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20.07.2010

Auf zwei Rädern über den Laugnaplatz

Während Rico Schöpf seine beiden Kollegen über den Laugnaplatz "chauffiert", hat er sogar noch Zeit den rund 150 Zuschauern zuzuwinken. Fotos: Philipp Wiedenmann
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Während Rico Schöpf seine beiden Kollegen über den Laugnaplatz "chauffiert", hat er sogar noch Zeit den rund 150 Zuschauern zuzuwinken. Fotos: Philipp Wiedenmann

Wertingen Actionhungrige kamen am Sonntagabend in Wertingen voll auf ihre Kosten, als die German Helldrivers ihre Stuntshow vorführten. Ob fahren auf zwei Rädern, durch ein brennendes Hindernis oder kontrollierte Überschläge, die Helldrivers zeigten scheinbar furchtlos ihr Können.

"Angst ist keine dabei, aber den Respekt darf man nie verlieren", so Rico Schöpf, Chef der Stuntleute. Seit 48 Jahren gibt es die Holzheimer Auto- und Motorradartisten, so die offizielle Bezeichnung des Berufs, für den mittlerweile eine Ausbildung notwendig ist. Die insgesamt 36 Helldrivers machen ihre Stunts vorwiegend für Filmproduktionen. Ein Teil der Crew gibt hin und wieder Benefiz-Live-Shows. Die Einnahmen kommen dabei immer der Lebenshilfe Dillingen zugute. Schöpf ist diese Art der Hilfe sehr wichtig. Die Aufführung ist für ihn dabei "wie ein Training."

So spielend leicht sieht es auch aus, wenn er etwa mit dem Motorrad über mehrere parkende Pkws springt, oder mit seinem BMW auf zwei Rädern fährt und dabei noch Zeit hat, aus dem Fenster zu winken. Doch auch seine Kollegen wissen, was sie tun: Crashspezialist Steven Miller zeigt im "Sicherheitsgurttest" - wie ihn die Stuntmen nennen - mehrere Überschläge mit einem Kleinwagen. Andere lassen sich zum Beispiel auf dem Dach eines Wagens durch eine Feuerwand fahren. Dinge, die wohl jeder im Film schon gesehen hat, die jedoch live wesentlich spektakulärer wirken.

Die Geräusche, die entstehen, wenn ein Auto mit dem Dach auf dem Kies entlang schleift, wirken fast bedrohlich, möchte der Normalbürger doch diese Situation nicht erleben. Ein Unglück gab es bei den German Helldrivers allerdings noch nie: "Schürfungen und Brüche gehören allerdings zur Tagesordnung", so Rico Schöpf. Dass noch nie etwas Schlimmes passiert ist, liegt auch an den intensiven Vorbereitungen und Theorieübungen, die Tag für Tag anstehen. Für den Notfall stehen jedoch immer ausgebildete Sanitäter bereit.

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Das Gelände des Laugnaplatzes wirkt fast zu klein für die Vorhaben von Schöpfs Truppe, doch das macht es für diese nur noch interessanter. Bei der Fahrt auf zwei Rädern sieht es mehrfach so aus, als ob der orange 3er BMW nicht mehr rechtzeitig anhalten kann. Schöpf bringt den Wagen kurz vor dem Absperrzaun auf "alle Viere" und zum Stehen. Erstaunlich ist auch, mit welch geringer Geschwindigkeit er auf der Seite balancieren kann.

Monstertruck mit 450 PS

Zum Finale packen die Adrenalinjunkies noch ihren 450 PS starken Monstertruck aus, um die demolierten Autos endgültig in einen Haufen Schrott zu verwandeln. Bei den verwendeten Autos handelt es sich fast nur um Serienfahrzeuge. Aber allein schon die dröhnenden Auspuffgeräusche lassen vermuten, dass es für eine Straßenzulassung nicht mehr gereicht hätte.

Dass die Helldrivers mit solchen Events ihr Können zeigen dürfen, ist, trotz des guten Zwecks nicht selbstverständlich: "Manche Städte lassen uns nicht auftreten. Die Stadt Wertingen hat uns keine Steine in den Weg gelegt", freut sich Schöpf über die Bereitstellung des Laugnaplatzes. (phwi)

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