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Ortstermin

19.05.2020

Aufregung um ein Feld bei Osterbuch

Der Bauausschuss des Laugnaer Gemeinderats hat sich vor Ort das Feld in Osterbuch angeschaut, auf dem Maispflänzchen aus dem Boden sprießen. Auf dem Bild: (von links) Zweiter Bürgermeister Helmut Bartsch, Bürgermeister Johann Gebele und die Ratsmitglieder Christian Finkel und Marion Bußmann. „Die Fläche ist zum Teil Eigentum der Gemeinde, und aufgrund von Hochwasserschutz gibt es einen Gemeinderatsbeschluss, dass hier auf keinen Fall Mais angebaut werden darf.“
Bild: Brigitte Bunk

Am Ortsrand sprießen Maispflänzchen zwischen Getreideüberresten aus dem Boden. Dort darf aber kein Mais angebaut werden. Was sich nach vielen Gesprächen des Bürgermeisters schließlich herausstellt

Große Aufregung in Osterbuch. Immer wieder erhielt Laugnas Bürgermeister Johann Gebele in den vergangenen Wochen Anrufe von besorgten Bürgern. Anlass ist ein Acker oberhalb des Baugebiets „Am Schlehlefeld“ in Osterbuch. Dort sahen die Bürger zwischen braunen Getreideüberresten kleine Maispflänzchen wachsen. Gebele erinnert die Gemeinderäte vor Ort: „Die Fläche ist zum Teil Eigentum der Gemeinde, und aufgrund von Hochwasserschutz gibt es einen Gemeinderatsbeschluss, dass hier auf keinen Fall Mais angebaut werden darf.“

Das Feld ist zum Teil Eigentum der Gemeinde Laugna, der andere Teil gehört einer Erbengemeinschaft. Bei Starkregen lief das Wasser in früheren Jahren immer wieder ungebremst den Hang hinunter bis ins Dorf. Um das zu verhindern, hatte der Gemeinderat vor Jahren entschieden, dass vom Pächter kein Mais mehr angepflanzt werden darf.

Nun schaute sich der Laugnaer Bau- und Umweltausschuss die Lage vor Ort an. Schnell war klar, dass nur eine Spritzaktion solche Folgen auf das Getreide haben konnte. Abgesehen von den Auswirkungen auf die Tiere und Insekten, die vor der offensichtlichen Spritzaktion im Getreide gelebt haben, finden die Gemeinderäte die Maßnahme noch aus einem anderen Grund fragwürdig: Der Acker grenzt direkt ans Baugebiet an, in dem viele Menschen leben.

Nach den rechtlichen Vorgaben scheint alles seine Ordnung zu haben. Dies hat Bürgermeister Gebele im Gespräch mit dem Landwirtschaftsamt in Wertingen erfahren.

Derzeit bewirtschaftet ein Landwirt die Gesamtfläche – sowohl den Teil der Gemeinde als auch den der Erbengemeinschaft. Letztere hat ihm dafür den Auftrag gegeben, wobei sie weder über die genauen Eigentumsverhältnisse noch über die Vorgaben zur Bewirtschaftung Bescheid wusste. Dies stellte sich nun erst durch das Gespräch mit dem Bürgermeister heraus.

Der Landwirt, der momentan die Fläche bewirtschaftet, fand das Feld in einem katastrophalen Zustand vor. Bürgermeister Gebele erfuhr von ihm, dass der Winterweizen somit keinen Ertrag mehr gebracht hätte. Für eine schnelle Alternative und Zwischenlösung habe sich nur der Mais angeboten. Er habe nichts davon gewusst, dass hier kein Mais angepflanzt werden darf.

Das Ziel der Erbengemeinschaft war laut Bürgermeister, dass sich jemand um den Acker am Ortsrand kümmert und die Beteiligten in der Zwischenzeit die Erbangelegenheiten in Ruhe klären können. Bürgermeister und Gemeinderäte sind sich bei dem Ortstermin darüber einig, dass es zum jetzigen Zeitpunkt auch keine Lösung wäre, die Fläche umzupflügen und einzusäen, weil der Boden damit bei Starkregen keinerlei Halt bieten würde. Das abgestorbene Getreide als Mulch unter dem Mais halte nach Ansicht aller Beteiligten vor Ort das Wasser zumindest zurück.

Auch wenn Bürgermeister und der Ausschuss mit der Lösung nicht glücklich sind, meint Gebele: „In Anbetracht der Situation ist es am besten, dass alles so bleibt, wie es ist, und sobald wie möglich eine Wiese angesät wird.“ Auch der bewirtschaftende Landwirt zeige sich bemüht. Er möchte laut Gebele seinen Beitrag zur Wiederherstellung der Fläche leisten.

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