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Verstorbene Fußball-Legende
26.11.2020

"Ciao Gott des Fußballs" - Neapel trauert um Maradona

Trauernde sammeln sich in Neapel unter einem Wandgemälde des Straßenkünstlers Jorit mit der Darstellung von Diego Maradona und zünden Leuchtfackeln an.
Foto: Fabio Sasso/LaPresse/AP/dpa

Mit Diego Armando Maradona ist am Mittwoch eine Legendes des Fußballs gestorben. Im italienischen Neapel trieb diese Nachricht hunderte Menschen auf die Straßen - trotz Corona.

Kerzen, Fahnen und bengalische Lichter: Die Stadt Neapel hat nach der Nachricht über den Tod von Diego Maradona lautstark und emotional Abschied von der Fußball-Legende genommen.

Am Mittwochabend schien Corona keine Rolle zu spielen. Hunderte Menschen waren auf den Straßen der Stadt unterwegs, für die eigentlich wegen der Corona-Pandemie ein Teil-Lockdown mit strengen Ausgangsbeschränkungen gilt.

"Neapel trauert - Ciao Gott des Fußballs", stand auf einem Schild, das ein Mann an einer Tür anbrachte. "Neapel sieht ihn wie eine zweite Mutter", erklärte ein Passant Mittwochnacht in einem Video, das die Zeitung "il Fatto Quotidiano" veröffentlichte. "Neapel dankt ihm für das, was er getan hat", sagte ein anderer.

In den engen Gassen Neapels drängten sich die Menschen in dieser Nacht. Maradona ist dort allgegenwärtig, an vielen Hausfassaden prangen Graffitis und Gemälde des ehemaligen Spielers des SSC Neapel. 1984 war er vom FC Barcelona zu den Neapolitanern gekommen. Acht Jahre hatte er für den süditalienischen Club gespielt. Bei keinem anderen Verein stand er in seiner Profi-Karriere länger unter Vertrag. Mit ihm feierten sie Erfolge, wie die Titel in der italienischen Serie A in den Jahren 1987 und 1990.

International verhalf der Argentinier 1989 dem Club zum Gewinn des UEFA-Pokals. Zumindest international blieb das bis heute ein Höhepunkt in der Vereinsgeschichte. Damit spielte sich der 1,65 Meter große Offensivmann aus der Nähe von Buenos Aires in die Herzen der Fans aus Neapel. Im Alter von 60 Jahren starb er, die argentinische Regierung ordnete eine dreitägige Staatstrauer an.

Medienberichten zufolge starb Maradona in seinem Haus in Tigre nördlich von Buenos Aires an einem Herzinfarkt. Herbeigerufene Sanitäter konnten ihn demnach nicht wiederbeleben. Zuletzt war Maradona wegen einer Gehirnblutung in einem Krankenhaus nahe der argentinischen Hauptstadt operiert worden und hatte dann einige Tage in der Klinik verbracht. Bereits an seinem 60. Geburtstag am 30. Oktober hatte er einen angeschlagenen Eindruck gemacht.

Mit Feuerwerk und Böllern gedachten die Menschen auch vor einem Wohnhausblock in Neapels Osten, an dessen Wand der Straßenkünstler Jorit ein mehrere Meter hohes Konterfei Maradonas einst malte. Vor dem San Paolo Stadion der Azzurri lagen sich Menschen in den Armen, legten Schals und Trikots nieder und riefen zusammen Maradonas Namen. "O unsterblicher König - deine Fahne wird nie aufhören zu wehen" stand auf einem Banner am Zaun der Arena.

Neapels Bürgermeister Luigi de Magistris setzte unterdessen erste Schritte in Gang, um das Stadion umzubenennen. "Lasst uns das San-Paolo-Stadion Diego Armando Maradona widmen", schrieb er am Mittwoch auf Twitter. Es sei ein Prozess, aber ein schneller. Wenn es so einen starken Willen dafür gebe, werde uns nichts aufhalten, sagte er einen Tag später.

© dpa-infocom, dpa:201126-99-472162/3 (dpa)

Video auf La Repubblica, Italienisch

Video 2 auf La Repubblica, Italienisch

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Tweet Bürgermeister Neapel, Italienisch

Video auf il Fatto Quotidiano, Italienisch

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