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FC Bayern
15.09.2021

Barcelona oder Bochum? Macht für den FC Bayern keinen Unterschied

Jubel nach dem Führungstreffer durch Thomas Müller.
Foto: Sven Hoppe

Nach dem imposanten Erfolg bei den Katalanen sind die Bayern ähnlich enthusiastisch wie nach einem schnöden Bundesliga-Sieg. Die Vergangenheit lehrt Demut.

Die Spieler des FC Bayern ließen auch nach dem Spiel nicht von ihrem Gegner ab. Schon in den 90 Minuten zuvor hatten sie den Akteuren des FC Barcelona eindrucksvoll bewiesen, dass sie ihnen sportlich enteilt sind. Als aber Schiedsrichter Michael Oliver die am Ende aus katalanischer Sicht demütigende Veranstaltung abgepfiffen hatten, führten die Münchner ihre Überlegenheit verbal fort. Joshua Kimmich etwa sprach nicht von einem imposanten Erfolg gegen eine der besten Mannschaften Europas, sondern rückte die Nachlässigkeiten seines eigenen Teams in den Vordergrund. Zwar könne man unter dem Strich zufrieden sein, aber: "Wir hatten ein paar Unkonzentriertheiten, Abspielfehler, die wir hätten vermeiden können." Thomas Müller fiel neben der etwas ausgedehnten Findungsphase zu Spielbeginn auf, dass man "ein oder zwei Tore mehr" hätte machen können.

Sätze, die normalerweise zum Interview-Repertoire nach Siegen gegen Bielefeld oder Mainz gehören. Dabei hatten sie in einer der Kathedralen des internationalen Fußballs einen der stolzesten Klubs phasenweise vorgeführt – ohne sich freilich über ihn lustigzumachen. An das epische 8:2 aus dem Vorjahr reichten die Münchner zwar nicht ran, der Erfolg war deswegen aber nicht weniger eindrücklich. Diesmal nämlich spielten sie sich nicht in rauschhafte Verhältnisse, sondern nahmen ihren Gegner nüchtern auseinander.

War der FC Bayern so gut? Oder Barca so schlecht?

Die Tore von Thomas Müller (34.) und Robert Lewandowski (56., 85.) waren nur die logische Folge der Überlegenheit. Wann immer eine Mannschaft einer anderen aber derart enge Grenzen setzt, steht unweigerlich die Frage im Raum, ob denn nun die eigene Leistung derart außergewöhnlich war oder die Schwäche des Gegenüber dafür verantwortlich war. Nach den Abgängen von Luis Suarez, Antoine Griezmann und Lionel Messi fehlt es Barca ganz offensichtlich an individueller Qualität im Offensivbereich, – allerdings nahmen sich die Münchner vor allem beherzt die Defensive der Spanier vor.

Nachdem sie wenige Tage zuvor bereits den deutschen Vizemeister mit 4:1 bezwungen hatten, gelang so der nächste Erfolg gegen eine Mannschaft, die im fußballerischen Sprachgebrauch unter die Kategorie "Härtetest" fällt. Nur hatten die Bayern eben auch den Leipziger Kader gehörig zerrupft und Barcelona fehlt es an Geld, um die prominenten Abgängen auch nur annähernd adäquat zu ersetzen. Das sollte aber die Leistung nicht schmälern, wollte Julian Nagelsmann festgestellt wissen. "Wenn wir immer so spielen und uns zudem weiterentwickeln, sind wir einer der Favoriten", sagte der Münchner Trainer.

Thomas Müller erzielte mit dem 1:0 bereits seinen siebten Treffer in der Chamnpions League gegen Barcelona. Kein anderer Spieler hat in der Königsklasse häufiger gegen die Spanier getroffen.
Foto: Joan Monfort, dpa

Die wirklichen Gegner des FC Bayern warten noch

Die Bayern allerdings sind dank ihrer eigenen Vergangenheit gewarnt, den Weg in Richtung Sankt Petersburg (wo das Finale 2022 stattfindet) nicht als Autobahn zu betrachten, auf der ohne Hindernisse entlanggebraust werden kann. Vor allem die Jahre unter Pep Guardiola haben gezeigt, dass imposante Leistungen im Herbst zu einem jähen Ende in der K.o.-Runde der Champions League führen können. Zumal der FC Barcelona vorerst kaum ein Kandidat für internationale Erfolge sein dürfte, anders als beispielsweise Manchester City, der FC Chelsea oder Paris St. Germain. Das sind die Größes des Geschäfts. Bis sich aber die Münchner mit ihnen messen dürfen, vergeht zumindest der Herbst und somit jene Jahreszeit, in der die Bayern nach den Spielen noch häufiger nach Siegen von kleineren Unkonzentriertheiten berichten werden. Am Samstag treffen sie auf den VfL Bochum. Müller und Kimmich werden sich nach dem Spiel möglicherweise genauso anhören wie nach einem Abend in Barcelona.

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