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Expo 2020

24.01.2019

Die Tore zur Weltausstellung entstehen im Ries

Martin Osswald, Geschäftsführer von Ha-Co Carbon (links) und Architekt Asif Khan auf einem der Prototypen für die Eingangsportale.
Bild: Ha-Co Carbon

Eine Wallersteiner Firma baut eines der Aushängeschilder der Expo 2020: die Eingangsportale. Sie sollen die größten Bauwerke der Welt aus Kohlefasern sein.

Wenn 2020 die Weltausstellung Expo in Dubai eröffnet, werden tausende Menschen durch die drei Eingangsportale schreiten. Neben vielen Besuchern haben auch die Portale eine lange Reise hinter sich, denn sie werden in Wallerstein (Landkreis Donau-Ries) von der Firma Ha-Co Carbon hergestellt. Geschäftsführer Martin Osswald erklärt, dass die Portale die größten Kohlefaserbauwerke der Welt sein werden. Jedes Portal wird 21 Meter hoch und breit sowie 30 Meter tief sein.

Entworfen wurden sie vom britischen Architekten Asif Khan. Zusammen habe man laut Osswald Bauwerke entwickelt, die einerseits gut aussehen und andererseits sicher sind. Die Idee sei, durch Gitterstrukturen, die einem Teppich ähneln, einen „orientalischen Touch“ zu erhalten. Mehr darf Osswald noch nicht verraten. Hergestellt werden die Bauwerke aus Carbon, also Kohlefasern. Dabei werden Kohlefasern auf eine Spule gewickelt, mit Harz benetzt und anschließend modelliert. Für Osswald ist die Kohlefaserindustrie der Markt der Zukunft, da Carbonelemente schnell und preiswert hergestellt werden können und dabei sehr stabil und lange haltbar sind.

Osswald hat Ha-Co Carbon von Bernd Schottdorf abgekauft

Genau das sei auch einer der Gründe gewesen, warum die Organisatoren aus Dubai Kohlefaser-Portale wollten. „Die Eingangstore sollen schließlich das Aushängeschild der Expo sein“, sagt Osswald. Es sei außerdem geplant, dass die Portale nach der Weltausstellung nicht abgebaut, sondern weiter genutzt werden. Es sei zum Beispiel vorstellbar, dass sie später in einem Park stehen.

Seit einem Dreivierteljahr planen und konstruieren Osswald und seine Mitarbeiter die Eingangsportale in Wallerstein. Der Geschäftsführer freut sich, dass seine Firma den Auftrag im zweistelligen Millionenbereich erhalten hat. Die Gespräche in Dubai seien nicht immer einfach gewesen, da viel gefeilscht wurde. Es sei jedoch fair verhandelt worden.

Osswald hat Ha-Co Carbon 2016 dem Augsburger Laborarzt Bernd Schottdorf abgekauft, bevor er 2018 verstarb. Unter Schottdorf hieß die Firma noch Carbon Großbauteile GmbH (CGB). Momentan stellen die 30 Mitarbeiter neben anderen Aufträgen – etwa für die Luft- und Raumfahrtindustrie oder die Medizintechnik – pro Tag zwei Einzelteile für die Eingangsportale her. 340 werden es insgesamt. Die Teile werden dann mit Lastwagen nach Amsterdam und per Schiff nach Dubai gebracht. Vor Ort werden sie montiert. Bis Februar 2020 müssen die Eingangsportale aufgestellt sein.

Es gibt schon einige Folgeaufträge aus dem Emirat

Man sei mit der Fertigung im Zeitplan, erklärt der Geschäftsführer. Osswald musste sich zunächst in die Gesetzeslage in Dubai einarbeiten und von den zuständigen Behörden vor Ort Genehmigungen einholen. In Dubai laufe alles schneller ab, sagt Osswald.

In der EU wäre ein solches Bauprojekt seiner Meinung nach aufgrund der Bürokratie und Bauvorschriften, die sich ständig ändern, nicht machbar gewesen. Bei Fragen – zum Beispiel zu Exportgenehmigungen – tausche er sich oft mit den Organisatoren des deutschen Pavillons auf der Expo aus oder frage beim bayerischen Wirtschaftsministerium nach.

Bis zur Eröffnung der Weltausstellung im Oktober 2020 wird Osswald noch einige Male nach Dubai reisen: Für Gespräche mit den Verantwortlichen, aber auch um den Aufbau zu überwachen. Und auch nach der Expo wird er wohl öfter im Emirat sein: Es gebe schon erste Folgeaufträge, sagt der Geschäftsführer aus dem Ries.

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