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Super Bowl LVI
14.02.2022

Super Bowl LVI: LA Rams entreißen den Bengals den Sieg

Aaron Donald (99) jubelt nach dem Sieg im Super Bowl LVI über die Vince-Lombardi-Trophäe. Seine Los Angeles Rams gewannen mit 23:20.
Foto: Julio Cortez/dpa

In einem spannenden Super Bowl holen sich die Los Angeles Rams mit dem letzten Angriffszug den Sieg. LAs Abwehr beendet das Märchen der Cincinnati Bengals.

In einem spannenden, am Ende dramatischen Super Bowl LVI holen sich die Los Angeles Rams die Vince-Lombardi-Trophäe im heimischen SoFi-Stadium gegen die Cincinnati Bengals. Mit dem letzten Angriffszug gelingt LA ein Touchdown, der das Spiel dreht und ihnen die 23:20-Führung bringt. Cincinnati hat in den Playoffs mehrere Rückstände gedreht. Doch im Finale der Profiliga NFL steht ihnen im entscheidenden Moment ein herausragender Rams-Verteidiger im Weg.

Die erste Halbzeit bot ein spannendes Duell mit leichten Vorteilen für die Rams. Spielmacher Matthew Stafford führte die Heimmannschaft mit präzisen Pässen übers Feld. Zwei Touchdowns zu seinen Top-Anspielstationen Odell Beckham Jr. und Cooper Kupp brachten den Rams die Führung. Die Bengals hielten aber gut dagegen. Trainer Zac Taylor hatte es tatsächlich geschafft, sein Angriffsspiel so anzupassen, dass die starke Verteidigung der Rams seinem Spielmacher Joe Burrow nicht zu viel Druck machen konnte.

Odell Beckham Jr. (l) von den Los Angeles Rams erzielt den ersten Touchdown der Partie.
Foto: Tony Gutierrez/AP/dpa

Die Bengals bekamen am Ende der Halbzeit Oberwasser. Zunächst verloren die Rams mit Beckham einen wichtigen Passempfänger durch eine Verletzung. Dann feuerte Stafford den Ball ohne Not in Richtung Endzone, wo er abgefangen wurde. Damit ging es mit einer knappen 13:10-Führung in die Pause.

Halbzeitshow im Super Bowl 2022: Star-Aufgebot bietet eine eher brave Vorführung

Die große Halbzeitshow mit den Hiphop-Giganten Dr. Dre, Eminem, Snoop Dogg, Kendrick Lamar und Mary J. Blige brachte ein starkes Stück Nostalgie: Die Stars brachten ihre größten Hits aus den 2000er Jahren. Mit 50 Cent hatte ein sechster Rap-Riese einen Gastauftritt. Auf, vor und in riesigen Trucks gaben Musiker und Tänzer alles. Das war durchaus unterhaltsam und schön anzusehen, Mut zur Innovation hatte diese Show aber leider wenig – was angesichts der beteiligten kreativen Köpfe eine ziemlich große verpasste Chance ist. Für etwas Diskussion sorgte Eminems Kniefall, den viele schwarze Sportler als Zeichen gegen Rassismus und Polizeigewalt gezeigt haben.

Dr. Dre (l) und Snoop Dogg perfomen gemeinsam in der Halbzeitshow des Super Bowl LVI.
Foto: Tony Gutierrez/AP/dpa

Die zweite Hälfte begann mit zwei heftigen Nackenschlägen für LA. Der erste kam durch eine grauenhafte Fehlentscheidung. Bengals-Receiver Tee Higgins bekam von Joe Burrow den Ball serviert und trug in die Endzone zum Touchdown. Zuvor hatte Higgins seinen Bewacher Jalen Ramsey aber regelwidrig mit einem Griff ins Gesichtsgitter seines Helms abgeschüttelt. Die NFL-Schiedsrichter standen während der ganzen Saison wegen unverständlicher Regelauslegung und klaren Fehlentscheidungen in der Kritik. Nach dieser Fehlleistung im Finale wird diese auch nicht leiser werden. Den nächsten Hieb verpassten sich die Rams selbst. Passempfänger Ben Skowronek schaffte es nicht, den Ball festzuhalten und lupfte ihn direkt in die ausgestreckten Arme von Verteidiger Chidobe Awuzie.

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Cincinnati Bengals schlagen Kapital aus zwei Nackenschlägen für die Rams

Aus LAs Nackenschlägen machten die Bengals zehn Punkte und zogen auf 13:20 davon. Danach übernahmen die Verteidigungsreihen das Geschehen. Die Quarterback-Jäger der Rams, die in der ersten Hälfte überraschend wenig Aufsehen erregt hatten, bliesen zur großen Hetze auf Joe Burrow. Anfang des vierten Viertels stellten sie den bisherigen Super-Bowl-Rekord für Sacks ein. Doch aus dieser Leistung konnte die Angriffsreihe der Rams kaum Kapital schlagen. Die Verteidigung Cincinnatis erledigte ihren Job ebenfalls ausgezeichnet und erlaubte im dritten Viertel nur ein Field Goal zum 16:20.

Doch Stafford und seine Offensive fanden Mitte des Schlussviertels ihre Sicherheit wieder. Fast hätten die Bengals die Rams gestoppt, doch LA-Trainer Sean McVay riskierte in einem vierten Versuch alles und hatte Erfolg. Danach zog das Heimteam stringent und souverän über das Feld. Cincinnati hielt an der eigenen Endzone lange stand. Doch mit 1:25 Minuten auf der Uhr fand Stafford Cooper Kupp in der Endzone zum Führungswechsel. Mit 23:20 kam Joe Burrow noch einmal auf das Feld für den letzten Angriffszug, um mit einem Fieldgoal die Verlängerung oder mit einem Touchdown den Sieg zu erzwingen.

Aaron Donald beendet die Hoffnungen der Bengals beim Super Bowl 2022

Doch die Rams-Verteidigung hatte andere Pläne: Aaron Donald, der wohl beste Verteidiger der gesamten Liga, stoppte zunächst einen Laufversuch der Bengals im dritten Versuch an der Mittellinie. Und im vierten Versuch kämpfte er sich wieder zu Joe Burrow durch, brachte ihn zu Boden und beendete damit die Hoffnungen Cincinnatis auf den ersten Super-Bowl-Triumph. Stattdessen krönten sich die Rams, nachdem sie 2018 trotz einer genialen Verteidigungsleistung gegen Tom Brady und die New England Patriots unterlegen waren.

Super Bowl: Cincinnati Bengals - Los Angeles Rams 13.02.2022, USA, Inglewood: American Football: Profiliga NFL, Finale; 56. Super Bowl; Cincinnati Bengals - Los Angeles Rams: Los Angeles Rams Defensive End Aaron Donald (r) feiert mit Teamkollegen nach dem Sieg. Die Los Angeles Rams gewannen mit 23:20. Foto: Elaine Thompson/AP/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Foto: Ap / Elaine Thompson / Elaine Thompson

Den Cincinnati Bengals gehört die Zukunft. Wenn sie ein paar Baustellen im Team beheben können, werden sie nicht zum letzten Mal im Super Bowl gestanden haben. Zum wertvollsten Spieler des Super Bowl LVI wird Rams-Passempfänger Cooper Kupp gewählt. Einige Fans buhten zwar, weil sie den Titel lieber in Donalds Händen gesehen hätten. Doch auch Kupp hatte eine würdige Leistung hingelegt. Im letzten Angriffszug zeigte er sich als verlässliche Anspielstation und krönte sein Spiel mit dem siegbringenden Touchdown.

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