Netzsch: Erweiterung Produktion

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Mehr Aufträge, mehr Platz

Freuen sich über die Erweiterung und zusätzlichen Produktionsmöglichkeiten (von links): Armin Goebel, Geschäftsführer NLT Bobingen, Dimitrios Makrakis, Geschäftsbereichsleiter Mahlen & Dispergieren, Herbert Hackl, ausgeschiedener Geschäftsführer der NLT und Robert Rosen, nachfolgender Geschäftsführer der NLT.
Bild: Birgit Waldmann

1442 soll die Bobinger Mühle Augsburg vor einer Hungersnot gerettet haben. Das Müllerhandwerk und seine Tradition setzt die Netzsch Lohnmahltechnik GmbH (NLT)  fort.

Im Gegensatz zu den historischen Bobinger Mühlen wird aber bei der NLT kein Getreide vermahlen. Der Dienstleister für die Industrie vermahlt und veredelt unter anderem Kundenprodukte aus den Bereichen Chemie und Keramik.

„Viele Produkte des täglichen Lebens werden mit feinen Rohstoffen aus unserem Betrieb erzeugt“, erklärt Armin Goebel, neben Robert Rosen einer der beiden Geschäftsführer der Netzsch Lohnmahltechnik GmbH. Als Beispiele nennt er Keramik für Automobilzulieferer oder die sogenannten schwarzen Produkte aus Aktivkohle, die auch in Dunstabzugshauben verbaut sind. Aber auch Titandioxid kommt aus Bobingen: Der Stoff wird Papier oder Farbe beigemischt, um sie richtig weiß zu machen. Oder Diamanten, die so fein vermahlen werden, dass damit Bohrer beschichtet werden können.

Für alle diese Produkte werden die meist vorzerkleinerten Rohstoffe bei der NLT in verschiedenen Gebinden angeliefert, in großen Strahlmühlen zu noch feinerem Pulver entsprechend den Kundenanforderungen oder gewollten Produkteigenschaften aufbereitet und in gewünschten Größenordnungen von Kilogramm bis Tonnen verpackt und etikettiert.

Druckluft zum Zerkleinern

„Den Mahlvorgang darf man sich dabei nicht wie die heimische Pfeffer- oder Kaffeemühle vorstellen“, sagt Dimitrios Makrakis, Geschäftsbereichsleiter Mahlen & Dispergieren der Netzsch Firmengruppe aus Selb zu der das Bobinger Unternehmen seit 2014 gehört. „Die einzelnen Partikel der Stoffe zerkleinern sich praktisch gegenseitig, indem sie in den Strahlmühlen mit Druckluft beschleunigt werden“, erklärt Makrakis weiter. Die physikalischen Prinzipien von Prall und Reibung, Windsichten und Sieben werden genutzt, um die geforderten Eigenschaften zu erzielen. In Bobingen stehen mehrere dieser großen Strahlmühlen, die auf den ersten Blick durchaus wie eine Mühle beim Müller aussehen: Oben wird ein Rohstoff eingefüllt, unten das Mahlerzeugnis entnommen.

Positive Entwicklung

Weil sich die Auftrags-Lohnaufbereitung erfolgreich entwickelt hat und es aufgrund der anhaltend positiven Umsatzentwicklung in den Hallen in Bobingen zu eng wurde, entschied man sich zur Investition in eine umfangreiche bauliche Erweiterung. Neben einem optimalen Materialfluss mit entsprechender Lagertechnik, die dem Bedarf und den behördlichen Anforderungen in allen Belangen gerecht wird, wurde dabei großer Wert auf die Themen emissions- und kontaminationsfreies Arbeiten gelegt.

Der so entstandene Hallenausbau in das bestehende Gebäude wurde kürzlich bei einem Open House Day mit Mitarbeitern, Gästen und Geschäftspartnern gefeiert. Gleichzeitig verabschiedete sich der langjährige Geschäftsführer Herbert Hackl in den Ruhestand.

Testmöglichkeiten für Maschinen und Produkte

Mit dem Anbau stehen insgesamt Produktions- und Lagerflächen von knapp 10000 Quadratmetern zur Verfügung. Ein „Haus im Haus“ bietet sogar die Möglichkeit, neue Maschinen und Techniken der Netzsch-Holding zu testen. Denn darin liegt ein weiterer Vorteil der Netzsch Lohnmahltechnik: Der Dienstleister kann durch den Verbund mit den Maschinenbau-Unternehmen der Firmengruppe sowohl deren neue Anlagen testen als auch sehr kleine Mengen verarbeiten oder Testreihen verschiedener Rohstoffe für den Kunden durchführen. „Möchte ein Hersteller beispielsweise erst austesten, welchen Vermahlungsgrad ein von ihm verwendeter Rohstoff für ein bestimmtes Produkt benötigt, kann er sich an Netzsch in Bobingen wenden“, so Makrakis. „Auch wenn sich wegen zu geringer Mengen die Anschaffung eigener Maschinen nicht lohnt kommt die NLT ins Spiel. Deshalb ist der Dienstleister die ideale Ergänzung für unsere Unternehmensgruppe.“

Weil Netzsch in Bobingen nicht nur räumlich wächst und rund um die Uhr an sechs Tagen in der Woche produziert, ist das Unternehmen derzeit auf der Suche nach Mitarbeitern für die Produktion, aber vor allem nach Schichtführern. Was dabei zählt, ist Erfahrung, denn für diese Art der Tätigkeiten gibt es keine Ausbildung.

Birgit Waldmann

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