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Auszeichnung Rathaus Bächingen Architektouren 2020
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Der Bürger ist herzlich willkommen

Rathaus Bächingen
2 Bilder
Rathaus Bächingen
Foto: DBW Architekten/Waldemar Merger

Aus dem Bächinger Rathaus wurde ein besonderes und trotzdem regionaltypisches architektonisches Schmuckstück. Nun wurde es in die „Architektouren 2020“ aufgenommen

Silvia Schmid

Abreißen und – eventuell an neuem Standort – neu bauen oder den Bestand sanieren und umbauen? Vor dieser Frage standen vor vier Jahren die Gemeindevertreter in Bächingen. Das örtliche Rathaus war in die Jahre gekommen, eine Verbesserung der Lage dringend notwendig. Energiestandard, Barrierefreiheit und dabei natürlich das Budget im Blick behalten, waren die entscheidenden Kriterien, erklärt Günter Urban, der als Bauamtsleiter der Verwaltungsgemeinschaft Gundelfingen mit dem Projekt betraut ist. Im Sommer 2016 bewarb sich die Gemeinde, damals noch unter Bürgermeister Roland Grandel, um Fördermittel aus dem Kommunalen Investitionsprogramm (KIP) für das Projekt Rathaus und zwar in den Bereichen energetische Sanierung und Abbau von baulichen Barrieren. Mit dem Zuschuss für die energetische Sanierung klappte es schließlich. Die Entscheidung fiel folglich für die Sanierung und gegen einen Neubau.

Der Auftrag an die beauftragten Architekten: außen energetische Sanierung, optisch moderne Gestaltung unter Berücksichtigung der regional typischen Elemente, innen Neugestaltung des Erdgeschoßes und Umgestaltung des Obergeschoßes von der ehemaligen Lehrerwohnung zum jetzigen Gemeindearchiv. Der leitende Architekt Johann Weißbecker von den DBW Architekten in Haunsheim schuf ein Rathaus, das „eine gewisse Anziehung und Willkommenskultur für die Bürgerinnen und Bürger“ symbolisieren soll. Markantes Element in der äußeren Optik: Die Eingangsüberdachung als „Eingangstrichter“ in Holzlamellen verkleidet, zum Vorplatz in alle vier Richtungen aufgehend. Prägend außerdem die Geradlinigkeit im Bestand mit einem traditionellen, ordentlichen und strukturierten Giebel.

Tradition trifft Moderne

Wichtig war dem Architekten bei der Planung, die Gegebenheiten zu respektieren und trotzdem etwas Neues, Modernes zu bekommen. „Wir haben die Grundgeometrie des Hauses beibehalten und die schwäbische, für die Entstehungszeit des Hauses eigentlich typische Architektur – das heißt: steiles Satteldach, geringe Traufhöhe, keine Dachüberstände – mit der Sanierung rekonstruiert und besonders hervorgehoben“ , erläutert Johann Weißbecker das Konzept. Auch bei der Wahl der Materialien wiederholt sich die reizvolle Kombination aus Traditionellem und Modernem. Die schwarzen Natursteinzargen an den Fenstern der Amtszimmer wurden aus dem Bestand übernommen, die roten Dachziegel bilden zusammen mit dem warmen Holz der Lamellen und dem weißen Putz eine neue, harmonische Einheit in der äußeren Optik. Auch der Wunsch nach Nachhaltigkeit spielte bei der Planung eine Rolle, so erfolgte die eingebaute Dämmung in mineralischer (ökologischer) Steinwolle und es wurden natürliche und zum Teil nachwachsende Materialien verwendet. Obwohl dem Antrag auf entsprechende Fördermittel (noch) nicht stattgegeben wurde, hat man im Zuge der Sanierung auch den Abbau von baulichen Barrieren mit umgesetzt, sodass sich die Bürgerinnen und Bürger auch mit Gehhilfen frei im Gebäude bewegen können. Im Erdgeschoß des Rathauses befinden sich nun außer dem Dienstzimmer des amtierenden Bürgermeisters Siegmund Meck noch ein Vorzimmer, neue Toiletten sowie ein Warteraum für die Bürger. Für Menschen mit Gehbehinderung, Rollstuhl, Rollator oder Kinderwagen gibt es im Moment auf der Rückseite des Gebäudes einen barrierefreien Eingang, ein künftiger Aufzug am Haupteingang ist vorbereitet. Im Dezember 2018 konnten die Sanierungsarbeiten am Rathaus Bächingen nach zehn Monaten Bauzeit – bei laufendem Betrieb und unter Einhaltung der Kosten und Termine – abgeschlossen werden. Im Juni dieses Jahres wurde das Projekt nun im Rahmen der Architektouren der Architektenkammer Bayern prämiert (siehe Infokasten). Alle Beteiligten freuten sich sehr über diese Auszeichnung, so Bauamtsleiter Günter Urban. Sie stelle doch eine Würdigung der Leistungen dar und fördere die gesellschaftliche Wahrnehmung solcher Projekte.

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