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Coronavirus
30.11.2020

Siemens-Chef Joe Kaeser lobt Corona-Krisenmanagement der Bundesregierung

Er sei zwar kein Mediziner, sagte Kaeser, "ich kann aber beurteilen, wie sich Deutschland im Vergleich zu anderen Ländern schlägt."
Foto: Peter Kneffel, dpa

Exklusiv „Deutsche Politik macht sehr guten Job“, sagt der scheidende Siemens-Chef Joe Kaeser über das Corona-Management in Deutschland.

Siemens-Konzernchef Joe Kaeser bescheinigt der Bundesregierung ein international erfolgreiches Krisenmanagement in der Bekämpfung der Corona-Pandemie. „Wir als Siemens, also als ein Unternehmen, das in fast jeder Region des Landes wirtschaftlich aktiv ist, fühlen uns sehr wohl mit unseren Regierenden und deren Handeln unter unsicheren Bedingungen“, sagte der Vorstandsvorsitzende unserer Redaktion.

Er sei zwar kein Mediziner, sagte Kaeser, "ich kann aber beurteilen, wie sich Deutschland im Vergleich zu anderen Ländern schlägt. Und in dieser Hinsicht macht die deutsche Politik einen sehr guten Job“ betonte er.

 

Siemens-Chef Joe Kaeser: „Ich glaube, ich wäre kein guter Politiker“

Für eine endgültige Bilanz über die Pandemie-Politik sei es aber noch zu früh. „Wir befinden uns mitten in der zweiten Corona-Welle und wissen noch nicht, wie viele Menschen dieses Mal an dem Virus erkranken und welche sozio-ökonomischen Folgen das haben wird.“

Der scheidende Siemens-Chef, der im Februar den Vorstandsvorsitz an seinen Stellvertreter als designierten Nachfolger, Roland Busch, abgeben wird, zollte den Politikern Respekt: „Ich glaube, ich wäre kein guter Politiker“, betonte Kaeser und wies Spekulationen über eigene politische Ambitionen nach seinem Ausscheiden zurück. „Politik setzt sehr viel Geduld voraus und die Fähigkeit, immer zwischen dem Machbaren und dem Wünschenswerten abzuwägen. Da muss sich jeder fragen, ob er dafür der richtige Typ ist.“

Joe Kaeser fordert: Bei Antisemitismus und Rassenhass nicht wegducken

Kaeser verteidigte jedoch, dass er insbesondere auf Twitter zu vielen politischen Themen klar Stellung beziehe: „Für mich geht es dabei auch um Gerechtigkeit“, betonte er. Es sei ihm wichtig seine „Stimme zu erheben, wenn Minderheiten Unterstützung brauchen oder sich nur wenige trauen, ihre Meinung zu sagen, weil ihnen die Gegner zu mächtig erscheinen“, sagte er. „Genau dann muss man sich zu Wort melden und nicht erst, wenn es sich schon Tausende getraut haben.“

Es gelte, sich insbesondere bei Antisemitismus und Rassenhass nicht wegzuducken. „Das ist eine moralische Aufgabe für Deutschland und die Spitzenvertreter des Landes“, betonte Keser. „Viele einfache Bürger finden kein öffentliches Gehör. Deswegen sollten auch bekannte Meinungsbildner das Wort erheben.“

Jeder Manager müsse sich sorgfältig überlegen, ob und wie er oder sie sich politisch einmische, doch er sei viel in der Welt herumgekommen.“ Dadurch erschließen sich Zusammenhänge, die man in den eigenen vier Wänden weder sieht noch verbinden kann. Alleine schon daraus erwächst eine Verantwortung.“

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