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Super Bowl 2020

03.02.2020

Patrick Mahomes (24) führte die Kansas City Chiefs zum Sieg

Dass die Kansas City Chiefs ihren ersten Titel seit 50 Jahren gewinnen, verdanken sie der Nervenstärke ihres Spielmachers Patrick Mahomes.
Bild: Brynn Anderson, AP/dpa (Archiv)

Dass die Kansas City Chiefs ihren ersten Titel seit 50 Jahren holen, verdanken sie der Nervenstärke ihres Spielmachers Patrick Mahomes. Er ist der zweitjüngste Quarterback, der je den Super Bowl gewann.

Im American Football entscheidet meist die Taktik über Sieg und Niederlage – das gilt ganz besonders im Super Bowl, dem großen Finale. Die Teams nehmen die Stärken und Schwächen des Gegners minutiös auseinander, werten jedes Muskelzucken aus. Bei so viel kühl kalkulierter Analyse bleibt wenig Platz für große Heldengeschichten. Die 54. Ausgabe des Finales am Montagmorgen in Miami bildet eine Ausnahme: Beim 31:20-Sieg der Kansas City Chiefs über die San Francisco 49ers katapultierte sich Chiefs-Spielmacher Patrick Mahomes mit einem Sieg über sich selbst in den Sport-Olymp.

Seit zwei Jahren führt der 24-jährige Mahomes den Angriff der Chiefs. Seine größte Stärke: Wenn er spielt, merkt man ihm weder sein junges Alter noch seine mangelnde Erfahrung an. Mit Präzision und endlos scheinendem Selbstvertrauen setzt er die Ideen seines Cheftrainers und Taktik-Gurus Andy Reid um, improvisiert aber auch gekonnt, falls der Plan A des Trainers nicht funktioniert.

Das Resultat zeigte sich in den diesjährigen Playoffs. Zu Beginn der Erstrundenpartie gegen Houston versagten den Chiefs kollektiv die Nerven, innerhalb kürzester Zeit lagen sie 0:24 zurück. Mahomes schüttelte die Rückschläge ab, rüttelte die Kollegen wach und führte sie zu einem souveränen Sieg.

Patrick Mahomes (24) führte die Kansas City Chiefs zum Sieg

Super Bowl 2020: Quarterback Mahomes dreht die Partie

Im Super Bowl schien es aber, als hätten die 49ers es geschafft, die innere Überzeugung des jungen Spielmachers zu erschüttern. Die bärenstarke erste Verteidigungslinie ließ Mahomes kaum Zeit den Ball an den Mann zu bringen, die Passverteidiger deckten seine Anspielstationen herausragend. Der permanente Druck zeigte Wirkung: Kansas Citys Spielmacher unterliefen zwei schwere Fehlpässe, die die Verteidiger abfingen – in den beiden Playoffspielen zuvor hatte Mahomes keinen einzigen Ballverlust produziert. San Francisco profitierte von den Fehlern und führte im Schlussabschnitt mit 20:10.

Mit dem Rücken zur Wand zogen sich Patrick Mahomes und seine Chiefs aber am eigenen Schopf aus dem Sumpf. Die Verteidigung stoppte einen Angriffszug der 49ers schnell, der Spielmacher zeigte einen der Pässe, die die Chiefs zur gefährlichsten Offensiv-Maschine der Liga machten: Über das halbe Spielfeld, knapp 50 Yards, knallte Mahomes den Ball in die offenen Arme von Tyreek Hill und machte aus einer schwierigen eine extrem aussichtsreiche Feldposition.

Für die Chiefs war es die entscheidende Initialzündung. Die Offensive sammelte sich um Mahomes und hatte drei Minuten vor dem Ende aus dem Rückstand eine 24:20-Führung gemacht. Die 49ers fielen förmlich auseinander. Ihre Abwehr hatte keine Antworten auf die wieder entdeckte Energie der Chiefs, der Angriff um den zuvor sicher aufspielenden Quarterback Jimmy Garoppolo brachte keinen langen Angriffszug mehr zustande.

Super-Bowl-Highlights: Chiefs-Ballträger Damien Williams besiegelt mit seinem zweiten Touchdown das Spiel

Der deutsche 49er Mark Nzeocha stand beim Anstoß und weiteren Aktionen auf dem Feld, die entscheidenden Minuten musste er tatenlos von der Seitenlinie aus verfolgen. Chiefs-Ballträger Damien Williams sorgte mit seinem zweiten Touchdown des Spiels für die endgültige Entscheidung.

Zeitweise schien es, als hätten die 49ers dem Chiefs-Spielmacher Patrick Mahomes den Schneid abgekauft. Doch der 24-Jährige führte sein Team wie zuvor in den Spielen gegen Houston und Tennessee nach einem Rückstand noch zum Sieg.
Bild: Patrick Semansky, dpa

Es ist ein Titelgewinn mit historischen Dimensionen. Für die Chiefs war es der erste Sieg im großen Finale seit 50 Jahren. Patrick Mahomes wurde zum wertvollsten Spieler des Finales gekürt und krönte sich zum zweitjüngsten Quarterback aller Zeiten, der den Super Bowl gewonnen hat. Die Hauptrolle in den Interviews nach dem Spiel spielte aber ein anderer Akteur: Die Chiefs-Spieler unterstrichen, wie sie sich für Cheftrainer Andy Reid freuen. „Er ist einer der besten Coaches aller Zeiten und dieser Titel beseitigt jegliche Zweifel daran“, sagte Mahomes.

Reid erfreut sich nicht nur bei seinen Spielern großer Beliebtheit, sondern in ganz Amerika. Experten schätzen ihn als einen der innovativsten Trainer der Liga, weil er sich nicht scheut, neue taktische Kniffe auszuprobieren. Viele junge Trainer hat er geprägt. Seine 21 Jahre währende Karriere ist aber auch gekennzeichnet von sportlichen Nackenschlägen und persönlichen Dramen, wie dem Drogentod seines Sohnes. Nun bescheren ihm Mahomes Heldentaten zumindest in sportlicher Hinsicht eine große Genugtuung.

Der Super Bowl bot nicht nur spektakulären Sport. In einer opulenten Halbzeitshow sangen Shakira und Jennifer Lopez ihre größten Hits. Auch Lopez’ Tochter stand kurz auf der Bühne. Gewidmet war der Auftritt den lateinamerikanischen Zuschauern.

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