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Wertingen

18.10.2018

Und wieder der Wertinger Grüngürtel

Verschiedene Bauvoranfragen sorgten im Wertinger Bauausschuss für Diskussionsstoff.
Bild: Wolfgang Widemann (Symbolbild)

Im Wertinger Bauausschuss werden die Stadträte einmal mehr mit einer Voranfrage zu einem Wohnhaus in der Fritz-Carry-Straße konfrontiert. Auch der Buttenwiesener Unternehmer Dieter Romakowski sorgt für Gesprächsstoff.

In Wertingen gibt es einen großen Bedarf an Wohnungen. In den vergangenen Jahren war es regelmäßig so, dass auf neu ausgeschriebene Bauplätze viel mehr Bewerber kamen, als die Stadt glücklich machen konnte. Doch auch auf dem Markt für Mietwohnungen gibt es einen großen Bedarf. So stellte es in der Sitzung des Ausschusses der stellvertretende Bürgermeister Johann Bröll dar.

Große Zahl von Zuschauern im Wertinger Bauausschuss

Anlass war eine Voranfrage, die den Stadträten sowie der ungewöhnlich großen Zahl von Zuschauern vorgelegt wurde. Dieter Romakowski, Buttenwiesener Unternehmer und Besitzer zahlreicher Immobilien in der Region, lotet derzeit die Möglichkeiten für einen Wohnkomplex an der Augsburger Straße 27 aus. Wo derzeit das alte Postgebäude steht, dass den Verein Twin-Teakwondo beherbergt, könnte demnach ein Wohnkomplex mit bis zu 28 Mietwohnungen entstehenentstehen, aufgeteilt auf zwei Gebäude. Das alte Postgebäude müsste dafür abgerissen werden. Dieter Romakowski stellte gegenüber unserer Zeitung klar, dass es sich um eine Voranfrage handele und „noch nichts spruchreif“ sei.

Johann Bröll äußerte neben grundsätzlicher Zustimmung auch Bedenken: Das Verkehrsaufkommen in der Nähe der Adresse sei sehr hoch. Die Lebensqualität könnte dadurch für zukünftige Bewohner „erheblich eingeschränkt“ sein. Sollte das Bauprojekt verwirklicht werden und dort viele neue Bewohner einziehen, könnten diese in Zukunft Forderungen zur Verkehrsberuhigung stellen, so Brölls Überlegung. Die Räte stimmten der Voranfrage einstimmig zu. Parkplätze sollten nach dem Willen der Räte in Form einer Tiefgarage zur Verfügung gestellt werden.

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Ein weiteres Wohnbauprojekt stellte die Firma Hack Wohnbau vor, die ein Mehrfamilienhaus mit sechs Wohneinheiten in der Bergstraße 2 errichten will – auch hierfür sprachen sich die Räte einstimmig aus. Nicht so dagegen für ein Wohnhaus, das eine Familie an der Fritz-Carry-Straße errichten möchte. Denn das Grundstück liegt im „berühmt-berüchtigten Grüngürtel“, wie es Stadtbaumeister Anton Fink formulierte, zwischen der Bauerngasse im Westen und der Fritz-Carry-Straße im Osten. Im März erlangte der Grünstreifen in Wertingen einige Bekanntheit, da ein Bauvorhaben der Familie von Stadtrat Dr. Herbert Nuber (Freie Wähler) zu erheblichen Verwerfungen innerhalb des Stadtrates geführt hatte. CSU-Stadtrat Helmut Sporer prozessierte privat gegen das Bauvorhaben, allerdings erfolglos. Im Stadtrat befragte er ausführlich Bürgermeister Willy Lehmeier zu der Vergabe. Sporer störte sich damals unter anderem daran, dass der Grüngürtel laut eines Stadtratsbeschlusses für weitere Bebauung gesperrt worden sei. Das Gebäude der Familie Nuber musste laut Landratsamt in eine einheitliche Reihe zur bestehenden Bebauung an den äußeren Rand des Streifens verlegt werden. Dann erfolgte die Genehmigung, da der Charakter des Grünstreifens so gewahrt bleibe.

Zwei Wertinger Stadträte stimmten dafür

Die neu eingegangene Bauvoranfrage lehnte der Stadtrat ab – allerdings nicht einstimmig. Peter Hurler (Grüne) sowie Franz Bürger (CSU) stimmten für eine Genehmigung der Bauvoranfrage. Auf Nachfrage erklärte Hurler seine Haltung so: „Der Grüngürtel gehört überplant. Das ist keine ökologisch wertvolle Fläche.“ Es sei ihm unverständlich, warum dort keine Nachverdichtung und somit Wohnbebauung stattfinden sollte.

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