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Motorrad
18.06.2021

Marcel Schrötter auf der Jagd nach dem Premierensieg

Mit 28 Jahren zählt Marcel Schrötter zu den erfahrenen Moto2-Piloten im Feld.
Foto: Steve Wobser, Getty Images

Am Wochenende gastiert die WM nach einjähriger Pause wieder auf dem Sachsenring, wo der Pflugdorfer vor zwei Jahren auf das Podium fuhr. Der Pilot und sein Teamchef Jürgen Lingg haben ein großes Ziel.

Marcel Schrötter weiß, wo sein Problem und das seines Teams liegen. Es ist das Training, es ist das Qualifying, wo das Memminger Liqui Moly IntactGP-Team zu kämpfen hat. „Es muss unser Ziel sein, in die ersten drei Startreihen, also unter die ersten neun zu kommen. Denn wenn du erst als 16. oder 19. wegkommst, dann hast du fast keine Chance mehr auf das Podium“, sagt der Motorrad-Fahrer aus Pflugdorf bei Landsberg. Der achte Saisonlauf wird ein besonderes Rennen. Nach einjähriger Pause kehrt der Zweirad-Zirkus an den Sachsenring zurück.

Während zuletzt in Barcelona wieder rund 20.000 Zuschauer pro Tag zugelassen waren, gelten im Freistaat Sachsen noch strenge Corona-Regeln. Natürlich vermissen die Fahrer ihre Anhänger wie alle anderen Sportler auch. Aber auch für die Motorrad-Fans zählt ein Wochenende auf dem Campinghügel am Sachsenring zu den Höhepunkten ihres persönlichen Urlaubkalenders. Tagsüber donnern die Maschinen über den Asphalt des 3,671 Kilometer langen Kurses. Nachts ist die Rockmusik aus den selbst gebauten Boxentürmen nicht viel leiser. Dazu kommt noch das eine oder andere geistige Getränk.

Die Nachfahren von Henry Fonda machen Party

Während die Nachfahren von Easy Rider Henry Fonda Party machen, müssen sich die Piloten konzentrieren und auf die ganz eigene Charakteristik der Strecke nahe Hohenstein-Ernstthal einstellen. „Der Sachsenring ist sehr speziell. Es geht ständig bergauf oder bergab, selbst die lange Zielgerade ist ansteigend. Zudem ist der Kurs sehr eng“, schildert Schrötter die Herausforderung, und fügt an: „Gute Überholmöglichkeiten gibt es eigentlich nur am Ende der Zielgeraden und vielleicht in den letzten zwei Kurven.“ Vor zwei Jahren meisterte der Pflugdorfer sein Heimrennen fast perfekt. Schrötter fuhr in seiner Klasse Moto2 auf das Podium.

So lautet auch das Ziel für die Auflage im Jahr 2021. Mindestens. Seit zehn Jahren startet Schrötter in der Klasse der Motorräder mit 136 PS. Und wartet noch immer auf seinen ersten Sieg. „Klar ist es mein Traum, endlich mal zu gewinnen. Ich tue alles dafür, aber die Konkurrenz gerade in dieser Klasse ist brutal.“ Vor seinem Heimrennen ging der 28-Jährige sogar in ein privates Trainingslager nach Spanien. Nach dem Barcelona-Rennen vor zwei Wochen blieb der Pilot in Katalonien und fuhr mit seinem ehemaligen Trainer Aleix Santacreu Moto-Cross und Minibike. Es ging auch darum, den Kopf frei zu bekommen. Denn manchmal geht Schrötter sein Projekt Premierensieg fast schon zu verbissen an. Meint zumindest sein Teamchef Jürgen Lingg: „Marcel ist noch angespannter als in den vergangenen Jahren. Dabei müsste er ein Qualifying etwas lockerer angehen“, sagt der Teammanager des Rennstalls aus Memmingen. 3,3 Millionen Euro beträgt das Saisonbudget in der heiß umkämpften Klasse. „Ich habe das Gefühl, dass es jedes Jahr noch schwieriger wird, nach vorne zu fahren. Du musst absolut an dein Limit gehen, sonst hast du kaum eine Siegchance“, sagt Teammanager und Geschäftsführer Lingg.

Schrötter liegt in der WM-Wertung auf Platz sieben

Vor dem Heimspiel liegt Schrötter mit 49 Punkten in der WM-Wertung auf Platz sieben. Die Gesamtwertung führt Remy Gardner, der Sohn der australischen Motorrad-Legende Wayne Gardner, mit 139 Punkten an. Schrötters IntactGP-Teamkollege Tony Arbolino schlägt sich in seiner Rookie-Saison mit Platz 13 (30 Punkte) achtbar. Nun geht es auf dem Sachsenring darum für das Motorrad und den eigenen Kopf die richtige Balance zu finden. Mit 28 Jahren zählt Schrötter zu den erfahrenen Piloten. „Die Jungen scheuen überhaupt kein Risiko. Marcel weiß dagegen, was geht und was nicht“, sagt Lingg. Über den ersehnten Premierensieg seines Topfahrers sagt der IntactGP-Teamchef: „Da hätte ich wirklich nichts dagegen. Aber das wird ein hartes Stück Arbeit.“

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