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Bildung

23.05.2020

Gibt es bald ein Pilotprojekt für die Region?

Das Wertinger Gymnasium wurde mit dem Titel „Schulprofil Inklusion“ ausgezeichnet.

Landtagsabgeordneter Mehring besucht das Gymnasium. Dabei geht es um Inklusion und jüdisches Leben

Gleich mehrere politische Initiativen sind aus einem kürzlichen Gespräch zwischen Bernhard Hof, dem Schulleiter des Gymnasiums in Wertingen, und dem Landtagsabgeordneten Dr. Fabian Mehring erwachsen. Bei dem Treffen informierte sich Mehring, der zu Schulzeiten selbst Schülersprecher der Schule war, die im aktuellen Schuljahr mit dem Titel ‚Schulprofil Inklusion‘ ausgezeichnet wurde, über die Aktivitäten des Gymnasiums in diesem Bereich.

Oberstudiendirektor Hof nutzte die Gelegenheit, dem Parlamentarier erste Erfahrungen aus dem Projekt mitzuteilen und daraus Verbesserungsvorschläge abzuleiten, die Mehring umgehend an Kultusminister Prof. Piazolo weitergegeben hat. In einem Schreiben an den Staatsminister spricht sich der Heimatabgeordnete für die Erhöhung des Budgets an Anrechnungsstunden zugunsten der Inklusionsarbeit aus. „Inklusion kann nur gelingen, wenn im Schulalltag ausreichend Zeit dafür ist“, findet er. Ferner wirbt Mehring nach dem Gespräch mit Hof für eine „zielgerichtete Fortbildung und Zertifizierung“ von Pädagogen im Bereich der Inklusion. Schließlich spricht der Abgeordnete sich dafür aus, die speziellen Herausforderungen bei der schulischen Ausbildung behinderter Menschen auch im Rahmen der Schulsozialarbeit stärker zu berücksichtigen.

Begeistert zeigte sich Mehring indes von einer als Onlinekurs angelegten Fortbildung der Dillinger Akademie für Lehrerfortbildung mit dem Titel „Herausforderungen für Politische Bildung im Zeichen der Corona-Krise“. Nicht zuletzt weil er während seiner Doktorarbeit an der Augsburger Universität selbst in der Lehrerausbildung tätig war, überzeugte Mehring daran die Idee, junge Lehrkräfte auf diese Weise in die Lage zu versetzen, komplexe politische Zusammenhänge anschaulich zu vermitteln. „Wenn man beobachtet, wie dieser Tage Rechtspopulisten verständliche Demonstrationen gegen die Corona-Maßnahmen kapern, wird klar, wie wichtig politische Bildung für uns alle ist“, sagte Mehring. Für nicht weniger wichtig hält der parlamentarische Geschäftsführer vor diesem Hintergrund eine verlässliche Erinnerungskultur an die Schrecken des Nationalsozialismus.

Entsprechend positiv nahm er Hofs Idee auf, die Spuren jüdischen Lebens im Landkreis Dillingen zu Lern- und Denkorten auszubauen, an denen Führungen, Workshops und Ausstellungen für Schüler und interessierte Bürger stattfinden können. „Das würde helfen, auch in einer Zeit ohne lebende Zeitzeugen Beispiele des gelungenen Nebeneinanders von Christen und Juden in unserer Heimat zu vermitteln“, so Mehring. In einem Schreiben schlägt er deshalb sowohl Kultusminister Piazolo als auch dessen Amtsvorgänger Dr. Spänle, dem Antisemitismusbeauftragten der Staatsregierung, vor, ein entsprechendes Pilotprojekt in der Region zu etablieren. „Der geplante Umbau der Synagoge in Buttenwiesen könnte dabei eine erste Gelegenheit sein, aktiv zu werden“, meint Fabian Mehring. (pm)

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