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Wandern bei Oberstdorf-Reichenbach zum Gaisalpsee: Malerisch gelegen

Wandern in gut 1500 Metern Höhe: Ziel der Wanderung ist der untere Gaisalpsee oberhalb von Oberstdorf-Reichenbach.
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Wandern in gut 1500 Metern Höhe: Ziel der Wanderung ist der untere Gaisalpsee oberhalb von Oberstdorf-Reichenbach.
Foto: Ulrich Weigel

Wandern in gut 1500 Metern Höhe: Ziel der Wanderung ist der untere Gaisalpsee oberhalb von Oberstdorf-Reichenbach.

Wasser begleitet den Weg. Nicht nur als Durstlöscher im Rucksack, sondern auch entlang des Gaisalpbaches. Über den fließt das klare Gebirgswasser vom oberen in den unteren Gaisalpsee und letztlich über die Iller in die Donau. Ziel der Wanderung ist der untere der zwei Seen, malerisch gelegen auf einer Hochebene in gut 1500 Metern Höhe.

Beliebtes Ziel auf Wandertouren: Wandern zum Gaisalpsee bei Oberstdorf-Reichenbach

Der etwa 3,5 Hektar große See ist beileibe kein Geheimtipp, sondern trotz alpiner Lage ein beliebtes Ziel. Für viele dient er auch als Zwischenstation für größere Touren – etwa aufs Rubihorn, zum Entschenkopf oder Nebelhorn. Nach dem Start am Parkplatz in Oberstdorf-Reichenbach geht es schon nach wenigen 100 Metern von der Fahrstraße nach links in den Reichenbachtobel. Schritt für Schritt begleitet den Wanderer das Rauschen des Gaisalpbaches. Laut. Kraftstrotzend. Der Bach bringt im Jahr etwa zehn Millionen Kubikmeter Wasser ins Tal, schätzt das Wasserwirtschaftsamt. Das sind im Mittel 300 Liter pro Sekunde – nach Regentagen entsprechend mehr. Wahrscheinlich ist es dem trüben Wetter zu verdanken, dass an diesem Morgen niemand in dem Tobel unterwegs ist. Erster Kontakt sind vier Eichhörnchen, die sich neben dem Weg auf Nahrungssuche befinden – und husch-husch auf die Bäume verschwinden. Durch den Tobel führt ein zumeist breiter Schotterweg. Stahltreppen und –brücken halten den Wanderer dicht an dem Wildbach, der mehrere kleine Wasserkraftwerke antreibt.

Wanderung: Auf diesen Routen wurde früher Erz abgebaut

Nicht Wasser-, sondern Muskelkraft war in früheren Jahrhunderten gefragt, als auch am nahen Entschenkopf Erz abgebaut wurde. Die untere Richteralpe diente einst als Amtshaus, wo für Eisenerz eine Abgabe an den Augsburger Bischof kassiert wurde, weiß Hüttenwirt Johannes Holderried. Dazu passt, was in der „Allgäuer Chronik“ von Alfred Weitnauer steht: 1471 wurde auch bei Reichenbach eine Eisengrube eröffnet. 1521 gestanden die Grafen von Montfort dem Bischof ein Drittel ihrer Erz-Erträge zu. Holderried fand beim Umbau der Alpe sogar vergrabene Gießformen, unter anderem für Glocken. Im Keller der Alpe entdeckte er die Zahl 1710 im Mauerwerk; der Holzboden der Gaststube datiert auf 1836. In einer Hütte erlebt man allerhand. So hat Holderried, der im Tal eine Landwirtschaft betreibt, mehr auf Lager: etwa die Geschichte von dem Holländer, der mit gelben Gummistiefeln und ebenso leuchtendem Friesennerz aufs Rubihorn stieg. Die Kunde davon kam schneller in der Alpe an als der Holländer selbst. Doch Anekdoten und eine Einkehr sind erst auf dem Rückweg angesagt. Es geht an den Häusern vorbei über eine Wiese mit weidendem Jungvieh nach oben. Eine kleine Passage im Wald folgt, dann ist der Gebirgspfad erreicht, der sich am Hang entlang nach oben schlängelt. Wer auf der Strecke an einen Punkt gelangt, an dem er sich unsicher fühlt, kehrt einfach ohne Scheu um. Das ist besser als ein Bergwacht-Einsatz ...

Kurios ist die Frage nach Schreibweise und Herkunft der Namen, denn für die Alpe, die Seen und umliegende Berge gibt es verschiedene Varianten mit Gais, Gaiß, Geis und Geiß. Nicht alles, was nach Ziege klingt, hat auch Ziege „drin“. Der Geisfuß (Gaisfuß) etwa hat seinen Namen vom „Gänsefuß“. Von dort führten die Oberstdorfer früher Heu ein und fühlten sich von den hoch gelegenen Grasflächen an Schwimmhäute eines Gänsefußes erinnert, schreibt Dr. Thaddäus Steiner im Buch „Allgäuer Bergnamen“.