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FC Augsburg
08.10.2016

Verletzungen beim FCA: Dirk Schusters vier Problemfälle

Der FCA beklagt viele Langzeitverletzte, wie Dominik Kohr (im Bild), Caiuby, Raul Bobadilla und Jeffrey Gouweleeuw.
Foto: Stefan Puchner (dpa)

Der FC Augsburg entwickelt im Umgang mit Verletzten eine traurige Routine. Weil Manager Reuter Neuverpflichtungen ausschließt, muss der Trainer improvisieren.

Als Georg Teigl auf dem Trainingsplatz die Wasserkiste neben dem Tor platziert, blafft ihn Kapitän Paul Verhaegh an. Er, Teigl, solle die Getränke hinter das Tor stellen, nicht daneben. Der Grund: Kein Mitspieler soll im Eifer des Gefechts auf die Kiste fallen. Und sich am Ende noch verletzen. Verhaeghs Reaktion zeigt, wie sehr man sich dieser Tage beim Fußball-Bundesligisten FC Augsburg um das Wohl sorgt. Der Lungenkollaps von Jeffrey Gouweleeuw hat den Allerletzten aufgeschreckt, das Verletzungspech nimmt immer weitreichendere Ausmaße an. Erschwerend kommt hinzu, dass es sich nicht um muskuläre Probleme handelt, sondern um Verletzungen mit langwierigem Heilungsprozess.

Trainer Dirk Schuster muss verstärkt improvisieren. Seine größte Herausforderung dürfte bis zum Heimspiel gegen Schalke 04 am kommenden Samstag darin bestehen, eine schlagkräftige Formation zu ermitteln. Am Freitag übte nur ein Häufchen Profis nahe der Arena, weil die Nationalspieler für ihr Land im Einsatz sind, vor allem aber, weil Spieler verletzt sind.

Verletzungen sind beim FCA nichts Außergewöhnliches mehr

Schuster bedauert selbstredend den Ausfall Gouweleeuws. Er sagt einen Satz, den er so schon über Caiuby, Dominik Kohr und Raúl Bobadilla geäußert haben dürfte. „Die Verletzung ist extrem bitter für ihn und uns, weil er neben unseren bisherigen Langzeitverletzten sehr lange ausfallen wird.“ Dass diese Worte routiniert und abgeklärt klingen, sagt viel über die derzeitige Situation beim FCA aus: Die Nachricht eines verletzten Spielers ist traurige Normalität geworden.

Weil Manager Stefan Reuter ausschließt, auf die Verletztenmisere mit Neuverpflichtungen zu reagieren – bei vertragslosen Spielern wäre das problemlos möglich –, muss Trainer Schuster einmal mehr Lösungen aus dem bestehenden Kader präsentieren. Das Kollektiv soll die Ausfälle kompensieren. Kapitän Verhaegh müht sich, Optimismus auszustrahlen. Meint, es gehe schließlich weiter. „Nächste Woche steht ein Spiel an und wir müssen das mit dem Kader bestreiten, der fit ist“, sagt er fast trotzig.

Jetzt bekommen die Reservisten ihre Chance

Einmal mehr werden Spieler eine Chance bekommen, denen bei vollständigem Kader keine tragende Rolle zugedacht war. Zuletzt rückten Dong-Won Ji und Gojko Kacar in den Vordergrund. Ji blühte auf und zeigte ansteigende Form, nachdem er beim FCA lange nicht mehr an seine Leistungsgrenze gelangte. Inzwischen tritt er auf dem Platz selbstbewusster auf, hat Vertrauen zurückgewonnen und erzielte Treffer für Augsburg und die südkoreanische Nationalmannschaft. Kacar hat seinen Platz im defensiven Mittelfeld gefunden, ersetzt dort den robusten Abräumer Kohr.

Mit der Verpflichtung Martin Hintereggers, unmittelbar vor Ende der Transferperiode, wähnte FCA-Manager Reuter die Baustelle in der Innenverteidigung geschlossen. Durch Gouweleeuws Abwesenheit wird sie erneut aufgerissen. Mit dem jüngsten Qualitätsverlust wird Trainer Schuster zurechtkommen müssen. Er muss nun Spielern vertrauen, denen in seinen Überlegungen ergänzende Funktion zukam.

Denkbar sind zwei Szenarien: Der Serbe Kacar rückt zurück in das Abwehrzentrum und bearbeitet ein Feld, das er aus den Vorbereitungsspielen kennt; Schuster müsste dann einen Kandidaten fürs defensive Mittelfeld finden, etwa Markus Feulner. Oder aber Christoph Janker nimmt Gouweleeuws Platz ein – und Kacar verweilt weiter im defensiven Mittelfeld.

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Foto: Stefan Puchner (dpa)
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