Newsticker

Auseinandersetzungen bei Protesten gegen die Corona-Politik in Rom
  1. Startseite
  2. Lokales (Wertingen)
  3. Wo es Hilfe gibt, wenn etwa das Geld nicht mehr reicht

Dillingen

13.05.2015

Wo es Hilfe gibt, wenn etwa das Geld nicht mehr reicht

Die vier Beraterinnen von der Dillinger Diakonie. Im Bild von links Ingrid Braun von der kirchlichen allgemeinen Sozialarbeit, Lucia Grau und Emanuela Pera, die sich um Asylbewerber kümmern und Ella Gillert, zuständig für Migranten.

In Dillingen wird die Eröffnung eines Büros gefeiert. Dort finden viele Unterstützung

Jahrelang hat man gearbeitet, jahrelang hat der Lohn gereicht. Und dann, in der Rente, reicht das Geld nicht mehr. Nicht für den Unterhalt des mühsam aufgebauten Hauses. Nicht für das Auto. Und auch nicht mehr, um den Kühlschrank zu füllen. Aber das soll bloß keiner wissen, so peinlich ist es. Manche suchen in der größten Not Rettung bei Pfarrer Manuel Kleiner von der evangelischen Kirche. Und der kann an Ingrid Braun vermitteln. „Viele Menschen wissen gar nicht, worauf sie Anspruch haben.“ Sie ist für die kirchliche allgemeine Sozialarbeit des Diakonischen Werkes zuständig. Gemeinsam mit ihren drei Kolleginnen Ella Gillert, Emanuela Perm und Lucia Grau feiert Ingrid Braun nun die Eröffnung des neuen Büros am Martin-Luther-Platz 1. Die vier Frauen betreuen dort seit Jahren Migranten, Asylbewerber und andere, die Hilfe brauchen, doch jetzt ist alles neu gemacht worden. Ingrid Brauns Schwerpunkt ist das Sozialrecht, die Existenzsicherung. Sie sucht nach Lösungen etwa für Alleinerziehende, die nicht mehr über die Runden kommen, für Arbeitslose oder Rentner mit klammen Kassen. Sie stellt bei Bedarf weitere Kontakte her, etwa zu Nachbarschaftshilfen. Denn gerade Ältere seien oft einsam.

Ganz anders der Aufgabenbereich von Ella Gillert. Sie kümmert sich seit 15 Jahren im Keller des Gemeindehauses um Migranten. Diese haben im Unterschied zu Asylbewerbern einen geregelten Aufenthaltsstatus, zumeist handelt es sich um Spätaussiedler. Diese seien meist gut integriert. „Schwierig ist aber die Anerkennung beruflicher Abschlüsse, vor allem bei hoch qualifizierten Berufen.“ Emanuela Pera und seit Kurzem Luzia Grau sind zuständig für Asylbewerber.

Für alle vier Frauen gibt es nur einen einzigen Computer und einen einzigen Schreibtisch, zwischen neuen Schränken, einem Regal, einem runden Tisch und vielen Unterlagen. Doch da die Frauen so unterschiedliche Bürozeiten haben (siehe Infokasten), reicht das. „Und wir sind alle aus der Kategorie ordnungsliebend, deswegen klappt das“, fügt Ingrid Braun hinzu. Dankbar sind alle vier für die neue, helle Einrichtung, die das Arbeiten dort unten viel angenehmer machen.

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.
Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.

Das Dillinger Büro ist eine Außenstellenstelle des Diakonischen Werks Neu-Ulm, in der sogenannten Ostregion des evangelisch-lutherischen Dekanatsbezirkes Neu-Ulm. Dazu gehört auch Günzburg. Seit über 20 Jahren arbeiten das Diakonische Werk Neu-Ulm und die evangelisch-lutherische Kirchengemeinde zusammen. Doch in der evangelischen Einrichtung sind die vier Beraterinnen nicht an die Konfession ihrer Klienten gebunden. „Wir fragen nicht danach, die wenigsten sind Christen“, betont Ella Gillert. Zurzeit sehen sich die Frauen öfter, denn es gilt, etwas zu planen: Am Himmelfahrtstag, Donnerstag, 14. Mai, wird die Eröffnung des Büros gefeiert. Los geht es um 10 Uhr mit einem Festgottesdienst der evangelischen Kirchengemeinde Dillingen am Martin-Luther-Platz 1. Es ist gleichzeitig der Regionalgottesdienst. Bei schönem Wetter wird im Garten gefeiert, bei Regen findet der Gottesdienst in der Katharinenkirche nebenan statt. Dabei wird der Migrantensingkreis auftreten und es werden Rollenspiele aufgeführt. Anschließend können sich die Gäste bei einem kleinen Imbiss das Büro anschauen.

Die vier Frauen hoffen auf regen Zulauf, damit ihr Beratungsangebot bekannter wird. Bevor das Geld für Lebensmittel nicht mehr reicht.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren