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Kommentar: Nach dem Maaßen-Aus steht der FCA unter Zugzwang

Kommentar

Nach dem Maaßen-Aus steht der FCA unter Zugzwang

Johannes Graf
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    Enrico Maaßen (rechts) wird nach seiner Entlassung nicht mehr neben Sportdirektor Marinko Jurendic sitzen. Nun sucht der FC Augsburg einen Nachfolger.
    Enrico Maaßen (rechts) wird nach seiner Entlassung nicht mehr neben Sportdirektor Marinko Jurendic sitzen. Nun sucht der FC Augsburg einen Nachfolger. Foto: Daniel Löb, dpa

    In seinem bisher bittersten Moment bewahrte Enrico Maaßen Haltung. Nach der Niederlage gegen Darmstadt 98 war unausweichlich, dass sich der FC Augsburg von seinem Trainer trennt. Maaßen wusste das, als er seine letzte Pressekonferenz in Augsburg miterlebte. Zu wenig Punkte hatte seine Mannschaft unter seiner Regie geholt, sich kaum weiterentwickelt. Den 39-Jährigen allein trifft allerdings nicht die Schuld am stetigen Abwärtstrend. Maaßen war mit der Situation überfordert. Doch die Verantwortlichen haben gehörigen Anteil an dieser Situation, weil sie Maaßen dort hineinmanövriert haben. 

    Sie folgten der Idee, die einst mit dem jungen Markus Weinzierl im Europapokal endete. Ein junger, unverbrauchter Trainer aus der dritten Liga, der den FCA als riesige Chance sieht, sich in der Bundesliga zu beweisen und sich für höhere Aufgaben zu empfehlen. Doch im Gegensatz zu Weinzierl sollte Maaßen zugleich einen gewaltigen Umbruch verwalten, der kaum radikaler hätte sein können. Das führte letztlich zu einer unguten Mischung: junger, unerfahrener Trainer und Mannschaft im Alter zwischen 20 und 25 Jahren, ergänzt durch Spieler mit Zweitliga-Vita. Die Erneuerung des Klubs, zusammengefasst im Motto "Der neue alte FCA", zog sich durch alle Bereiche. Womöglich hat sich der Bundesligist in seiner Neuausrichtung übernommen, hat zu viel innerhalb zu kurzer Zeit verändert. 

    Die FCA-Führungsriege hatte Zeit, sich mit einem Nachfolger zu beschäftigen

    Abgeschlossen wurde der Prozess durch den forcierten Rückzug Stefan Reuters in die Beratertätigkeit. Maaßen war nach etlichen Fehlgriffen seine letzte Chance, die Fluktuation auf dem Trainersitz zu stoppen. Nicht nur an dieser Herausforderung ist Reuter gescheitert. Weil der ehemalige Sport-Geschäftsführer nicht mehr in der ersten Reihe steht, muss nun Sportdirektor Marinko Jurendic Altlasten beiseite räumen und seine erste weitreichende Entscheidung treffen. Sich von Maaßen zu trennen, wird ihm schwergefallen sein.

    Am Erfolg des künftigen Trainers wird sich der besonnene Schweizer Jurendic messen lassen müssen. So ist zu erklären, dass noch kein Nachfolger parat steht. Sorgfältiges Abwägen ist nötig. Vor allem, da der FCA unter Zugzwang ist, endlich einen beständigen Übungsleiter zu finden, dessen Haltbarkeitsdatum nicht nach einem guten Jahr abläuft. Andererseits musste sich die Führungsriege des Klubs wegen der anhaltenden Krise seit geraumer Zeit mit einem Trainerwechsel beschäftigen. Konnte sich also auf Tag X vorbereiten. Dass der Bundesligist keinen Maaßen-Nachfolger hat, wird Gründe haben: Er glaubte wohl tatsächlich, mit Maaßen die Wende zu schaffen. Oder aber die Wunschlösung will nicht zum FCA. 

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