Newsticker

Gesundheitsminister Spahn rechnet mit ersten Corona-Impfungen noch in diesem Jahr
  1. Startseite
  2. Wirtschaft
  3. Aus der Wirtschaft kommt Kritik an der Frauenquote

Frauenquote

22.11.2020

Aus der Wirtschaft kommt Kritik an der Frauenquote

In den größten deutschen Konzernen sind heute 36 Prozent der Aufsichtsratsmitglieder Frauen.
Bild: Daniel Naupold, dpa (Symbolbild)

Nachdem sich Union und SPD auf eine verbindliche Frauenquote verständigt haben, gibt es Kritik von beiden Seiten. Ist die Regelung zu zaghaft? Oder geht sie zu weit?

Am Freitag haben sich Union und SPD auf eine verbindliche Frauenquote in Vorständen geeinigt. Demnach muss den Vorständen börsennotierter und paritätisch mitbestimmter Unternehmen mit mehr als drei Mitgliedern künftig eine Frau angehören. Strengere Vorgaben gelten für den Öffentlichen Dienst sowie für Unternehmen mit Mehrheitsbeteiligung des Bundes. Nun ist die Kritik groß.

Die einen, wie etwa die Grünen-Sprecherin für Frauenpolitik, Ulle Schauws, finden die Regelung zu zaghaft. „Leider kann das, was SPD und Union jetzt vollmundig als Quote für Vorstände ankündigen, höchstens als Mindestbeteiligung bezeichnet werden“, sagte sie am Wochenende. Den anderen geht sie viel zu weit. Die Parlamentarische Geschäftsführerin der FDP-Fraktion, Bettina Stark-Watzinger, sagte: „Solange es im roten Finanzministerium keine einzige beamtete Staatssekretärin gibt, sollte die SPD nicht etwas durchsetzen, woran sie selbst sich nicht hält.“

Sobald Kinder da sind, gehen die Erwerbsbiographien auseinander

Die Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft (vbw) lehnt eine gesetzliche Frauenquote ab. vbw-Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt sagte unserer Redaktion, der Schlüssel zu einem höheren Frauenanteil in Führungs- und Vorstandspositionen liege in kontinuierlichen Karriereverläufen durch eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Denn die Erwerbsverläufe von Frauen und Männern unterschieden sich ab dem Zeitpunkt, zu dem Kinder betreut werden müssen. „Die beruflichen Rahmenbedingungen sind eine zentrale Stellschraube, um ungewollt lange Erwerbsunterbrechungen zu reduzieren, die Arbeitszeit auszuweiten und insgesamt mehr Karriereoptionen für Frauen zu eröffnen. Hier ist auch der Staat in der Pflicht“, so Brossardt.

In den größten deutschen Konzernen sind heute 36 Prozent der Aufsichtsratsmitglieder Frauen. Laut der Personalberatung Russell Reynolds ist Simone Bagel-Trah bei Henkel die einzige Aufsichtsratsvorsitzende in den 30 DAX-Konzernen. (mit dpa)

Lesen Sie dazu auch:

Themen folgen

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an moderator@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.

Das könnte Sie auch interessieren