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FC Augsburg

12.01.2019

"Sehr schwieriges Jahr": André Hahn spricht über den Tod seines Vaters

Der Offensivspieler spricht im Interview auch über den Verlust seines Vaters.
Bild: Klaus Rainer Krieger

Plus André Hahn spielte eine mäßige Hinrunde für den FC Augsburg. Grund dafür war auch der Tod seines Vaters. Nun aber will der Rückkehrer wieder voll loslegen.

Wie wichtig war dieses Trainingslager in Spanien als Vorbereitung auf den Abstiegskampf. Sie waren ja vor einem Jahr mit dem Hamburger SV in einer ähnlichen Situation…

André Hahn: Das kann man nicht vergleichen. Diese Woche hat uns sehr gut getan, weil wir es gebraucht haben, uns alle auf den Fußball, aber auch auf uns als Team zu fokussieren. Wir werden mit neuer Stärke in die Rückrunde gehen.

Warum werden Sie, anders als mit dem HSV, mit dem FCA nicht absteigen?

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Hahn: Weil wir eine enorme Qualität und einen sehr guten Zusammenhalt haben. Der Verein bewahrt immer Ruhe und das sind sehr entscheidende Faktoren, wenn man unten drin steckt.

Kann man dann im Umkehrschluss sagen, dass diese Faktoren beim HSV gefehlt haben?

Hahn: Da waren die Umstände ganz anders. Verein, Team, Presse, Wahrnehmung in der Öffentlichkeit und bei den Fans kann man nicht vergleichen. Hier in Augsburg lässt man sich einfach nicht unter Druck setzen und man kann sich auf das fokussieren, was wichtig ist: dass wir mehr Punkte in der Rückrunde holen, um unten raus zu kommen.

Der Trainer hat in diesen Tagen auch die Mannschaft öffentlich in die Verantwortung genommen, in dem er auf Missstände auf und neben dem Platz hingewiesen hat. Sie haben in Gladbach und Hamburg viel Erfahrung gesammelt, wie sehen Sie das?

Hahn: Ich finde es gut, dass der Trainer Tacheles redet. Es müssen alle wach werden. Jedem muss bewusst sein, um was es hier geht. Es geht um die Bundesliga, es geht um den Verein, es geht um uns und unsere Familien. Darum müssen im Privatleben auch Sachen zurückgestellt werden, um 100 Prozent Leistung auf dem Platz zu bringen. Es geht um so viel in dieser Situation, dass wir einfach nicht absteigen dürfen und es auch nicht werden.

Trainer Manuel Baum ist distanzierter

Bisher hat man solche Kritik beim FCA immer intern geäußert. Jetzt geht man nach außen. Sind sie überrascht?

Hahn: Diese Sachen wurden vorher intern besprochen und das ist genau der Weg, den der FCA geht. Es wird vorher alles intern geklärt und dann kann man es auch öffentlich äußern. Ich finde es richtig, dass der Trainer auch uns Spieler in die Pflicht nimmt und so den Druck verteilt. Es waren viele kleine Mosaiksteine, die in der Vorrunde nicht zusammen gepasst haben. Die müssen wir jetzt zusammen sammeln und wieder zu einem Bild zusammenfügen.

Der Trainer hat schon nach dem Wolfsburg-Spiel angekündigt, man wird in der Rückrunde einen anderen FCA sehen und jetzt hat er auch erklärt, er werde sich weiter entwickeln und ändern. Merkt man davon als Spieler etwas?

Hahn: Er ist einen Tick weit distanzierter und strenger geworden. Er geht aber immer noch sehr gut mit uns um. Ich denke, es lernt jeder in solchen Situationen dazu. Wir und der Trainer. Es ist der richtige Weg, nicht einzelne Spieler an den Pranger zu stellen, sondern die ganze Mannschaft mitzunehmen.

Wie fällt ihre persönliche Vorrundenbilanz aus?

Hahn: Ein Tor und drei Vorlagen sind zu wenig und ich habe auch ein paar Spiele verpasst. Es ist viel passiert im Jahr 2018, womit ich jetzt im Winter aber sehr gut abschließen konnte.

André Hahn hat sich für die Rückrunde viel vorgenommen.
Bild: Klaus Rainer Krieger

André Hahn will mit neuer Kraft durchstarten

Im November waren Sie bei den Spielen gegen Hoffenheim und Frankfurt nicht im Kader. Gegen Stuttgart saßen Sie auf der Bank. Warum?

Hahn: Es hatte familiäre Gründe. Mein Vater war schwer krank und ist im November leider von uns gegangen. Damit hatte ich sehr zu kämpfen, weil wir ein sehr intensives Verhältnis hatten. Ich wusste schon seit dem Sommertrainingslager, seitdem ich nach Augsburg zurückgekehrt war, dass dieser Tag kommen würde. Es war nur eine Frage der Zeit, keiner wusste aber, wann es passieren würde. Deswegen war das Jahr 2018 sehr schwierig für mich. Ich bin mit dem HSV abgestiegen, dann die Hiobsbotschaft über die Gesundheit meines Vaters, dann auch noch die Tatsache, dass es wirklich so gekommen ist, wie es die Ärzte vorhergesagt haben. Ich habe versucht, es mir nicht anmerken zu lassen, wollte professionell sein, wollte weiter machen. Wie hat Alfred Finnbogason gesagt: Man kann den Körper nicht belügen. Es beschäftigt einen, es arbeitet in einem, das ist einfach so. Ich konnte aber jetzt im Winter neue Kraft sammeln, um jetzt durchzustarten.

Was für einen FCA wird man gegen Fortuna Düsseldorf sehen?

Hahn: Was ich versprechen kann, dass die Fans eine Mannschaft sehen wird, die sehr viel Einsatz zeigen wird, die rennen wird ohne Ende, die Zweikämpfe annehmen wird. Wir werden wieder der alte FCA. Sie werden wieder merken, dass es sehr sehr eklig ist in Augsburg zu spielen.

Was wird man für einen Andre Hahn sehen?

Hahn: Einen, der diese Tugenden vorleben wird.

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Bild: Klaus Rainer Krieger
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