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Wertinger Schulen

28.06.2017

Die versteckten Talente kommen ans Licht

Mit vollem Einsatz dabei: Trotz hochsommerlicher Temperaturen kamen zahlreiche Schüler ins Bliensbacher Schullandheim, um dort ihre verborgenen Talente zu entdecken. So konnten die Kinder unter anderem herausfinden, wie gute Spione sie früher gewesen wären.
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Mit vollem Einsatz dabei: Trotz hochsommerlicher Temperaturen kamen zahlreiche Schüler ins Bliensbacher Schullandheim, um dort ihre verborgenen Talente zu entdecken. So konnten die Kinder unter anderem herausfinden, wie gute Spione sie früher gewesen wären.
Bild: Bärbel Schoen

 Bei den Talenttagen im Bliensbacher Schullandheim werden sich viele Kinder ihrer intellektuellen Stärken bewusst. Zum Beispiel anhand von Spionagehandwerk.

Freiwillige Überstunden in der Schule bei hochsommerlichen Temperaturen – wo gibt‘s denn sowas? Während am vergangenen Montag unzählige Kinder in den Freibädern in Lauterbach und Wertingen Abkühlung suchten, traf sich im Bliensbacher Schullandheim ein auserwähltes Grüppchen, das etwas gänzlich anderes suchte: Geheimnissen der Naturwissenschaft auf die Spur zu kommen. Sollte einmal das Stromnetz großflächig zusammenbrechen und kein Handy und Navi mehr funktionieren, wissen zumindest diese Schüler sich zu helfen.

„Kommunikation“ war das Thema des Pilotprojekts, das sich „Talenttage im unteren Zusamtal“ nennt. 21 Buben und 20 Mädchen aus allen Schultypen in Wertingen und Buttenwiesen durften daran teilnehmen, elf Lehrer hatten für anregendes Material in vier angebotenen Workshops gesorgt. So steckten die Acht- bis Dreizehnjährigen bald die Köpfe zusammen, um mehr darüber zu erfahren, wie die Menschen früher kommunizieren konnten. Nach Sherlock Holmes Manier tasteten sie sich an die Enträtselung heran, mit Einsatz von Lupe, detailgenauer Beobachtung und nüchterner Schlussfolgerung. Aha-Effekte blieben da natürlich nicht aus. Hinsehen, Hinhören und Hinschmecken: Wer all seine Sinne nutzte und seine kreativen Fähigkeiten einsetzte, wurde mit erstaunlichen Entdeckungen belohnt. Das war eine Erkenntnis einer Gruppe, die sich ins Land der Sinne begab, die Blindenschrift ertastete oder Duftspuren mit der Nase verfolgte.

Ein anderes Workshopteam machte sich auf eine spannende Zeitreise vom Meer bis in die Berge und erforschte, wie sich dort die Menschen früher austauschten. Mit nachgebauten Kommunikationsmitteln wie Dosentelefonen, Trommeln, Hirtenflöten oder Flaggen konnten die Teilnehmer schnell feststellen, dass es funktioniert. Sogar über weite Ebenen und hohe Berge hinaus. Kurze Botschaften klappten bereits nach ein paar Versuchen.

Holzklötze, Wäscheklammern, Batterie, Reißzwecken, Miniglühbirne und Klingeldraht: Mehr braucht es nicht, um ein weiteres Kommunikationsmittel, einen einfachen Morseapparat, selbst herzustellen. Damit kann sogar über zwölf Meter hinweg kommuniziert werden, stellten Schüler begeistert fest. „Mit etwas Übung könnt ihr an Geschwindigkeit zulegen“, spornte der Gymnasiallehrer Thomas Havelka an. Die Zielvorgabe: 15 bis 20 Wörter pro Minute – das gelang früher nur den Profis.

Wer jemandem ein Geheimnis anvertrauen will, möchte nicht, dass andere mitlesen. „Top secret“: Ein Blick in die Geschichte der Spionage half da weiter. Die Spionage gehört zu den ältesten Gewerben der Welt. Schon vor 2500 Jahren versuchten die Herrschenden herauszufinden, was mögliche Staatsfeinde im Schilde führten. Dass geheimdienstliches Wissen Macht bedeutet, ist aktueller denn je. „Die Polizei darf künftig am Handy mitlesen“, stand zum Beispiel auf einem Zeitungsschnipsel, das die Teilnehmer für ein Plakat verwendeten. Die ersten Geheimbriefe wurden auf Papyrus geschrieben, nachdem sie um runde Holzstäbe gewickelt wurden. „Man kann eine geheime Botschaft auch dadurch verschlüsseln, dass man sie in einem anderen Text versteckt. Ein paar Zeitungen, Stifte, Nadeln und Lupen genügen. Winzige Löcher unter die Buchstaben stechen, aus denen die geheime Nachricht bestehen soll. Das fällt kaum auf und die Zeitung bleibt ganz unverdächtig“, lautete ein Auftrag.

Das Potenzial müsse oft erst wie ein Schatz gehoben werden, erklärte Schulamtsdirektor Wilhelm Martin beim Rundgang durchs Schullandheim. Nach neuesten Erkenntnissen müssten auch begabte Kinder speziell gefördert werden. „Begabung allein reicht nicht aus.“ Anders als beim Sport oder in der Musik, werden Talente im intellektuellen Bereich nicht immer wahrgenommen. Die Talenttage geben Kindern die Möglichkeit, sich selbst auszuprobieren und eine Orientierung zu finden.

Was eigentlich ein Talent ist und warum es so besonders ist, wollten die „rasenden Reporter“ Elisa Kopp, Jule Ensslin, Teresa Köhnlein und Sara Wech durch Befragungen der Teilnehmer klären. Fazit: „Wenn man etwas besonders gut kann und auch noch Spaß daran findet.“

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