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FC Bayern

23.04.2015

Guardiola gelingt gegen Porto sein erstes Münchner Meisterstück

Pep Guardiola gestikulierte auch gegen Porto wie wild...
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Pep Guardiola gestikulierte auch gegen Porto wie wild...
Bild: Marc Müller, dpa

Der FC Bayern stand vor Porto am Scheideweg. Mit einem Ausscheiden hätte die Saison als verpatzt gegolten. Aber so gelang Pep Guardiola sein erstes Münchner Meisterstück.

Zweifellos gibt es viele Gründe, den FC Bayern München nicht zu mögen. Seine erdrückende nationale Dominanz. Seine Gefräßigkeit, wenn es um Titel geht. Das Geschäftsmäßige und Großspurige seiner Häuptlinge. Das Bayerntümelnde und dieses ewige „Mia san mia“.

Wer sich andererseits zuverlässig eines deutschen Vertreters in den Schlussrunden der Champions League erfreuen möchte, sollte diese Kröten schlucken. Wenn er sie dann erst einmal verdaut hat, sind ihm große Fußball-Abende sicher.

Zum vierten Mal in Folge hat es der FC Bayern unter die besten vier europäischen Fußball-Teams geschafft. Nicht irgendwie, sondern mitreißend, bewundernswürdig, bezaubernd. Wer Dienstagnacht das 6:1 gegen den FC Porto gesehen hat, könnte auf die Idee kommen, die Münchner hätten im Hinspiel nur deshalb 1:3 verloren, um Spannung aufzubauen, sich klein zu machen und dann von weit hinten kommend vorneweg durchs Ziel zu gehen.

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Der FC Bayern am Scheideweg

Natürlich war es nicht so. Die Münchner standen an einem Scheideweg. Zwischen der Aussicht auf eine große Saison einerseits, die nur dann groß ist, wenn der Verein wenigstens das Champions-League-Finale erreicht, und andererseits einer bedrohlichen Gemengelage aus dem noch nicht ausgestandenen Müller-Wohlfahrt-Rückzug und dem bedrohlichen Pokalhalbfinale gegen Dortmund, die auch ihre Spuren an Pep Guardiola hinterlassen hätte. Die mögliche vorzeitige Meisterschaft am Wochenende hätte das Desaster kaum abgefedert. Die Aussicht auf die Schale ist in der 25. Auflage nicht mehr viel wert. Erfolg nützt sich ab. Das hätte auch der Trainer zu spüren bekommen.

Sosehr die Bayern Guardiola schätzen, er ist ihnen noch immer ein Geheimnis. Der Spanier spricht reichlich. Doch was er sagt, ist oft unverständlich. Andererseits hat er seinen eigenen Kopf und klare Vorstellungen, von denen er auch für Deutschlands berühmtesten Sportmediziner nicht abrückt. Im Streit mit Müller-Wohlfahrt wusste er Karl-Heinz Rummenigge hinter sich. Der Sieg war ihm in diesem Duell also sicher.

Der Erfolg gegen Porto, mag er im Nachhinein selbstverständlich wirken, stand auf wackeligeren Beinen. Umso mehr darf das 6:1 als erstes Münchner Meisterstück des Spaniers gelten. Guardiolas Mannschaft hatte einen Plan für Kopf und Herz. Sie hat ihn leidenschaftlich umgesetzt. Der Rest waren Gefräßigkeit und „Mia san mia“.

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