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FC Augsburg

27.11.2020

Florian Niederlechner hofft auf Premierentor gegen den SC Freiburg

Gegen seinen ehemaligen Verein SC Freiburg will Florian Niederlechner endlich seinen ersten Saisontreffer für den FC Augsburg erzielen.
Foto: Klaus Rainer Krieger

In der vergangenen Runde war der Angreifer des FC Augsburg bester Torschütze, in der laufenden Saison ist er ohne Treffer. Warum der Trainer an ihm festhält.

Trainer Heiko Herrlich muss schmunzeln. Neben ihm sitzt Florian Niederlechner, einer seiner Spieler. Der Fußballprofi des FC Augsburg blickt kurz zu Herrlich, als er davon erzählt, wie sinngebend Treffer für einen Stürmer seien. „Tore sind mit Abstand das Wichtigste“, betont Niederlechner. Sein Trainer würde das wissen, schließlich wäre dieser selbst Stürmer gewesen, schiebt Niederlechner noch hinterher.

Herrlichs Schmunzeln begründet sich vor allem in einem Satz, den Niederlechner folgen lässt. „Ich hoffe, dass der Knoten platzt. Dann glaube ich auch an die berühmte Ketchup-Flasche: Wenn dann mal was rauskommt, dann kommt’s richtig raus.“

Dass Niederlechner vor dem Heimspiel gegen den SC Freiburg (Samstag, 15.30 Uhr/Sky) über die Bedeutung des Tore-Schießens philosophiert, hat mit seiner persönlichen Situation zu tun. In der laufenden Bundesligarunde wartet er weiterhin auf seinen ersten Treffer. Zum Vergleich: In der vergangenen Spielzeit hatte der 30-Jährige zum gleichen Zeitpunkt bereits viermal das Runde ins Eckige befördert.

FC Augsburg: Florian Niederlechner ärgert sich über torlose Zeit

Jede Position auf dem Feld hat ihr Anforderungsprofil. Verteidiger werden in erster Linie aufgestellt, um Tore zu verhindern, Stürmer, um Gegenteiliges zu bewerkstelligen. Treffen Angreifer nicht, haben sie ihren Auftrag nicht zur allgemeinen, vor allem aber nicht zur eigenen Zufriedenheit erfüllt.

Nun gilt Niederlechner gemeinhin nicht als miesepetriger Zeitgenosse, er vermittelt einen lebensfrohen Eindruck, dennoch ärgert er sich über seine aktuelle Flaute maßlos. „Es wurmt mich, ganz klar. Ich bin ein zielstrebiger Spieler, der Erfolg haben will. Ich will auf alle Fälle eines machen, da brauchen wir nicht drumherum zu reden.“

Augsburgs Trainer Heiko Herrlich stärkt Angreifer Florian Niederlechner in seinem Tun.
Foto: Ulrich Wagner

Herrlich lauscht den Worten seines Torlos-Stürmers. Ihm ist klar, dass sich Niederlechner derzeit reichlich Gedanken macht. Herrlich ist vom Fach, war sogar ein Meister darin. Vor 25 Jahren sicherte er sich gemeinsam mit Mario Basler (beide 20 Treffer) die Torjägerkanone in der Bundesliga. So sehr Stürmer betonen mögen, der Mannschaftserfolg stehe über allem, so haftet an einem Spiel ohne eigenen Treffer doch etwas Unvollendetes.

Heiko Herrlich und Florian Niederlechner kennen sich schon lange

Herrlich hat Niederlechner einst vom Amateur- zum Profifußballer befördert, als er ihn zur SpVgg Unterhaching holte. Sie kennen sich seit langem. Außerdem sind Herrlich als ehemaligen Stürmer Phasen ohne Torerfolg nicht fremd. Für Niederlechner hat er ein paar Ratschläge parat. Einer davon: Sein Spieler solle sich auf die einfachen Dinge konzentrieren, solle keine „Überdinge“ von sich erwarten. Ein anderer: sich noch mehr in den Dienst der Mannschaft stellen.

Wobei dies Niederlechner nur schwerlich gelingen dürfte. Schon jetzt reicht der 30-Jährige bezüglich seiner Arbeitsauffasung und mannschaftsdienlichen Spielweise nahe an die hundert Prozent heran. Das ist ein Grund, warum Herrlich weiterhin auf seinen Angreifer zählt und ihn gegen Freiburg erneut in der Anfangsformation aufbieten wird. „Seine Leistung darf man nicht nur von Toren abhängig machen“, betont Herrlich. „Man muss das im Kontext sehen.“ Niederlechner reibt sich an vorderster Front auf, attackiert gegnerische Abwehrspieler, erzeugt Stresssituationen, die zu Ballverlusten führen. Gegen Freiburg wird das wieder zu beobachten sein.

FCA-Trainer Heiko Herrlich: "Bin fest überzeugt, dass der Flo bald sein erstes Tor macht"

Zudem wird es Niederlechner nicht an Motivation mangeln. Einerseits will er endlich seinen ersten Saisontreffer erzielen, andererseits trifft er auf seinen ehemaligen Klub, bei dem er sich als Erstligaspieler etablierte. Wie Freiburgs kultiger Trainer Christian Streich auf die jüngste Niederlagenserie reagiert haben wird, kann sich sein ehemaliger Schützling ausmalen. „Er weiß ganz genau, wie er die Mannschaft packen muss. Darum müssen wir höllisch aufpassen und dürfen sie nicht auf die leichte Schulter nehmen“, meint Niederlechner.

Gegen Freiburg geht der FCA als Favorit in die Partie. Daran ändert auch Herrlichs Aussage nichts, dass der Tabellenplatz (14./6 Punkte) nicht dem Kader und dem Leistungsvermögen der Gäste entspreche. Dem FCA bietet sich nach Spielen gegen Spitzenklubs in den Wochen vor Weihnachten die Gelegenheit, sich in der oberen Tabellenhälfte festzusetzen. Begegnungen mit Freiburg, Hoffenheim, Schalke, Bielefeld und Frankfurt stehen an.

Ein Erfolgsfaktor könnte ein treffsicherer Niederlechner sein. Herrlich spricht ihm Mut zu. „Von mir hat er das Vertrauen. Ich bin fest davon überzeugt, dass der Flo bald sein erstes Tor macht. Im Training knipst er die eiskalt.“

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