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FC Augsburg

13.02.2019

Darius Kampa drückt dem FCA immer noch die Daumen

Darius Kampa in seinem Element. Auch im Trikot von Borussia Mönchengladbach beherrschte er den Strafraum. 
Bild: Patrick Seeger, dpa (Archiv)

Einst wurde der Fußball-Torhüter Darius Kampa beim FC Augsburg ins "kalte Wasser" geworfen. Für ihn war es das Sprungbrett in die Bundesliga.

Darius Kampa war und ist kein Lautsprecher. „Ich hab’ doch damit kaum noch etwas am Hut“, sagt der ehemalige Bundesliga-Torhüter, wenn man sich mit ihm über Fußball unterhalten möchte. Doch dann spricht der einstige Schlussmann über seine Karriere, die beim FCA begann. Und natürlich auch über die aktuelle Situation bei seinem Heimatverein. „Der FCA“, sagt er „hat in den vergangenen Jahren eine Wahnsinnsentwicklung genommen.“ Da müsse man auch mal Rückschläge in Kauf nehmen. Als Ex-Tormann interessiert er sich natürlich für die Torsteher des FCA. Vor allen Dingen von Andreas Luthe hat er eine hohe Meinung, „doch ich will hier für keinen Partei ergreifen, dafür bin ich zu weit weg“. Den neuen Schlussmann Gregor Kobel hatte er bisher nicht auf dem Radar. Kennengelernt hat er während seiner Bundesligakarriere auch Jens Lehmann, den Co-Trainer der Augsburger.

„Natürlich nicht näher, zwischen Tür und Angel haben wir uns manchmal kurz unterhalten“, so Kampa, „Lehmann war ein Weltklasse-Torhüter und trotzdem nie arrogant.“

Darius Kampa bestritt 84 Spiele in der Bundesliga

Kampa spielte für den 1. FC Nürnberg und Borussia Mönchengladbach im Oberhaus, trug in der Olympiaauswahl das DFB-Trikot und stand im Kasten der U21-Nationalelf. 84 Spiele in der ersten Bundesliga, 17 Partien in Liga zwei, 109 Partien in der 3. Liga und dazu noch acht Einsätze in der Eliteklasse Ungarns stehen in seiner Statistik. Besonders spektakulär: Fast 50 Prozent der gegen ihn verhängten Elfmeter in der Bundesliga wurden nicht verwandelt. Aber seit einigen Jahren ist es ruhig um ihn geworden, sehr ruhig sogar. Der 42-Jährige beendete 2011 seine Laufbahn, die er mit vielen Höhen, aber auch einigen Tiefen treffend umschreibt.

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Vier Jahre stand er vorher bei der SpVgg Unterhaching unter Vertrag. Beim Drittligisten trug er die Kapitänsbinde. Doch dann verordnete sich der Ex-Bundesligist einen drastischen Sparkurs.

Notgedrungen, denn der Hauptsponsor stieg aus. Kampa bekam zwar ein Angebot unterbreitet, doch dies nahm er nicht an. „Wir haben uns nicht im Unfrieden getrennt“, auf diese Tatsache legt er großen Wert. Eigentlich wollte er noch weiter spielen, doch interessante Angebote gab es offenbar nicht. 16 Jahre hatte er bis dahin Leistungssport betrieben, „meine Frau hat mich gefragt, ob es tatsächlich 17 sein müssen.“ Heute lebt Kampa mit seiner Familie (2 Kinder) in Baldham, im Osten Münchens. Beruflich ist er in der Finanzdienstleistungsbranche tätig.

Spurensuche. Angefangen hat alles in Ratibor, einer Stadt in seinem Geburtsland Polen. Darius Kampas Eltern siedelten 1987 mit der Familie aus dem Osten über, der junge Darius schloss sich dem FCA an. Dem Verein, bei dem sein Vater Franz, ein Sportlehrer, später auch 25 Jahre als Torwarttrainer arbeitete. Die Verantwortlichen um Nachwuchs-Trainer Heiner Schuhmann entdeckten sein Talent. Armin Veh, Trainer der ersten Mannschaft, warf ihn mit 17 ins kalte Wasser, Kampa lernte schnell schwimmen, mit 18 Jahren wurde er in den Kader des Regionalligisten (damals 3. Liga) übernommen. Daneben absolvierte er seine Abiturprüfungen und lernte Klavierspielen. Ein Hobby, dem Kampa auch heute noch nachgeht: „Ich spiele fast jeden Tag.“

FC Augsburg: Darius Kampa ist immer wieder im Stadion

1998 wechselte er zum Bundesligisten 1. FC Nürnberg. Dort blieb der Keeper sechs Jahre, musste zuerst gegen den Schweizer Nationalkeeper Hilfiker und später auch gegen Andreas Köpke hinten anstehen. Unter Trainer Klaus Augenthaler wurde er die Nummer eins.

Kampa war damals der Zeit schon voraus. Er galt nicht nur als der reine Ballfänger, sondern verkörperte den Typ des spielenden Keepers. Doch seine Klasse wurde ihm beim Club auch zum Verhängnis. Der finanziell klamme Verein war überzeugt, Kampa verkaufen zu können und sich damit zu sanieren. Arsenal London hatte zwar Interesse, doch zu einem Wechsel kam es nicht. 2004 dann der ablösefreie Transfer zu Borussia Mönchengladbach. Zwei Jahre blieb er am Niederrhein, ehe er zum ungarischen Erstligisten Zalaegerszegi TE FC weiterzog.

Nach einem halben Jahr kam das Angebot von Sturm Graz. Als die Kampas dort gerade eine Wohnung bezogen hatten, dann die Hiosbotschaft: Graz ist pleite. Da kam die Offerte aus Unterhaching gerade recht. „Wir wollte wieder näher an Augsburg sein, wir erwarteten unser erstes Kind“, erzählt Kampa.

Apropos Augsburg: Ab und an sieht man ihn auch auf der Tribüne der Arena, wie er dem FCA die Daumen drückt: „Damit der Verein in der Bundesliga bleibt.“

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