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TV-Rechte

14.06.2017

ZDF verliert Champions League

Dass ab der Saison 2018/19 die Königsklasse nur noch im Pay-TV läuft, dürfte nicht nur die Fans ärgern

Für Fußball-Fans wird es teurer: Die Champions League verschwindet von 2018 an komplett ins Pay-TV. Sky sicherte sich die exklusiven Medienrechte bis 2021 und arbeitet mit der Streaming-Plattform DAZN zusammen, die Sublizenzen erhält.

Der am Dienstag veröffentlichte Vertrag stellt eine Zäsur in der Fernseh-Berichterstattung über Fußball in Deutschland dar. Das ZDF ist in dem Bieterverfahren leer ausgegangen. Der öffentlich-rechtliche Sender darf nur noch in der kommenden Saison 18 Spiele im frei empfangbaren Fernsehen übertragen. „Für die Fußballfans ist die Verlagerung ... in das Pay-TV eine schlechte Nachricht“, sagte ZDF-Intendant Thomas Bellut. „Europäischer Spitzen-Fußball wird zu einem exklusiven Angebot für deutlich weniger Zuschauer als bisher.“ Nur in einem Fall gäbe es ein Champions-League-Spiel ohne zusätzliche Bezahlung – wenn ein deutscher Verein im Endspiel steht. Im Rundfunk-Staatsvertrag ist festgelegt, dass das Finale in so einem Fall nicht ausschließlich im Pay-TV gezeigt werden darf. Für Sky wäre das mit seinem frei zugänglichen News-Kanal kein Problem.

Branchen-Experten schätzen, dass das Dreijahrespaket für die Rechte mehrere hundert Millionen Euro kostet. Das Verschwinden des Wettbewerbs in den Bezahlbereich dürfte neben den Fans auch die Sponsoren der teilnehmenden Vereine ärgern.

Die Aufteilung der Spiele zwischen Sky und DAZN ist noch unklar. Wenn es einzelne Spiele ausschließlich auf der Streamingplattform zu sehen gibt, müssten Sky-Kunden ein zusätzliches Abonnement erwerben.

Das kostet bei DAZN derzeit 9,99 Euro im Monat. Für das ZDF ist der Verlust der Champions League ein weiterer Rückschlag. Der öffentlich-rechtliche Sender verlor – gemeinsam mit der ARD – zuletzt die Olympia-Rechte an Discovery/Eurosport sowie ein großes Paket mit Länderspielen der Fußball-Nationalmannschaft an RTL.

„Wir hätten unseren Zuschauern gerne auch über 2018 hinaus die Livespiele der Champions League gezeigt. “, sagte Bellut. „Als beitragsfinanzierter Sender gab es dafür allerdings eine klar definierte Obergrenze.

Wir sind auch ohne die Rechte wettbewerbsstark und haben Alternativen.“ (dpa)

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