielen in Pyeongchang haben wir nicht die Zeit gehabt, über alles nachzudenken. Wir wollen das jetzt erst einmal alles genießen. Wir werden sehen.“

Auch der eingebürgerte Franzose mag sich über die Zukunft noch keine konkreten Gedanken machen. „Wir haben so viel zu tun, denken nicht an Wettbewerbe. Wir leben von Tag zu Tag“, meinte Massot. Nach dem Olympia-Gold und der „Jahrhundert-Kür“ hatte das bislang in Oberstdorf lebende Duo eine Wettkampfpause und den Verzicht auf die am Mittwoch gestartete Europameisterschaft in Minsk sowie die Welttitelkämpfe im März in Saitama (Japan) verkündet.

Auf die Frage wie wahrscheinlich ein Comeback ist, versicherte Massot: „Wir wissen es wirklich nicht.“ Bundestrainer Alexander König, der das Duo mit zu Gold führte, glaubt nicht an eine Rückkehr. „Ich denke, dass ihr klar ist, dass es gut wäre, nicht mehr zurückzukommen“, sagte er. „Man sollte Aljona helfen, die Brücke in die reale Welt zu bauen.“ Immerhin ist die ehrgeizige Savchenko, die bereits mit ihrem vorherigen Partner Robin Szolkowy fünf WM- und vier EM-Titel gewann, am vergangenen Samstag 35 Jahre alt geworden. Zudem hat Massot schon begonnen, eine Existenz neben dem Eis aufzubauen. In La Chaux-de-Fonds (Schweiz) arbeitet er als Eiskunstlauf-Trainer.

Die Deutsche Eislauf-Union hat auch nur wenig Hoffnung, dass das Vorzeigepaar noch zurückkommt oder Savchenko es mit einem neuen Partner versucht. „Aljona ist ein Typ wie Claudia Pechstein, Bruno ist anders gestrickt“, meinte Sportdirektor Udo Dönsdorf. Um mit einem neuen Mann an ihrer Seite wieder in die Erfolgsspur zu kommen, müsste mit Blick auf Peking 2022 schnell einer gefunden werden.

Eine knallharte Meinung hat Savchenko über ihre bisherigen deutschen Rivalen und deren Last, sich aus dem Schatten des Traumpaares zu befreien. „Unser Ziel war, Olympiasieger zu werden. Ich weiß nicht, welche Ziele diese Paare haben, vielleicht nur besser als letztes Jahr zu sein“, sagte sie. Konkurrenten wie Annika Hocke/Ruben Blommaert aus Berlin habe sie nicht als Athleten in der zweiten Reihe gesehen. „Wir standen nicht im Weg, waren nur einfach besser. Und sie hatten auch ihre Chance im vergangenen Jahr“, sagte Savchenko. Da war sie mit Massot bei der EM in Moskau nämlich gar nicht am Start. Wie sich die deutschen Meister Minerva-Fabienne Hase/Nolan Seegert (Berlin) in ihrer Abwesenheit und ohne die Olympia-16. Hocke/Blommaert, die wegen einer Erkrankung die EM absagen mussten, behaupten können, werden Savchenko/Massot auch nicht am Fernseher mitverfolgen.

Nach dem Kurzprogramm liegen Haase und Seegert auf Platz sechs. „Wir werden nicht die Zeit haben, es anzusehen“, sagte Massot. „Ich weiß nicht mal, wo wir dann sein werden.“ Für Savchenko ist es nicht leicht, immer auf Tour zu sein – allein für Holiday on Ice sind sie für 19 Shows und in eben so vielen Städten gebucht. „Es ist ein Bonus nach dem Olympiasieg“, meinte sie, „es ist aber stressiger.“

Für die deutsche Meisterin Nicole Schott, die bei Michael Huth in Oberstdorf trainiert, begannen die europäischen Titelkämpfe am Mittwoch enttäuschend. Die 22-Jährige konnte nur den dreifachen Toeloop stehen, schaffte aber die Dreifach-Dreifach-Kombination des Sprunges nicht und stürzte beim Doppel-Axel. „Ich weiß nicht, warum es so gelaufen ist“, rätselte Schott, die zumindest im internen Wettstreit um das einzige Frauen-Ticket für die WM vorne liegt. Nathalie Weinzierl (Mannheim) liegt vor dem Finale am Freitag auf Platz 24. (dpa, AZ)

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