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WM-Qualifikation

13.11.2017

Warum Fußball-Deutschland heute zu Italien halten muss

Der viermalige Fußball-Weltmeister Italien könnte zum ersten Mal seit 60 Jahren eine WM verpassen.
Bild: Frank Augstein (dpa)

In den Play-offs zur WM will die Squadra Azzura ein 0:1 gegen Schweden umbiegen. Die DFB-Elf musste zwar oft gegen Italien leiden - beide Teams haben aber eine intensive Verbindung.

Glückliches Fußball-Deutschland. Das WM-Ticket in der Tasche, kann es seine Weltmeister entspannt nach England fahren lassen, wo Sané & Co. an geheiligter Stätte erfolglos das Wembley-Tor nachstellen dürfen, ehe dann die große Langeweile ausbricht und die 80.000 im Stadion die Flüge von Papierfliegern beklatschen.

Am Ende ist nichts passiert. England null, Deutschland null. Es bleibt das Gefühl von Leere und zu viel Entspannung. Aber wer möchte um der Aufregung, des Dramas und des Zitterns ein bisschen Nervenkitzel eintauschen? Eine Frage, die nach Italien führt, ins Land des viermaligen Weltmeisters, der seit 1958 keine WM verpasst hat.

Natürlich führt sie auch nach Schweden, wo die Johanssons und Svenssons die Italiener im ersten Play-off-Spiel an den Rand des Abgrundes gekickt haben. Aber würde ein WM-Aus der Schweden heute Abend einen Regierungssturz auslösen? In Italien dagegen ist mit Schlimmerem zu rechnen. Teile der Presse, die den italienischen Fußball betreffend um nichts verlegen ist, sehen die Apokalypse heraufziehen.

Nichts gegen Schweden, aber...

Nichts also gegen die sympathischen Schweden, die uns Ronnie Hellström, Abba, Ikea und Knäckebrot beschert haben, aber in dieser schweren Stunde sind wir Italiener – mag der Weg in die deutsche Fußball-Hölle auch mit Namen wie Rivera, Rossi oder Balotelli gepflastert sein. Phonetische Kompositionen, die einem auch im größten Unglück wie eine Panna cotta über die Lippen gleiten und der deutschen Fußball-Seele dennoch die schwersten Wunden geschlagen haben.

Das mag an die feenhafte Mathe-Lehrerin erinnern, die wir nie für eines unserer Null-Punkte-Werke verantwortlich gemacht haben – im Unterschied zum alten Algebra-Knochen. Was uns mit den Buffons, Chiellinis und Barzaglis verbindet, ist das abgewandelt neutestamentarische „Du sollst deine härtesten Gegner lieben“.

Deutschland und Italien sind Romeo und Julia des Fußballs

„Weiße und Azzurri sind keine Gegner, sondern Interpreten einer Oper, in einem Romeo und Julia des Fußballs“, schrieb Roberto Giardina in seiner „Anleitung, die Deutschen zu lieben“ unter dem Eindruck des Jahrhundertspiels zwischen Deutschland und Italien bei der WM 1970 in Mexiko. Italien gewann in der Verlängerung 4:3. Zum Schluss traf Rivera.

Aber man muss auch vergeben können. Daraus entsteht mitunter größte Zuneigung. Darum für heute Abend: Buona fortuna!

Wie Sie das Spiel zwischen Italien und Schweden sehen können, lesen Sie hier.

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