Bauratgeber

16.05.2018

Liebes Bautagebuch, ...

Es wird Bauherren empfohlen, unangemeldet auf der Baustelle zu erscheinen, um ein unverfälschtes Bild zu erhalten.
Bild: auremar, Fotolia.de

Wenn man das Wort Tagebuch hört, denkt man an Notizen, liebevoll verziert und sicher aufbewahrt. Mit dieser Form hat ein Bautagebuch allerdings wenig zu tun.

Die lückenlose Dokumentation der Arbeitsfortschritte durch Fotos und Notizen erfordert zwar etwas Disziplin, doch die Arbeit lohnt sich: Zum einen kann man dadurch Freunde und Bekannte am Projekt teilhaben lassen und hat eine Erinnerung an die aufregende Zeit. Zum anderen sammeln Bauherren, die regelmäßig den Baufortschritt festhalten, wertvolle Informationen, die später bei der Beseitigung von Mängeln hilfreich sein können. Denn: Wenn es während oder nach der Fertigstellung des Hauses zu Streitigkeiten mit der beauftragten Firma kommt, steht der Bauherr in der Beweispflicht. Funktioniert beispielsweise die Fußbodenheizung nach Fertigstellung nicht richtig, entsteht ein Zwiespalt mehrerer ausführender Unternehmen. Bilder vom Verlegen können Fehler dokumentiert haben und so die Mängelbehebung vereinfachen.

Trend zum Online-Blog

Im Unterschied zum offiziellen Bautagebuch, das von der Bauleitung oder dem Architekt geführt werden muss, ist das Tagebuch der Bauherrn Privatsache. Es kann auf Papier oder in digitaler Form geführt werden.

Immer mehr Menschen führen inzwischen auch einen öffentlichen Online-Blog. Aus den persönlichen Berichten anderer, kann man sich ein erstes Bild machen, wo es zu Problemen kommen kann. Viele Firmen checken inzwischen genau, was ihre Bauherren veröffentlichen – denn im Internet spricht sich schnell herum, wenn eine Firma unzuverlässig arbeitet.

Zwar besitzen die Tagebücher der Privatpersonen nur geringe rechtliche Relevanz, dennoch haben sie beträchtliche Wirkung und dienen gewissermaßen als Qualitätssicherung. Trotzdem sollte man im Hinterkopf haben, dass die Berichte im Internet emotional eingefärbt sein können. Sie schildern Abläufe möglicherweise nicht objektiv – einen ersten Eindruck von der Zusammenarbeit geben sie dennoch.

 

Tipp:

Das Bautagebuch eines Bauherrn ist Privatsache und muss deshalb keinen festen Vorgaben entsprechen. Es kann ein Album aus Papier sein, das man für sich selbst anlegt, mit Bildern und Notizen bestückt. Immer mehr zum Trend wird auch der öffentliche Online-Blog. Auf diese Weise kann man seine Erfahrungen weitergeben, Baulaien erhalten Tipps und Anregungen für ihre Projekte.

Es wird geraten, noch vor Baubeginn einen Mustereintrag im Tagebuch zu erstellen, nach dessen Vorbild jeder Baustellentermin in Zukunft dokumentiert wird.

Inhalte können sein:

  • Datum
  • Uhrzeit
  • Anwesende Personen
  • Anwesende Firmen
  • Tätigkeiten
  • Allgemeiner Baufortschritt
  • Besprechungsergebnisse
  • Materialien
  • Baugeräte
  • Verzögerungen
  • Unfälle/Schäden
  • Wetterbedingungen
  • Bauabnahmen
  • Anlagen wie Betriebsanleitungen zu den verbauten Elementen

 

Weitere Informationen rund ums Bauen gibt es in unserem Bauratgeber: Blätterkatalog

 

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