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FC Augsburg

29.11.2018

Der FCA hofft in Stuttgart auf Knipser Finnbogason

Alfred Finnbogason ist Augsburgs Lebensversicherung.
Bild: Bernd Thissen, dpa

Der Stürmer absolvierte Teile des Mannschaftstrainings. Ob er beim VfB auflaufen kann, entscheidet sich aber kurzfristig. Trainer Baum setzt andere Prioritäten.

Ob Manuel Baum, Trainer des FC Augsburg, beim richtungsweisenden Gastspiel am Samstag (15.30 Uhr) beim VfB Stuttgart auf seinen Torjäger Alfred Finnbogason zurückgreifen kann, ist noch unklar. „Alfred hat heute Teile des Mannschaftstraininigs mitgemacht. Da müssen wir abwarten, wie es morgen ausschaut.“ Eines stellte der Trainer des FC Augsburg aber noch einmal klar: „Solange er nicht eine komplette Einheit mit der Mannschaft absolviert hat und nicht bei 100 Prozent ist, wird er auch nicht auflaufen.“

Eine Adduktorenverletzung, die er von der Länderspielreise mit Island mitgebracht hatte, plagt den 29-Jährigen noch. „Es ist schon viel viel besser und strukturell nichts mehr zu sehen“, erklärte Baum. Aber es gehe eher um eine Gefühlsgeschichte. „Es würde keinen Sinn machen, wenn wir ihn jetzt in ein Spiel reinjagen und der Kopf ist nicht bereit. Dann ist die Verletzungswahrscheinlichkeit relativ groß.“ Und einen längeren Ausfall will man auf jeden Fall vermeiden.

Kann Alfred Finnbogason in Stuttgart spielen? Noch ist sein Einsatz nicht sicher. 
Bild: Ulrich Wagner

Alfred Finnbogason ist der Schlüsselspieler des FCA

Also heißt es für alle, die es mit dem FCA gut meinen: weiter bangen. Denn es ist keine Untertreibung, Finnbogason als Schlüsselspieler zu bezeichnen. Spielt er nicht, so wie zu Beginn der Saison, als er mit einer Reizung einer Kniesehne fünf Spiele zusehen musste, tut sich der FCA schwer zu gewinnen. Wenn der 29-Jährige spielt, dann trifft er meist auch, für sieben Tore brauchte er nur sechs Spiele. Gerade diese Effizienz fehlte dem FCA beim 1:3 gegen Eintracht Frankfurt.

„Der Fredi hat diese unglaubliche Knipsermentalität. Der macht dir aus keiner Chance zwei Tore“, sagt zum Beispiel Michael Gregoritsch. Der Österreicher bildet normalerweise mit dem Isländer ein Sturmduo, das in der Bundesliga durchaus gefürchtet ist. Wenn sich alles auf Finnbogason konzentriert, dann nutzt Gregoritsch selbst die Freiräume. In der vergangenen Saison erzielte Gregoritsch 13 Tore, Finnbogason zwölf. Ohne Finnbogason lastet der Druck im FCA-Sturm und die Konzentration der Gegenspieler fast nur auf dem Österreicher. Was man in seiner Ausbeute von gerade mal zwei Toren sieht.

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Bild: Ulrich Wagner

Sollte es für Finnbogason nicht reichen, neben ihm steht auch hinter Felix Götze (Rippenblessur) ein Fragezeichen , wird wohl Julian Schieber an alter Wirkungsstätte (er debütierte beim VfB in der Bundesliga) wie gegen Frankfurt von Beginn an spielen. „Wir werden versuchen den Fredi so gut es geht zu ersetzen. Aber das dies nicht zu 100 Prozent möglich ist, ist selbstverständlich“, sagt Gregoritsch. Es war nicht zu übersehen, wie sehr die Effizienz von Finnbogason beim 1:3 gegen Frankfurt fehlte. 25 Torschüssen, ein Tor in der 90. Minute.

FCA-Trainer Baum will in der Defensivarbeit ansetzen

Doch FCA-Trainer Baum will nach drei Gegentoren gegen die Eintracht und nur einem Zu-null-Spiel in der gesamten Saison den Hebel in der Defensivarbeit ansetzen: „Wir haben uns etwas davon einlullen lassen, dass jeder gesagt hat, wir spielen nach vorne gut. Aber nach Leipzig (0:0, Anm. d. Red.) war ich mit der Einzige, der sich so richtig gefreut hat, weil wir defensiv super gestanden sind. Das müssen wir herausarbeiten.“

Deshalb fordert er von allen Feldspielern ein intensiveres, konzentrierteres und vor allem effektiveres Abwehrverhalten. Wie, hat er schon am Dienstag erklärt: Mit Schaum vor dem Mund und wenn notwendig mit Schmerzen für den VfB. Es waren markige Worte, die Baum aber natürlich nicht eins zu eins umgesetzt haben will. Sie sollten mehr seine Spieler wachrütteln und plakativ zeigen, dass der FCA nicht mehr gewillt ist, nur Lob, aber keine Punkte einzuheimsen.

In Stuttgart gibt es eine "Augsburger Filiale"

Denn die Tabellensituation ist trügerisch. Zwar hat der FCA mit 13 Punkten noch fünf Zähler Vorsprung auf den Tabellenletzten aus Stuttgart. Mit einem Sieg würde man die Augsburger Filiale am Neckar auf Distanz halten. Denn nicht nur Markus Weinzierl hat FCA-Erfahrung. Mit Wolfgang Beller und Thomas Barth hat der Ex-FCA-Trainer seine engsten Vertrauten aus Augsburg, die auch beim Gastspiel auf Schalke dabei waren, um sich geschart. Zudem hat er Halil Altintop als „Trainer für individuelle Maßnahmen“ vorerst bis Weihnachten engagiert und mit Erik Thommy stürmt auch ein Ex-FCA-Spieler auf der rechten Seite. Tobias Werner, der ehemalige Augsburger Publikumsliebling, spielte schon vor der Weinzierl-Verpflichtung keine Rolle mehr im Bundesliga-Kader. Er steht mit dem VfB II in der Regionalliga Südwest im Abstiegskampf.

Früher gemeinsam beim FCA, nun beim VfB: Markus Weinzierl und Halil Altintop.
Bild: Ulrich Wagner

Aber auch der FCA hat Insiderwissen. Tobias Zellner, der als Co-Trainer mit Weinzierl in Augsburg und Schalke arbeitete, gehört jetzt wieder dem FCA-Trainerstab an. Überraschungen dürfte weder Baum noch Weinzierl aus dem Hut zaubern. „Das hat aber jetzt nicht viel mit Augsburg und Stuttgart zu tun“, sagt Baum: „In der Bundesliga hat man nicht mehr so viel Geheimnisse voreinander. Wir wussten auch, was Frankfurt macht.“

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