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Wandern in und um Augsburg: Mauergeschichten

Wandern in und um Augsburg: Eine Wanderung auf den Spuren der Stadtgeschichte. Beim Vincentinum hat die Mauer noch ihren hölzernen Wehrgang – später wurden darin Seile gefertigt.
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Wandern in und um Augsburg: Eine Wanderung auf den Spuren der Stadtgeschichte. Beim Vincentinum hat die Mauer noch ihren hölzernen Wehrgang – später wurden darin Seile gefertigt.
Foto: Silvio Wyszengrad

Wer beim Wandern auf kleinen Wegen und Gassen den Resten und Spuren der alten Stadtbefestigung folgen möchte, kann vieles entdecken. Diese Wanderung in und um Augsburg lohnt sich.

Augsburg hat eine Prachtstraße, die Maximilianstraße. Doch die Pracht versteckt sich oft auch in Gassen. Stadthistoriker Franz Häußler liebt die kleinen Wege. „Geh’n wir durch Margaret“, sagt er am Ende der Stadtwanderung. An einem kleinen Kanal entlang gehen wir durch das Spitalstift und landen mitten in einem oft übersehenen Leben: Eine Gruppe aus dem Seniorenheim spielt Boccia in dem Innenhof im Schatten der alten Stadtbefestigung.

An den Toren der Stadt vorbei: Eine Wanderung in und um Augsburg

Sie hat uns den Weg gewiesen, auf Gassen und Wegen sind wir der Mauer, Türmen, ihren Resten oder auch verwischten Spuren gefolgt. Vom Fischertor zum Roten Tor führt eine Wanderung voller Idylle, Entdeckungen und Geschichte(n). Wohl dem, der einen Franz Häußler dabei hat. Er hat die über Jahrhunderte gewachsene Stadtbefestigung erforscht und im Buch „Augsburgs Tore“ (Wißner-Verlag) beschrieben. Ein guter Begleiter.

Hoch über der Thommstraße führt der Weg zunächst entlang der Mauer am Hexenbrunnen – sogenannte Hexen sollen hier ein letztes Mal vor ihrer Hinrichtung haben trinken dürfen – zum Lueginsland. Still ist es – „die alte Mauer ist der beste Lärmschutz“, sagt Franz Häußler. An der einstigen Nordostecke der alten Reichsstadt liegt eine Idylle. Kleine Häuschen, Schrebergärten auf dem ehemaligen Friedhof und ein toller Ausblick. Früher war die Aussicht noch besser, denn: „Hier stand ein achtstöckiger Turm“, erzählt Häußler. Die Stadt schützte sich und sie setzte ein Zeichen ihrer Wehrhaftigkeit. Das wird deutlich, wenn man an der Mauer nach Süden wandert – vorbei am ehemaligen „Lusthaus“ der Tivoli-Gesellschaft, was aber keineswegs auf Anzüglichkeiten hindeutet, sagt der Stadthistoriker. Sie feierten dort einfach. Und vorbei am „Stoinerne Ma“, der während einer Belagerung den Feinden Durchhaltevermögen vorgegaukelt haben soll: Er warf Brot über die Mauer und bezahlte mit dem Leben.

Beim Wandern erinnern Türme an die alte Stadtgrenze

Auf dem Weg zur Kahnfahrt taucht in der Riedlerstraße beim Vincentinum ein Stück Mauer mit Wehrgang auf. Dann der Bruch. Die Mauer ist weg, am Oblatterwall erinnern nur noch Türme und Wassergraben an die alte Stadtgrenze. „Im 19. Jahrhundert hat man die Mauer abgerissen, auch um den Luftaustausch zu fördern“, sagt Häußler. Das wird vor allem in der Jakobervorstadt sichtbar. Im Westen der Stadt ist von der Mauer noch weniger geblieben, denn dort wuchs Augsburg. Erst fiel das Gögginger Tor (Königsplatz), dann folgte die große „Entfestigung“.

Wandertour: Endstation Handwerkerhof

Im Osten führt unser Weg nach der City-Galerie am Bachlauf des alten Grabens entlang. Vor dem Roten Tor schwenken wir nach rechts, durchqueren Margaret (Spitalstift). Über Gassen führt uns Franz Häußler an einen seiner Lieblingsorte – den Handwerkerhof. Im Rücken der Puppenkiste eröffnet sich ein Blick auf einst einmalige Technik: die Wassertürme am Roten Tor.