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FC Augsburg

30.01.2020

Ein Ex-FCA-Profi machte Michael Gregoritsch fit

Michael Gregoritsch legte bei Mark Römer Zusatzschichten ein, als er beim FCA auf der Bank saß.
Bild: Mark Römer

Plus Mark Römer spielte von 2004 bis 2006 für den damaligen Regionalligisten. Jetzt arbeitet der 44-Jährige hier als Personal Trainer.

Als Mark Römer irgendwann Anfang Oktober mit Julian Schieber beim Frühstücken saß, da dachte der selbstständige Personal-Fitness-Trainer nicht daran, dass er einen neuen Kunden gewinnen würde. Bis sich Michael Gregoritsch an den Tisch setzte. "Wir sind ins Gespräch gekommen und dann hat Michael gesagt, er wolle seine Athletik verbessern, weil er nicht mehr so viel zum Einsatz komme", erzählt der 44-jährige Römer, der von 2004 bis 2006 für den damaligen Regionalligisten stürmte. Es war also ein Ex-FCA-Spieler, der Gregoritsch für Schalke 04 fit machte.

Und das tat Römer mit seinem Trainerteam augenscheinlich gut. Gregoritsch, der Anfang Januar für ein halbes Jahr vom FCA an den Traditionsverein im Ruhrgebiet ausgeliehen wurde (angeblich für 500.000 Euro Gebühr), lieferte gleich ein Tor und eine Vorlage beim 2:0 gegen Gladbach bei seinem Debüt ab. Körperliche Defizite hat der Österreicher also nicht, auch wenn er beim FCA zuletzt Anfang November ausgerechnet gegen Schalke seine letzten fünf Bundesliga-Minuten absolviert hatte.

Vier-Mann-Team betreut Michael Gregoritsch

Dafür hat auch Römer gesorgt. Der Sportfachwirt ( IHK) ging das "Projekt" Gregoritsch ganzheitlich an. Er selbst übernahm die funktionelle Fitness, die vor allem Stabilisations- und Kräftigungsübungen für den ganzen Körper beinhaltete. Sein ehemaliger FCA-Mannschaftskollege (2004 bis 2005), der 38-jährige Marvin Braun, kümmerte sich um das Athletik-Training, Wolfgang Hafner um das Kraft-Training und Physio-Therapeut (Performance Physio) Mihail Britvec um die korrekte Ausführung der Übungen.

Mark Römer (links) und Marvin Braun.
Bild: Mark Römer

"Michael ist die ganze Sache sehr professionell angegangen, manchmal haben wir nur einmal in der Woche trainiert, oft aber auch dreimal. Er wollte immer mehr und ich musste ihn öfters bremsen", erzählt Römer. Bis Mitte Dezember arbeitete der Ex-FCA-Spieler mit dem Bundesliga-Profi. Dass der 25-jährige Offensivspieler jetzt bei Schalke gleich durchstartete, war für Römer keine Überraschung. "Michael hat das Herz am rechten Fleck, aber er muss sich wohlfühlen. Sportlich ist er ein kompletter Spieler."

Römer wird für den FC Augsburg zum tragischen Helden

Römer kann sich in die Situation des Profis hineinfühlen, verdiente er doch selbst Anfang des Jahrtausends sein Geld als Profifußballer. 2004 wechselte der in Esslingen geborene Mittelstürmer von der SpVgg Unterhaching zum FCA in die Regionalliga. In seiner ersten Saison war er mit 17 Toren maßgeblich daran beteiligt, dass der FCA am letzten Spieltag mit einem Sieg gegen Jahn Regensburg den Aufstieg hätte klarmachen können. Doch Römer wurde am 4. Juni 2005 im ausverkauften Rosenaustadion zum tragischen Helden. Durch ein Tor von Sascha Benda (63.) führte der FCA mit 1:0 gegen die bereits dezimierten Regensburger.

Doch dann kam die 81. Minute. Der schon verwarnte Römer schubste seinen Gegenspieler, den ehemaligen FCA-Spieler Grover Gibson, weg und sah deswegen Gelb-Rot. "Er hat mich gefoult, ich lag am Boden und er schrie mir voll ins Ohr, das hatte aber niemand mitbekommen", erinnert sich Römer. Ausgerechnet Gibson erzielte das entscheidende 1:1 (86.). Das 1:2 durch Jan Hoffmann in der letzten Minute spielte keine Rolle mehr. Jahns-Trainer Mario Basler tanzte an der Außenlinie, 27 000 Augsburger verließen wie ein stummer Trauerzug das Stadion. Offenbach und Siegen stiegen in die 2. Bundesliga auf, der FCA war am Ende nur Vierter. "Es war ein Schock. Ich lief zwei Tage rum wie Falschgeld und am Ende habe ich es mir selbst vermasselt, dass ich für den FCA in der 2. Bundesliga spielen konnte."

Manager Rettig will ihn nicht mehr

Als ein Jahr später der FCA unter Trainer Rainer Hörgl frühzeitig in Trier mit einen 1:1 den Aufstieg perfekt gemacht hatte, bedeutete das das Ende von Römers Karriere beim FCA. "Ich hätte um das gleiche Geld weitergespielt, Trainer Rainer Hörgl hätte mich auch gewollt, aber Manager Andreas Rettig wollte mich nicht mehr. Ich würde nicht mehr in das neue Konzept passen", erinnert sich Römer. Er wechselte zum FC Ingolstadt, sein Lebensmittelpunkt blieb aber Augsburg. Nach zwei Jahren beendete er seine Profikarriere (in seiner Vita stehen neben den 55 Spielen für den FCA auch 24 Zweitliga-Spiele für Unterhaching), spielte noch für den TSV Gersthofen und versuchte sich beim damaligen Hauptsponsor der Ingolstädter, der Zeitarbeitsfirma Tuja, als Disponent.

Doch das war nicht das Richtige. "Ich habe an Gewicht zugenommen, war unausgeglichen." Römer wiegt fast 100 Kilo, als er einen Schlussstrich zieht. Der gelernte Reiseverkehrskaufmann schließt sein Fernstudium zum Sportfachwirt ab, lässt sich zum Personal Trainer ausbilden und arbeitet seit 2009 selbstständig in Augsburg. Der Sohn eines amerikanischen GI’s und zweifache Vater lebt jetzt in Leitershofen, wo er in seiner Freizeit den Nachwuchs beim TSV Leitershofen trainiert. Außerdem spielt er in der FCA-Traditionsmannschaft – wenn er Zeit hat.

Viele namhafte Unternehmen als Kunden

Das passiert nicht oft. Als Personal Trainer hat er sich einen Stamm von Firmen- und Privatkunden aufgebaut und ist dankbar, dass er ein zweites Mal seine Leidenschaft zum Beruf machen konnte. "Es macht mir großen Spaß, mit unterschiedlichsten Menschen zusammenzuarbeiten, sie fitter und vor allem zufriedener zu machen." Zu Römers Kundenkreis zählen namhafte Unternehmen und Privatpersonen. Dass Michael Gregoritsch bei Schalke so durchstartet, freut ihn besonders. Ein erfolgreicher Bundesliga-Profi als zufriedener Kunde ist sicher keine schlechte Werbung.

Lesen Sie dazu auch: FCA-Trainer Schmidt hält an Torhüter Koubek fest

Hören Sie sich dazu auch unseren Podcast mit vier Top-Sportlern an. Mit dabei ist unter anderem Ex-FCA-Spieler Tobias Werner:

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