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Binswangen

22.04.2019

Siedlungscowboys und Ein-Mann-Heuschreckenplagen beim Kabarett in Binswangen

Der bayerische Kabarettist Nepo Fitz brachte die Gäste des TSV Binswangen von Anfang an in Stimmung.
Bild: Brigitte Bunk

Der TSV Binswangen brachte wieder einen bekannten Künstler auf die Bühne. Was für die Gäste normal ist, sieht Nepo Fitz voller Gefahren.

Wer am Ostersonntag einen lustigen Abend verbringen wollte, ohne über große Probleme in der weiten Welt nachdenken zu müssen, war in der Binswanger Mehrzweckhalle richtig. Nepo Fitz sorgte mit seinem Temperament von Anfang an für gute Laune. Den passenden Applaus und die röhrende Untermalung für seine „ultimative Rock-’n’-Roll-Show“ studierte er mit den Gästen direkt zu Beginn ein, deren Energielevel er dabei gleich testete.

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Immerhin sollten sie in Hysterie ausbrechen, kreischen, die Männer „animalisch, brünftig röhren“, als ob Jerry Lee Lewis, AC/DC oder gar Hansi Hinterseer die Bühne betreten würden. So verschwand er mit den Worten „Ich hab Zeit“. Als die Zuschauer merkten, dass er das ernst meint, taten sie genau das. Immer stärker, bis Nepo Fitz wieder hereinkam und voller Inbrunst rock-’n’-rollte.

Auf Kreuzfahrt mit Karibikfeeling

Er nahm sie mit auf Kreuzfahrt, samt Clubschiff mit Karibikfeeling. Um im Beziehungsalltag in den Neufahrner Reihenhausrevieren zu landen, wo Falschparker und sich nicht an die Mittagsruhe Haltende zum Schwerverbrecher werden. Denn für den Siedlungscowboy ist klar: „Du kannst die Siedlungsgesetze nicht brechen.“ Bis zu Mord und Totschlag führe diese Normalität – oder halt zur Trennung und dem Alleinsein danach. „Trotz der Gefahren zieht mich dieser Lebensplan auch immer wieder an“, meinte er nach dem Blick auf das „Eigenheim, die Keimzelle alles Guten“. Wovor ihn seine Eltern – „die Mutter Kabarettistin und Power-Emanze, der Vater bayrisch-persischer Rock ’n’ Roller“ – immer wieder gewarnt hätten.

Siedlungscowboys und Ein-Mann-Heuschreckenplagen beim Kabarett in Binswangen

Den Zuschauern gefiel’s. „Er hat gute Einfälle, ist impulsiv und bringt viel Action auf die Bühne“, sagte Martin Zeh aus Biberbach erfreut, der auch den Lebenslauf des Künstlers angesichts der Eltern spannend findet.

Dass Nepo Fitz mit seinen Pointen den Kern trifft, freute auch Tanja Kotter. Auf Empfehlung der Kleinkunstbühne Lauterbach lud der TSV Binswangen den bayerischen Kabarettisten ein, erzählte Organisator Ralf Chromik. Nepo Fitz breitete nach der Pause wieder voller Witz und stets mit dem passenden romantischen, tragischen oder fröhlichen Lied die Höhen und Tiefen eines Singlelebens vor den Gästen aus. Herz und Schmerz durchlebten sie angesichts der Beziehung mit der verheirateten Geliebten, die ihn letztendlich bei seinen verzweifelten Versuchen, sie ganz für sich zu gewinnen, als „Ein-Mann-Heuschreckenplage“ bezeichnete. Da blieb den Gästen nur noch, herzhaft zu lachen.

Höhepunkt auf der Silbernen Hochzeit

Auch wenn so tiefsinnige Sätze fielen wie: „Leben heißt, mehr Träume in meiner Seele zu haben, als die Realität zerstören kann.“ Denn der Unterhaltungskünstler zeigte, dass ihn so leicht nichts unterkriegen könne. Als Fitz „20 Maß und zehn Schnaps später“ die lallenden Reden anlässlich der silbernen Hochzeit inszenierte, brachte er die Stimmung noch mal auf den Höhepunkt. So meinte der Künstler am Schluss: „Ma muaß dia Sau scho mal rauslassen!“

„In diesem Sinne“ stimmte Nepo Fitz „Let me entertain you“ an und heizte den Gästen zum Abschluss nochmals ein, bevor er sie mit Autogrammen und Visitenkarten ausgestattet persönlich verabschiedete nach seinem Auftritt, der wesentlich mehr Zuschauer verdient hätte.

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