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FC Augsburg

04.11.2017

Stefan Reuter ärgert sich über ein strittiges Handspiel

FCA-Manager Stefan Reuter hadert mit dem Videobeweis und Schiedsrichter Christian Dingert beim Spiel FC Augsburg gegen Leverkusen.
Bild: Michael Weber/imago

Wieder einmal sorgt der Videoassistent für Aufregung. In der Begegnung zwischen Augsburg und Leverkusen steht eine Elfmetersituation im Mittelpunkt.

Letztlich sind sich Leverkusens Trainer Heiko Herrlich und Augsburgs Pendant Manuel Baum einig: Die Punkteteilung empfinden die beiden Verantwortlichen als gerecht. 1:1 (0:0) hatten sich die Fußballbundesligisten getrennt, nachdem Leverkusens Kevin Volland (47.) und Augsburgs Kevin Danso (49.) getroffen hatten. Doch die Partie endete nicht unbedingt schiedlich friedlich, wie es das Ergebnis vermuten lässt. Einerseits führten die Profis auf dem Rasen rassige Zweikämpfe und beharkten sich mit reichlich Einsatz. Andererseits sorgte Schiedsrichter Christian Dingert mit einer Entscheidung in der ersten Hälfte für Unmut auf Augsburger Seite.

Für Stefan Reuter ist die Situation eindeutig

In der 40. Spielminute segelte der Ball in hohem Bogen durch den Strafraum, als er der Schwerkraft nachgab, berührte ihn der Leverkusener Panagiotis Retsos mit der Hand. Für Stefan Reuter, den Geschäftsführer Sport des FC Augsburg, ist diese Situation eindeutig, er forderte sofort einen Handelfmeter. „Deutlicher kann man den Ball nicht mit der Hand spielen“, sagt er nach dem Studium der Fernsehbilder. „Der Schiedsrichter zeigt auf den Punkt, also gibt er den Elfmeter“, erklärt Reuter seine Sicht der Dinge im Medienbereich der Augsburger Arena. Es gebe daher keinen Grund, dass sich der Videoschiedsrichter einschalte, meint Reuter. Für ihn war klar, dass der Schiedsrichter auf den Punkt gezeigt habe.

Schiedsrichter Dingert widerspricht

Dem widerspricht Dingert, als er im Nachgang der Begegnung Fragen der Medienvertreter beantwortet. Er habe nicht auf den Elfmeterpunkt gezeigt, sondern auf Abstoß entschieden. Dingert begründet: „Für mich war das ein unabsichtliches Handspiel. Der Ball fällt dem Leverkusener Spieler von oben auf die Hand. Ich zeige Abstoß an und es gab keinen Pfiff.“ Dingert führt weiter aus, dass es sich um keinen Videobeweis gehandelt habe. Er habe keinen Bildschirm angedeutet, um den Videobeweis zu symbolisieren. Dingert erklärt lediglich, er habe über Funk Kontakt mit Videoassistent Tobias Welz in Köln gehabt, dieser habe ihn in seiner Beurteilung der Handsituation bestätigt.

Der FCA holt beim Spiel gegen Bayer Leverkusen einen Punkt. Das entscheidende Tor machte Innenverteidiger Kevin Danso: Er köpft den Ball zum 1:1 ins Tor.
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FCA spielt 1:1 gegen Leverkusen: Die Bilder zum Spiel
Bild: Stefan Puchner

Die FCA-Spieler zeigen Verständnis für die Entscheidung

Nicht ganz so eindeutig wie sein Chef Reuter beurteilt Michael Gregoritsch später die Situation. Der Augsburger Offensivspieler meint zwar, Leverkusen hätte sich nicht über einen Strafstoß beschweren dürfen. Sagt aber auch: „Ich glaube, das ist kein hundertprozentiger Elfmeter.“ Gregoritsch und sein Mitspieler Rani Khedira bestätigen die Version Dingerts. Die Spieler konnten die Abstoßentscheidung auf dem Platz nachvollziehen, sie hatten Dingerts Zeichen so gedeutet. Gregoritsch dachte allerdings, als er den Funkkontakt zwischen Dingert und Welz mitbekommen hatte, nun würde es Elfmeter geben. „Ich war mir absolut sicher“, betont Gregoritsch.

Reuter fordert "internationale Schiedsrichter"

Augsburgs Reuter plädiert weiterhin für den Videobeweis, weil er glaubt, klare Fehlentscheidungen würden minimiert. Er sei es allerdings leid, sich Woche für Woche damit auseinandersetzen zu müssen. „Nahezu alle sind dafür, aber nahezu alle sind unzufrieden. Es gibt Redebedarf.“  Der 51-Jährige will zeitnah Lösungen, bringt sogar internationale Schiedsrichter ins Spiel, die in der Bundesliga als Videoassistenten eingesetzt werden könnten. „Wir müssen das in einer großen Runde besprechen“, sagt Reuter. Man müsse zwingend darüber diskutieren, wer die Bilder analysiert.

Manuel Baum: "Hand ist Hand"

Augsburgs Trainer Manuel Baum hat die Szene mit dem Handspiel am Spielfeldrand so gesehen: Der Schiedsrichter zeigte auf den Punkt, wollte Elfmeter geben und nahm diesen nach Rücksprache zurück. Dass Dingert auf Abstoß entschieden hatte und vom Videoassistenten bestätigt worden war, hatte Baum so nicht wahrgenommen. Baum beschäftigte sich nach der Begegnung weniger mit dem großen Ganzen, dem Videobeweis an sich. Er arbeitete sich nach der Partie am Handspiel ab, daran, ob dieses nun absichtlich oder unabsichtlich war. „Vielleicht sollte man im Fußball einfach mal sagen: Hand ist Hand.“

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Die Diskussion ist geschlossen.

06.11.2017

Mit dem "Video-Beweis" wird noch mehr diskutiert als ohne "Kölner Keller". Typisch für unser gesamtes System; wir sitzen derzeitig im "Turm zu Babel".

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05.11.2017

Also schaut man sich die TV Bilder an da ist ganz klar zu sehen das durch die berührung die Richtung vom Ball geändert wurde. Hätte der Spieler den Ball nicht mit der Hand berührt häte der Augsburger Spieler den Ball besser getroffen Also ich war im Stadion nicht weit davon entfernt und die Aussage vom Schiedsrichter stimmt nicht

Er hat gepfiffen un auf den Punkt gezeigt ausser er hat nicht mehr gewusst was der Elfmeterpunkt und Abstosspunkt ist grins. Tausende im Stadion haben auch gesehen wie der Schiedsricher auf Elfmeter entschieden hat. Auf dauer wird das noch schimmer mit dem Video Beweis zum heutigen Zeitpunkjt ist es jetzt schon Chaos pur und man muss sich schnell zusammen setzen und eine Lösung finden oder diesen Video Beweis wieder abschaffen

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05.11.2017

Der Ball ist von oben auf die Hand gefallen. Natürlich ändert sich dadurch die Flugrichtung. Das ist aber doch kein Kriterium für ein absichtliches Handspiel wie für eine absichtliche Vergrößerung der Körperfläche.

Das mit dem Abstoß glaube ich auch eher nicht. Ich war am Bildschirm auch der Meinung, er pfeift Strafstoß. Kann natürlich vom Kommentator beeinflusst gewesen sein.

So groß ist der Unterschied zwischen Abstoß und Elfmeter abe auch nicht. Hat doch schon öter mal Irritationen gegeben.

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05.11.2017

Also wenn Reuter sagt, dass man den Ball nicht deutlicher mit der Hand spielen kann, dann braucht er gar nicht zu einer von ihm gewünschten Diskussionsrunde fahren, denn dann nimmt ihn niemand ernst - kann ihn keiner ernst nehmen. Gespielt nämlich hat Retsos den Ball auf gar keinen Fall. Er fiel ihm auf die Hand, ohne dass er sah woher er kam. Und wenn schon die eigenen Spieler unterschiedlicher Meinung sind über die Aktion, würde ich mich an seiner Stelle nicht so weit aus dem Fenster lehnen.

In Frage kommt als Strafstoßtatbestand also die ominöse Regelung der Vergrößerung der Körperfläche. Und da täte man sehr gut daran, wieder auf ein vernünftiges Maß zurückzukommen. Spieler, die inzwischen mit den Händen auf dem Rücken durch den Strafraum laufen sind doch des Sports unwürdig, oder? Man bewegt üblicherweise wenn man läuft, springt, grätscht auch die Arme mit. Maßgabe muss bleiben, ob der Arm dort wo er ist aus einer natürlichen dem Fußballsport angemessenen Bewegung ist oder ob er dorthin gestreckt wurde, um eine Einschussmöglichkeit zu verkleinern. Diese Entscheidung wird getroffen werden müssen, jedes Mal, wenn es zu so einer Situation kommt und sie wird regelmäßig umstritten sein, weil die verteidigende Mannschaft das anders sehen wird als die angreifende. Nur dass die angreifende dieselbe Situation in ihrem eigenen Strafraum natürlich bittschön nicht als Vergrößerung der Körperfläche gewertet haben möchte.

Dennoch wäre die Baumsche Anregung des Hand ist Hand, wie hier auch schon ausgeführt wurde, eine Katastrophe. Der Versuch, Elfmeter zu schinden, ließe nicht lange auf sich warten und müsste demnach wieder als grobe Unsportlichkeit geahndet werden.

Die ursprüngliche Regelung, dass eine angeschossene Hand nicht zum Elfmeter führt, war gut und richtig, bis sie von Spielern pervertiert wurde, die diese eben nicht feldspielergemäß natürlich bewegten, sondern den Ball in Torwartmanier abblockten. Dem musste man entgegentreten. Inzwischen wird die neue Regel wieder ad absurdum geführt. Wo will man eigentlich hin? Bitte nicht zum Hand ist Hand.

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04.11.2017

Die Aussage des Schiedsrichters nach dem Spiel, er habe sowieso auf Abstoß entscheiden wollen zeigt, daß man es hier als Zuschauer anscheinend nur noch mit Witzfiguren zu tun hat.

Als Hecking mit Gladbach in Augsburg vom Videomann profitiert hat, bat er um Geduld. Es sei alles noch in der Enwicklungsphase. Heute war der 11. Spieltag. Man hat das Gefühl, es wird jede Woche noch schlimmer. Schaltet eure Bildschirme am besten wieder ab. Gerechter wird hier gar nichts.

Im Gegenteil. Jetzt sind noch mehr Tomatenschiris im Umlauf.

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04.11.2017

Anmerkung zu Manuel Baum:

Nichts wäre schlimmer als "Hand ist Hand"

3 Monate später hat man dann Spezialisten, die nur noch die Hand der Verteidiger anvisieren und pro

Spiel wären dann 10 Handelfmeter die Regel. Ähnlich der Strafeckenegelung im Hockey. Das würde den Fussball noch mehr kaputt machen.

Eine maximal gleiche Auslegung durch die Schiedsrichter - das wäre m.E. die sinnvollste Lösung.

.

Kleine Anmerkung zum heutigen Handereignis.

Unabhängig ob er wie Reuter es sah pfiff und auf den Punkt zeigte oder nach Gregoritsch, der die Abstossentscheidung wahrnahm- losgelöst davon, das war Handspiel im Srafraum und damit Strafstoss.

Absicht oder nicht ist allein keine Regelgrösse, die Vergrösserung der Körperfläche - bei ausgestrecktem Arm ein Fakt - aber schon.

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04.11.2017

Alles Unsinn. Wieder zurück zum Schiedsrichter(gespann) als alleinuger Herr auf dem Platz.

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04.11.2017

Ist doch praktisch. Mit dem Videobeweis ist der Schiri fein raus und der Trottel im stillen Kämmerlein ist keinen Unmutsäußerungen ausgesetzt. Wer war denn heute der Blinde am Bildschirm überhaupt?

Noch ein Blinder. Der Sky-Reporter hat vorher ein Schieben von Gregoritsch gesehen und dies beim Männerfußball........

Was soll man da noch glauben?

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