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FC Augsburg

18.10.2020

Verdiente Niederlage: Die Lehren aus dem Spitzenspiel gegen Leipzig

Entscheidung im Spitzenspiel: die Augsburger Felix Uduokhai, Carlos Gruezo und Florian Niederlechner (von links) nach dem zweiten Leipziger Treffer.
Bild: Ulrich Wagner

Plus RB Leipzig zeigt dem FC Augsburg auf, wozu er fähig ist – und wozu nicht. Bei der 0:2-Niederlage gerät der praktizierte Außenseiterfußball an seine Grenzen.

Als Pep Guardiola den FC Bayern trainierte, trieb der Spanier Ballbesitzfußball auf die Spitze. Das Positionsspiel der Münchner war erdrückend, minutenlang passten sie sich das Bällchen zu, ohne dass ein Gegenspieler Gelegenheit bekommen hätte, mit einer Grätsche dem Treiben ein Ende zu setzen.

Die Profis von RB Leipzig trugen am Samstagnachmittag nicht nur Bayern-rote Trikots, ihre Spielweise erinnerte an das guardiolasche Zirkulieren. Den Profis des FC Augsburg war im Spitzenspiel des vierten Bundesligaspieltags nicht abzusprechen, dass sie engagiert und motiviert zu Werke gingen. Zweikämpfe zu führen, gestaltete sich aber mitunter schwierig, weil der Ball längst wieder den Fuß des Gegenspielers verlassen hatte. In einem einzigen Satz fasste Augsburgs Torhüter Rafal Gikiewicz die Kräfteverhältnisse zusammen, die zu einer 0:2 (0:1)- Niederlage führten. „Leipzig kann besseren Fußball spielen. Das müssen wir so akzeptieren“, sagte er.

Der FC Augsburg hat ganz andere Saisonziele als Leipzig

Die Begegnung nahm einen erwartbaren Verlauf. Auch wenn tabellarisch der Erste auf den Zweiten traf, beide Mannschaften hatten sieben Punkte in drei Partien geholt, so waren die Voraussetzungen höchst unterschiedlich. Leipzig zählt zu Europas Elite, stand in der vergangenen Saison im Halbfinale der Champions League und hegt in der Liga hohe Ambitionen; Augsburg hingegen ringt nach einer mängelbehafteten Rückrunde um Stabilität und strebt nach einer Spielzeit ohne Abstiegssorgen.

Mit entsprechender Taktik hatte FCA-Trainer Heiko Herrlich, der erstmals nach seiner Lungenoperation auf dem Trainerstuhl saß, seine Mannschaft aufs Feld geschickt. Augsburg schloss frühzeitig seine Reihen, stand kompakt und wollte in Form von Balleroberung und Gegenangriff offensiv tätig werden. Gegen Dortmund war dieser Plan aufgegangen, gegen Leipzig scheiterte er. Unter anderem, weil die Leipziger großes Interesse daran hatten, verlorene Bälle umgehend zurückzugewinnen.

Rafal Gikiewicz zeigt im Tor des FC Augsburg bislang starke Leistungen.
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Bild: Tim Groothuis, Witters

Herrlich beeindruckte das Abwehrverhalten des Gegners sichtlich. „Leipzig hat das beste Gegenpressing der Liga. Es ist uns nicht gelungen, uns daraus zu befreien.“ Es klang beinahe wie eine Rechtfertigung, als Herrlich die Leipziger Leistung lobte. „Wir haben gegen eine Topmannschaft gespielt, die immer Lösungen hat.“ Mit seiner Mannschaft wollte der 48-Jährige daher nicht allzu hart ins Gericht gehen. „Wir müssen uns für die Leistung nicht schämen“, meinte er.

Dem FC Augsburg fehlte die Unterstützung der Zuschauer

Dass der verdiente Sieger den Rasen verlassen hatte, dazu gab es keine zwei Meinungen. Letztlich war der FCA mit den Gegentreffern von Angelino (44.) und Yussuf Poulsen (66.) glimpflich davongekommen, in der Offensive mangelte es ohne den unter der Woche angeschlagenen Florian Niederlechner, der später eingewechselt wurde, und Alfred Finnbogason, der wegen einer Muskelverletzung bis zu sechs Wochen ausfallen wird, an Durchschlagskraft. Der Außenseiterfußball des FC Augsburg, basierend auf Balleroberung und schnellen Gegenangriffen, geriet an seine Grenzen.

Zudem fehlte die Unterstützung von den Rängen, die qualitative Unterschiede kleiner erscheinen lassen kann. In der entscheidenden Phase gegen Dortmund halfen 6000 lautstarke Anhänger, diesmal hatte das Gesundheitsamt der Stadt wegen hoher Corona-Infektionszahlen Zuschauer in der Arena untersagt. „Da wurde dann halt jeder Meter mehr und jede Balleroberung gefeiert. Das setzt natürlich Kräfte frei“, schilderte Herrlich und fügte hinzu: „Das hat uns heute gegen einen übermächtigen Gegner gefehlt.“

An dieser Situation wird sich im nächsten Spiel nichts ändern. Unabhängig von der aktuellen Corona-Lage sind in einer Woche beim Montagsspiel in Leverkusen keine Auswärtsfans erlaubt.

Lesen Sie zum FC Augsburg auch: Einzelkritik: In der Offensive kommt vom FCA zu wenig

Wir haben FCA-Stürmer Florian Niederlechner getroffen – und mit ihm über die Bundesliga-Saison gesprochen. Hier können Sie sich die Podcast-Folge anhören:

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