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Tour de France 2019

10.07.2019

Rad-Superstar Sagan sprintet in Colmar zum Sieg

Hat auf der 5. Etappe den Tagessieg eingefahren: Peter Sagan.
Bild: Christophe Ena/AP (dpa)

Peter Sagan triumphiert in Colmar und beendet seine Flaute. Die Deutschen sind erneut chancenlos, zwei Profis müssen bald ein neues Team suchen.

Erleichterung bei Superstar Peter Sagan. Der dreimalige Weltmeister aus der Slowakei konnte bei der fünften Etappe seine Durststrecke beenden und seinen ersten Tagessieg bei der diesjährigen Tour de France feiern.

Schlechte Nachrichten aber für Nils Politt und Rick Zabel: Das deutsche Radsport-Duo steht vor einer ungewissen Zukunft. Ihr Team Katusha-Alpecin steht vor der Auflösung, Politt und Zabel dürfen sich ab sofort nach neuen Rennställen umsehen, wie sie während der Frankreich-Rundfahrt erfuhren.

Auf den 175,5 Kilometern von Saint-Dié-des-Vosges nach Colmar im Elsass hatte Sagan am Ende deutlich die besten Beine und gewann den Schlusssprint vor dem Belgier Wout van Aert und dem Italiener Matteo Trentin. Lokalmatador Julian Alaphilippe verteidigte auf seinem Terrain erneut das Gelbe Trikot und darf auch die erste Bergankunft als Gesamtführender in Angriff nehmen. Politt sprintete als bester Deutscher auf den achten Platz.

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Der Deutsche Maximilian Schachmann konnte keine Akzente setzen

Die erhoffte Attacke des deutschen Meisters Maximilian Schachmann blieb trotz des hügeligen Profils in den Vogesen aus. "Ich erwarte schon einen sehr harten Start. Es gibt zwei lange Anstiege. Wir haben gesehen, dass einige Sprinter so etwas nicht schaffen", hatte Schachmann angekündigt. Stattdessen musste der Berliner doch wieder für Sagan Tempo bolzen, doch diesmal krönte der Superstar die harte Arbeit des Bora-hansgrohe-Teams.

Immer euphorischer gefeiert wird derweil Alaphilippe, der auf eine weitere Attacke verzichtete, um sein Gelbes Trikot nicht zu gefährden. Zahlreiche Plakate mit "Allez Julian" waren in den Vogesen beim fünften Teilstück zu sehen, die Stimmung in Frankreich ist ausgelassen rund um den Hoffnungsträger. "So etwas habe ich noch nie erlebt. Das ist eine andere Welt", sagte der 27 Jahre alte Radprofi vom Team Deceuninck-Quick-Step vor dem Start.

Für Politt und Zabel kam die schlechte Nachricht hingegen zum ungünstigsten Zeitpunkt - beim Saisonhöhepunkt. Nach Informationen der französischen Sportzeitung "L'Equipe" wird die Mannschaft Katusha-Alpecin zum Saisonende aus dem Profi-Radsport verschwinden.

Teamsprecher Falk Nier wollte das Aus der Mannschaft auf dpa-Anfrage noch nicht bestätigen, ließ aber durchblicken: "Teamchef Jose Azevedo hat dem Personal und den Fahrern mitgeteilt, dass die Zukunft unsicher ist und sich in den nächsten Tagen entscheiden wird. Wer sich nach neuen Möglichkeiten umschauen will, kann dies tun." Beide hatten noch einen Vertrag bis 2020.

Nach der für Klassikerspezialisten leibgeschneiderten Etappe ins Elsass werden auf der 6. Etappe (13.25 Uhr/One und Eurosport) erstmals die richtigen Bergfahrer und die Favoriten für einen Sieg in der Gesamtwertung gefordert. Auf dem Weg nach La Planche des Belles Filles in den Vogesen sind sieben Berge zu überwinden, vier davon der ersten Kategorie.

Emanuel Buchmann muss am Donnerstag seine Qualitäten zeigen

Vorjahressieger Geraint Thomas und Teamrivale Egan Bernal (beide Ineos) dürften bei der ersten Bergankunft gleich Nadelstiche setzen wollen. "Morgen wird es noch wichtiger", sagte der Waliser Thomas vor dem Start des fünften Teilstückes in Saint-Dié-des-Vosges. Auf der Rampe nach Épernay hatte ihm der junge Bernal bereits fünf Sekunden abgenommen, was als erster kleiner Fingerzeig auf die Stärke des Kolumbianers gedeutet worden war.

Auch der deutsche Klassement-Fahrer Emanuel Buchmann muss dann erstmals seine Qualitäten unter Beweis stellen. Der 26-Jährige hat offen einen Platz unter den besten Zehn als Ziel ausgegeben. Anders als in den Vortagen, als Bora hauptsächlich für Grün-Träger Sagan gefahren ist, steht der Dritte der Dauphiné ganz im Zentrum der Bemühungen des deutschen Rennstalls. (dpa)

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