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Wertingen

04.07.2019

Was sagt die App zur nächsten Mahlzeit?

Dr. Cornelia Stadlmayr freut sich auf den Infotag am Dienstag, 9. Juli. Unter dem Motto „Richtig gut essen - digital ist real“ können Besucher in die Welt der Apps eintauchen und sich selbst vor Augen führen, wie die Digitalisierung in Zukunft unsere Ernährung beeinflussen wird.
Bild: Benjamin Reif

Wer schon immer mal wissen wollte, was die Digitalisierung mit unserer Ernährung machen wird, der sollte sich am Dienstag, 9. Juli, eine Infoveranstaltung nicht entgehen lassen. Mit der VR-Brille geht es in den Körper.

Privat nutzt Dr. Cornelia Stadlmayr nur wenige Apps. Doch gerade in ihrem Fachgebiet ist der Boom in der digitalen Welt gewaltig. Stadlmayr ist am Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) in Wertingen für den Fachbereich Ernährung zuständig. Die Möglichkeiten des Einzelnen in diesem Bereich sind dabei heute in mehrerer Hinsicht nahezu unbegrenzt. Einerseits kann der Kunde im Supermarkt Produkte aus der ganzen Welt kaufen. Und andererseits kann er sich auf Knopfdruck dazu Produkte kaufen und auf sein Handy herunterladen, die für jeden erdenklichen Aspekt von Ernährung Tipps, Rezepte und Kontrollsysteme bereithält.

Zu diesem Thema veranstaltet das AELF am Dienstag, 9. Juli, von 12.30 bis 18.30 Uhr einen Infotag unter dem Motto „Richtig gut essen - digital ist real“. Dieser findet im Fitnessstudio Gantze in Wertingen statt. Die Veranstaltung ist Teil der „Bayerischen Ernährungstage“.

Digitalisierung ist Thema in Wertingen

Laut Stadlmayr richtet sich das Programm dort vor allem an Personen, die zwischen 30 und 60 Jahre alt sind. Für den Alltag gibt es zahlreiche Hilfestellungen. Sich zu orientieren in der neuen Welt der endlosen digitalen Möglichkeiten ist laut Stadlmayr nicht immer leicht. „Es gibt viel Schlechtes und Unnützes im Internet“, sagt sie. Und bei aller Nützlichkeit stellt sich bei den kleinen Programmen stets die Frage, was mit den teils sehr privaten Daten geschieht, die sie aus unserem Privatleben abgreifen.

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Rund 120000 Apps gibt es derzeit alleine zu Ernährungsthemen, sagt Stadlmayr. Manche schlagen Rezepte vor, andere dröseln die Inhaltsstoffe von Produkten auf – was hat besonders viel Fett oder Zucker, was ist reich an Proteinen und Ballaststoffen? Andere der kleinen Programme verbinden die Ernährungsberatung mit einem Plan zum Abnehmen und geben immer dann grünes Licht, wenn es wieder Zeit ist, eine Mahlzeit einzunehmen. Wieder andere Apps zeigen dem Benutzer, wo es regionale Produkte zu kaufen gibt, wie Eier und Milch vom nächst gelegenen Hofladen. Auch das AELF selbst hat drei eigene Apps am Start: Die „App-Trilogie“ bietet Ernährungstipps für die Zeit der Schwangerschaft, für Babys und Kleinkinder bis drei Jahre. In der Baby-App gibt es sogar einen „Breikalkulator“ mit individuellen Rezepten.

Das Thema gesunde Ernährung ist eng verwandt mit den Themen Bewegung und Sport – beides zusammen hält die Organe und Muskeln lange in Schuss und bringt auch sonst viele Vorteile, etwa besseren Schlaf und höhere Konzentrationsfähigkeit. Deshalb erfahren die Besucher des Infotages einiges darüber, was es zu Bewegung im digitalen Bereich so gibt. Die Besucher können einen „Parcours der Digitalisierung“ durchlaufen. Dabei werden sie unter anderem auf eine virtuelle „Zeitreise“ geschickt, in der sie die Vergangenheit und Zukunft der Einkaufsmöglichkeiten erleben. Laut Stadlmayr gibt es in mehreren Ländern schon Supermärkte, an denen es keine klassischen Kassen mehr gibt, sondern nur noch digitale Wagen, an die man seine Karte halten muss – die Produkte werden selbstständig gescannt. Die Möglichkeit der Essenlieferung per Drohne ist ein weiteres Themenfeld.

Welche App für Ernährung ist sinnvoll, welche nicht?

Ein Highlight des Parcours ist eine virtuelle Reise in den Körper: Mittels einer Virtual-Reality-Brille kann man „in“ die verschiedenen Organe des Körpers reisen und sich aus der Nähe ansehen, was diese für den optimalen Betrieb benötigen.

Beim Infotag wollen die Veranstalter nicht nur die Möglichkeiten aufzeigen, die sich durch die Nutzung der kleinen Programme auf dem Handy, dem Laptop oder anderen „smarten“ Geräte eröffnen. Es soll kritisch eingeordnet werden, was da geschieht, wenn die App mit persönlichen Daten gefüttert wird, um den vermeintlich besten Effekt für den Nutzer zu erzielen. Oft ist kaum ersichtlich, was mit den Daten anschließend geschieht. Doch ebenso unbestreitbar ist der Nutzen, den sie bieten. „Die Besucher sollen anschließend die digitalen Produkte besser einschätzen können“, sagt Cornelia Stadlmayr.

Die Ernährungs-Fachfrau findet es zudem gut, dass die Veranstaltung beim Gesundheitsstudio Gantze stattfindet. Denn dort erhalten die Besucher gleich noch einen Einblick, wie die Digitalisierung im Sport-Sektor aussehen kann. Dort bekommt jeder Besucher ein Armband, dass vieles im Studio automatisch regelt – etwa, welcher Widerstand an den Maschinen eingestellt ist. „Es ist ein großer Trend, dass heute vieles automatisch geschehen soll. Ohne, dass man selbst noch darüber nachdenken muss“, sagt Stadlmayr.

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