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Wandern im Weilachtal und Wittelsbacher Land: Ein Berg, nicht nur für Ritter

Wandern im Weilachtal und Wittelsbacher Land: Die Wanderung führt durch kleine Siedlungen.
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Wandern im Weilachtal und Wittelsbacher Land: Die Wanderung führt durch kleine Siedlungen.
Foto: Gerlinde Drexler

Die Weilachtalrunde beim Wandern führt hinauf zur Freilichtbühne. Wandern Sie zwischen kleinen Siedlungen mit Feldern, Wiesen, Tälern und Hügeln!

Im Mittelalter stand die Burg der Marschalken von Schiltberg, einem der ältesten bayerischen Adelsgeschlechter, auf dem Hofberg. Die drei Rauten im Wappen der Gemeinde Schiltberg sind dem Siegel der einflussreichen „Hofbeamten“ der Wittelsbacher Pfalzgrafen und Herzöge entnommen. Heute fechten auf der rund 500 Meter hohen Erhebung über dem Weilachtal die wackeren Ritter des Hofberg-Freilichttheatervereins ihre Zweikämpfe aus oder führen klassische Theaterstücke auf. Die markante Freilichtbühne auf dem Bergsporn hat der Verein selbst gebaut.

Wandertour: Burgähnlich thront die Bühne über dem Weilachtal

Ein enges Wiesental, in dem scheinbar recht unberührt die Weilach von der Quelle in Wollomoos (Landkreis Dachau) Richtung Norden fließt. Bevor sie nach gut 20 Kilometern in Mühlried (Stadt Schrobenhausen, Kreis Neuburg-Schrobenhausen) in die Paar mündet, fließt die Weilach durch die Ortschaften Thalhausen, Aufhausen, Holzhausen, Gundertshausen, Höfarten, Schiltberg, Ried, Weilach und Aresing. Bis zur gleichnamigen Ortschaft Weilach in der Gemeinde Gachenbach (Kreis Neuburg-Schrobenhausen) mäandriert der Bach größtenteils naturnah, erst danach ist das Bachbett des Flüsschens begradigt. Wiesen sowie teils ausgedehnte Schilfflächen und Flachmoore charakterisieren die Aue der Weilach und ihrer Nebengewässer.

Besonders in den Zuflüssen finden sich noch Restvorkommen vom Aussterben bedrohter Tierarten, wie Bachmuschel und Steinkrebs. Die Weilach prägt das Gesicht der Landschaft ebenso wie die gewachsenen, dörflichen Siedlungen, darunter das als Straßendorf angelegte Schiltberg. Die Wanderung führt durch eine bewegte Geländegestalt mit ebenen Tälern, sanften Hügeln, Weilern und Ortschaften mit ausladendem Baum als Dorfmittelpunkt. Der Wechsel von Feldern und Wiesen mit zusammenhängendem, teils naturnahem Wald, macht den besonderen Reiz der Landschaft aus. Im Verlauf der Wanderung bieten sich von den Höhen immer wieder herrliche Ausblicke ins Weilachtal, auf den Hofberg oder ins tertiäre Hügelland am östlichen Rand des Landkreises Aichach-Friedberg.

Wandern inmitten von Obstwiesen: Wanderung beim größten Streuobstbestand im Wittelbacher Land

Auf dem Höhenrücken bei Bergen befindet sich der größte Streuobstbestand des Wittelsbacher Landes. Rund fünf Hektar groß ist die Streuobstwiese mit den größtenteils rund 70 Jahre alten Bäumen. Mehr als 300 Zwetschgen- , 100 Birnen und 30 Apfelbäume liefern das Obst zur Herstellung von Obstbränden. Der Obstanbau wurde schon seit Alters her gefördert. Schon Karl der Große setzte sich für den Anbau von Obstbäumen ein. Später führten das Adel und die städtische Obrigkeit fort.

So mussten beispielsweise Neubürger oder auch Heiratswillige Obstbäume pflanzen. Ähnlich wie die Krautgärten waren die siedlungsnahen Streuobstwiesen ein Lieferant vitaminreicher Nahrungsmittel. Die Früchte wurden zu Most verarbeitet oder durch Dörren haltbar gemacht. Kennzeichnendes Merkmal von Streuobstwiesen ist die Fülle unterschiedlicher Lebensräume auf engstem Raum. Die Obstbestände spielten für die Imkerei eine große Rolle. Und auch für die Vogelwelt ist das enge Nebeneinander von Brut- und Jagdstätte bedeutsam. Als typische, allerdings seltene Arten besiedeln Grünspecht, Wendehals und Gartenrotschwanz die bayerischen Streuobstwiesen.