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FC Ingolstadt

15.05.2019

Sonny Kittel: „Der Glaube muss immer da sein“

Gut gemacht: Almog Cohen (links) und Marcel Gaus (rechts) jubeln mit Sonny Kittel, dem beim 3:0 des FC Ingolstadt gegen Darmstadt mit einem direkt verwandelten Freistoß das Tor zum 1:0 gelungen ist.
Bild: Roland Geier

Sonny Kittel hat mit seinen Toren einen großen Anteil daran, dass der direkte Klassenerhalt noch möglich ist. Er spricht über seine Qualität bei Freistößen, den Tiefpunkt der Saison und seine Vertragssituation.

Ein Spieltag ist in der 2. Liga noch zu absolvieren und der FC Ingolstadt darf weiterhin auf den direkten Klassenerhalt hoffen. Bei einem eigenen Sieg am Sonntag (15.30 Uhr) in Heidenheim und einer Niederlage des SV Sandhausen in Regensburg hätten es die Schanzer geschafft. Die NR hat sich vor der entscheidenden Phase mit Sonny Kittel, dem zuletzt beim 3:0-Sieg gegen Darmstadt ein herrliches Freistoßtor gelungen ist, unterhalten.

Sonny Kittel, gehen wir zu Beginn einmal ein paar Wochen zurück. Was hätten Sie geantwortet, wenn Ihnen jemand nach der 1:2-Pleite gegen Sandhausen am 27. Spieltag prophezeit hätte, am letzten Spieltag noch Chancen auf den direkten Klassenerhalt zu haben?

Sonny Kittel: (überlegt) Wahrscheinlich, dass er nicht viele auf seiner Seite hat, die genauso denken. Die Niederlage gegen Sandhausen war der absolute Tiefpunkt der Saison, zumal wir sie gegen einen direkten Konkurrenten kassierten. Auch die Spiele zuvor hatten wir verloren und die Konkurrenten gepunktet. Es herrschte eine katastrophale Stimmung und Atmosphäre, das kann sich jeder denken.

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Was ist dann geschehen?

Kittel: Es ging Schlag auf Schlag. Die Verantwortlichen haben mit Tomas Oral erneut einen neuen Trainer geholt. Es ist ihm gelungen, uns vor dem Duisburg-Spiel, das das erste Endspiel von vielen war, aufzurichten, die Köpfe freizubekommen und zu verdeutlichen, dass der Glaube immer da sein muss.

Die Partie in Duisburg wurde mit 4:2 gewonnen, danach wurden 13 weitere Punkte in fünf Spielen geholt. Dient der FC Ingolstadt als perfektes Beispiel, welch große Rolle das Selbstvertrauen im Fußball spielt?

Kittel: Zunächst einmal zählt die tägliche Arbeit, denn von nichts kommt nichts. Wenn du gewinnst und Erfolgserlebnisse sammelst, steigt natürlich das Selbstvertrauen. Irgendwie kommt das Glück zurück, der Ball fällt dir vor die Füße, statt irgendwo anders hinzugehen. Es spielen viele Kleinigkeiten eine Rolle. Die positive Energie und Dynamik nimmt man in die nächsten Spiele mit, sie hat uns getragen. Dennoch wissen wir, dann uns jeder schlagen kann, wenn wir nur ein paar Prozent nachlassen.

Wie groß ist die Hoffnung, noch den 15. Platz und damit den direkten Nichtabstieg zu erreichen?

Kittel: Wir müssen unsere Hausaufgabe erledigen, unsere Leistung bringen und punkten. Erst nach dem Spiel werden wir schauen, was in Regensburg passiert ist. Dann werden wir sehen, ob es zum Klassenerhalt reicht. Wenn nicht, haben wir noch zwei Spiele.

Ist es ein Vorteil oder Nachteil, dass es bei Heidenheim um nichts mehr geht?

Kittel: Das kann man so oder so sehen. Gegen Darmstadt schien es zuletzt ein Vorteil zu sein. Aber was heißt, dass es um nichts geht? Die Jungs spielen Fußball, weil sie gewinnen wollen. Es kann auch noch um Prämien gehen. Daher wird es Heidenheim nicht locker angehen lassen.

Zu Ihnen: Sie haben zuletzt zwei Freistöße direkt verwandelt, das gegen Darmstadt bezeichneten Sie selbst als eines der schönsten Ihrer Karriere. Wo lernt man, solche Freistöße zu schießen? Ist es mehr Talent oder Arbeit?

Kittel: Ich würde sagen, es ist eine Mischung aus beidem. Ich bleibe seit meiner Kindheit länger auf dem Platz und trainiere diese Dinger. Gerade in Phasen, in denen man nicht trifft. Es freut mich, jetzt getroffen zu haben. Das ist der Lohn der Arbeit der vergangenen Jahre.

Gab oder gibt es Spieler, von denen Sie sich bei Freistößen etwas abschauen?

Kittel: Früher war es Cristiano Ronaldo, der sehr viele Freistoßtore geschossen hat. Auch Juninho. Mittlerweile gibt es viele Jungs, die überragende Freistöße schießen. Marco Reus etwa ist ein sehr guter Schütze.

Im Falle des Abstiegs endet Ihr Vertrag. Spielt dieses Szenario im Hinterkopf eine Rolle?

Kittel: Über Vertragsangelegenheiten möchte ich eigentlich nicht sprechen. Ich bin Sportler, sehr ehrgeizig und will nicht absteigen. Ich bin schon mit Eintracht Frankfurt und dem FCI abgestiegen und weiß, wie sich das anfühlt. Wenn man etwas plant, kommt es ohnehin anders. Das habe ich in meiner Karriere schon schmerzhaft durch meine zahlreichen Verletzungen erfahren müssen.

Im Falle des Klassenerhalts sind Sie ja ohnehin bis 2022 an den FCI gebunden...

Kittel: Ja, dann habe ich weiterhin einen Vertrag.

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