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Nach Lungen-OP

13.10.2020

FCA-Trainer Herrlich ist zurück – und soll nicht so laut brüllen

Augsburgs Trainer Heiko Herrlich steht wieder auf dem Trainingsplatz.
Bild: Kai Pfaffenbach, Reuters/dpa (Archiv)

Plus Nach einer Lungen-OP arbeitet der Trainer des Fußball-Bundesligsten wieder mit der Mannschaft. Er erzählt, wie er die Tage im Krankenhaus erlebte.

Heiko Herrlich klingt entspannt. Dem Trainer des FC Augsburg geht es wieder merklich gut. Nach seiner Lungenkrankheit hat der 48-Jährige am Montag das Klinikum in Augsburg verlassen, am Nachmittag stand er schon wieder auf dem Trainingsplatz. Auch am Dienstag leitete er das Training des Fußball-Bundesligisten. Eineinhalb Wochen hatte Herrlich gefehlt. „Ich bin froh, wieder da zu sein“, sagt der Trainer.

Am Samstag (15.30 Uhr) kann Herrlich nach Absprache mit den Ärzten wieder im Topspiel gegen RB Leipzig an der Seitenlinie stehen. „Ich soll schauen, dass ich nicht zu häufig reinschreie“, erzählt der Trainer, „aber das musste ich zuletzt ja eh nicht. Und wenn mir die Luft ausgeht, habe ich sehr gute Co-Trainer, die mit helfen können.“ Das Team um Iraklis Metaxas hatte Herrlich im Training ebenso wie beim 0:0 in Wolfsburg vertreten. Und das sehr zufriedenstellend. Herrlich hatte die Partie vor dem Fernseher miterlebt. „Das war schon ein komisches Gefühl. Gegen Wolfsburg hatte ich das ja schon einmal aus einem anderen Grund erlebt. Man würde gerne mal etwas reinrufen, es ist schon aufregend“, sagt Herrlich, der mit dem Punkt zufrieden war. „Es war eine gute Leistung vom Team“, sagt er. Mit sieben Punkten aus drei Partien sind die Augsburger momentan Tabellenzweiter.

Besuch von Zeugwarten und Geschäftsführer des FC Augsburg

Heiko Herrlich hatte im Krankenhaus Besuch vom Verein bekommen. Zwei Zeugwarte waren da, um ihn mit den nötigsten Dingen zu versorgen, und der kaufmännische Geschäftsführer Michael Ströll. Damit waren die drei Besucherslots, die jedem Patienten zur Verfügung stehen, bereits gefüllt. „Das war auch in Ordnung. Ich war ja im Krankenhaus, um mich zu erholen“, sagt Herrlich. Jeden Tag brach unternahm er längere Spaziergänge rund um die Klinik. Mit seinen Co-Trainern oder Manager Stefan Reuter stand er zudem im regelmäßigen telefonischen Austausch.

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Soll seine Lunge schonen: FCA-Trainer Heiko Herrlich kehrt im Spitzenspiel gegen RB Leipzig auf den Trainerstuhl zurück.
Bild: Ulrich Wagner

Aber wie kam es eigentlich zum Pneumothorax, also zu einer Luftansammlung zwischen Lunge und Brustwand? Herrlich schilderte noch einmal seine Erlebnisse. Von seiner frühzeitigen Rückkehr nach Augsburg nach einem freien Tag, weil er Erkältungssymptome hatte. Von der Nacht auf Freitag, in der er husten musste, was ein Auslöser des Pneumothorax gewesen sein könnte. Ganz klar aber ist das nicht. Klar ist nur, dass Herrlich exakt in den Typus passt, der diese Krankheit häufiger erleidet. Junge bis mittelalte, große, schlanke Männer. Ähnlich wie auch FCA-Kapitän Jeffrey Gouweleew, den die Krankheit 2016 getroffen hatte.

FCA-Trainer Herrlich lässt sich auf Corona testen

Herrlich ließ nach seiner Rückkehr nach Augsburg vorsichtshalber einen Corona-Test bei Mannschaftsarzt Andreas Weigel machen, ging aber selbst davon aus, dass er nur erkältet sei. Probleme mit den Bronchien, weil es in der Brust leicht stach. Seine Sauerstoffsättigung lag bei der weiteren Untersuchung bei 97 Prozent, im idealen Bereich also. Beim Abhören aber war es auf der einen Lungenseite still. Weigel veranlasste ein CT, woraufhin er den Trainer mit dem Taxi ins Krankenhaus schickte. Die genau richtige Entscheidung. Es stellte sich heraus, dass „die eine Lunge nicht mehr da war“, so Herrlich. Es herrschte Unterdruck. Er bekam einen Stich durch die Rippen und spürte sofort, dass die Lunge wieder aufging. „Der andere Flügel hatte aber viel kompensiert“, sagt der FCA-Trainer.

Er entschied sich für eine Operation, da ohne Eingriff ein Risiko von 30 Prozent bestand, dass die Krankheit wieder zurückkehrt. Ihm wurden zwei Schläuche im Bereich der Rippen eingeführt. Um den Unterdruck abzubauen und um Flüssigkeiten aufzunehmen. Als am Montag der letzte Schlauch entfernt wurde, stand der Entlassung nichts mehr im Weg. Erst recht nicht, als ein Kontroll-Röntgenbild die richtigen Ergebnisse zeigte.

Im Krankenhaus fühlte sich Herrlich von Anfang an gut aufgehoben. „Es wurde sich sehr gut um mich gekümmert, das war sehr professionell“, sagt der FCA-Trainer. Er habe auch nie das Gefühl gehabt, an einer schlimmen Krankheit zu leiden. „Die Ärzte haben mit gleich gesagt, dass daran in Deutschland oder Europa keiner stirbt“, sagt Herrlich. Und gelernt hat Herrlich auch noch etwas im Krankenhaus: „Man soll nicht auf dem Rücken liegend husten, sondern immer in einer aufrechten Position.“

Hören Sie sich dazu auch unseren Podcast mit Florian Niederlechner von September an:

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