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Binswangen

22.05.2019

Mit Holzhäusern auf dem Weg nach oben

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Die neue Logistik- und Lagerhalle der Firma Gumpp & Maier an der Binswanger Umgehung ist ein Blickfang. Gewerbebauten dürfen auch gut aussehen, sagten die beiden Geschäftsführer Alexander Gumpp (links) und Josef Maier.
Bild: Berthold Veh

Die Firma Gumpp & Maier in Binswangen zählt zu den innovativsten Unternehmen ihrer Branche. Umsatz und Mitarbeiterzahl wachsen stetig. Wo der Weg hingehen soll

Bei der Gewerbearchitktur haben Alexander Gumpp und Josef Maier eine Leitlinie. Die Gebäude müssten, wie die beiden Geschäftsführer des Binswanger Holzbauunternehmens Gumpp & Maier erklären, zum einen ihre Funktion erfüllen, zum anderen aber auch optisch etwas bieten. „Es darf auch gut aussehen“, sagt Gumpp. Ein Paradebeispiel dafür ist die neue Lager- und Logistikhalle der Firma an der Umgehung in Binswangen. Sie steht zwar seit fast einem Jahr, zieht aber mit ihrer geschwungenen Form immer noch die Blicke der Autofahrer an. Dabei ist die Halle, die Gumpps Bruder Michael geplant hat, gar nicht rund, sie wirkt nur so. „Sie hat kein einziges gekrümmtes Bauteil“, sagt Alexander Gumpp, nur Latten seien gebogen. Das Projekt stehe aber für das Vorgehen des Unternehmens. „Gebäude müssen sich an ihr Umfeld anpassen“, betont Maier. Und deshalb habe die neue Lager- und Logistikhalle den Schwung der Umgehung aufgenommen.

3,5 Millionen wurden investiert

Das Bauwerk ist zweifelsohne ein Hingucker, aber nicht das Herzstück der Firmenerweiterung. Etwa 3,5 Millionen Euro hat Gumpp & Maier in den vergangenen drei Jahren investiert. Neben der Lager- und Logistikhalle sind zusätzliche Sozial- und Büroräume und überdachte Lagerregale entstanden. Strategische Bedeutung hat die neue Fertigungslinie, die die Schlagzahl bei dem Binswanger Holzbauunternehmen verdoppelt. Bisher hat die Firma jährlich etwa 25000 Quadratmeter Wand- und Dachelemente produziert, jetzt liegt die Kapazität bei rund 50000 Quadratmetern.

Das Holzbauunternehmen steht auf mehreren Standbeinen. Das ist Alexander Gumpp, der 2004 mit seiner Vorgängerfirma „aufgrund einer einseitigen Fokussierung gnadenlos gescheitert“ ist, besonders wichtig. Gumpp & Maier baut pro Jahr etwa 20 bis 25 Einfamilienhäuser. Das Unternehmen bietet für Zimmerer und Holzbauunternehmen Abbund, Planungsleistungen und Elementfertigung an. Auch in der industriellen Farbbeschichtung von Hölzern ist die Binswanger Firma eine Anlaufstelle. Das große Wachstum in den vergangenen Jahren ist im Bereich „gm projects“ begründet: Das Binswanger Unternehmen verwirklicht große Holzbauprojekte – mehrgeschossige Wohnhäuser, Produktionshallen für Gewerbe, Büro- und Verwaltungsgebäude. Beim Activ-Stadthaus in Frankfurt stammt die komplette Gebäudehülle aus Binswangen. Die Logistikhalle von Grünbeck hat Gumpp & Maier ebenso gefertigt wie die Fassade des Landratsamts, aber auch Parkattraktionen im Günzburger Legoland. Von den 20 Millionen Euro Umsatz macht dieser Großprojekte-Bereich inzwischen 15 Millionen aus. „Hier gehören wir zu den Markt- und Technologieführern“, sagt Josef Maier selbstbewusst. Mit inzwischen 100 Mitarbeitern zähle Gumpp & Maier inzwischen auch zu den großen Holzbaubetrieben in Deutschland. Das Unternehmen arbeitet mit Universitäten und Hochschulen zusammen. „Wir zählen in unserer Branche zur Spitze in Deutschland“, sagt Maier. Bis 2025 sollen alle Planungs- und Produktionsprozesse komplett digital sein.

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Die Firma beschäftigt jetzt 100 Mitarbeiter

Eigentlich hatten sich Alexander Gumpp und Josef Maier beim Start im Jahr 2004 darauf verständigt, dass die Zahl der Mitarbeiter nicht höher als 30 sein sollte. „Wir wollen ein gesundes Wachstum“, sagt Gumpp. Mittlerweile liegt die Zahl bei 100, der Umsatz hat sich seit 2004 auf 100 Millionen verfünffacht. Die Auftragsbücher sind die nächsten eineinhalb Jahre voll. Und ein Ende des Booms ist nicht in Sicht. „Holz hat beim nachhaltigen Bauen und dem Klimaschutz eindeutige Vorteile“, sagt Gumpp. Holzhäuser wachsen immer weiter in die Höhe, in Hamburg entstehe gerade ein Holzhaus mit 18 Stockwerken. Das höchste Gebäude, das das Gumpp & Maier bisher errichtet hat, ist das Frankfurter Aktiv-Stadthaus mit 23 Metern Höhe. Der begrenzende Bereich beim Wachstum sei derzeit der Mangel an Fachkräften. „Wir könnten sofort zehn Zimmerer sowie fünf Meister und Ingenieure einstellen“, sagt Gumpp. Aber auch der Platz ist allmählich ausgereizt. Nur noch am Standort der einstigen Zimmerei in Richtung Dorfmitte gebe es Kapazitäten.

An diesem Wochenende wird Gumpp & Maier GmbH ihre Erweiterungsbauten einweihen. Am Freitag gibt es einen Festakt für geladene Gäste. Für alle Interessierte stehen dann am Samstag (10 bis 17 Uhr) und Sonntag (10 bis 16 Uhr) Tage der offenen Tür auf dem Programm. Ein Festzelt ist aufgestellt, und die Musik spielt. Mitarbeiter werden den Gästen die modernen Fertigungsanlagen zeigen. Zudem präsentieren sich auch acht Partnerbetriebe bei der Hausmesse. „Uns freut es sehr, dass uns die Binswanger Vereine unterstützen“, sagt Alexander Gumpp, der selbst im Gemeinderat sitzt. Die Verankerung in der Region sei dem Unternehmen sehr wichtig.

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