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Habeck betont Notwendigkeit von Waffenlieferungen an die Ukraine
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Konjunktur
13.03.2020

74 Prozent weniger Auslieferungen: So schwer trifft die Coronakrise VW

Die Corona-Krise trifft VW hart.
Foto: Sina Schuldt, dpa

Nach dem Diesel-Skandal schien es für VW wieder bergauf zu gehen. Nun steht der Autobauer vor weiteren Baustellen. Wie hart die Corona-Krise VW trifft.

Nach den Milliarden-Zahlungen im Zuge des Diesel-Skandals schien der Volkswagen-Konzern wieder erfolgreich durchzustarten. Unternehmenschef Herbert Diess erntete viel Lob für seine konsequente Elektroauto-Strategie. Doch nun wird der Weg wieder zunehmend steiniger für den weltgrößten Autobauer. Denn wie schon im Januar konnte VW auch im Februar im Vergleich zu den Vorjahresmonaten deutlich weniger Fahrzeuge verkaufen.

Corona-Krise trifft VW: Auslieferungen gehen stark zurück

Die Ursachen dafür liegen auf der Hand: Die Corona-Krise und die schon vor dem Ausbruch der Pandemie schlechtere konjunkturelle Lage setzen auch den lange robust wirkenden Wolfsburgern zu. Dabei sind die Einbrüche in China für VW besonders schmerzlich, ist das riesige asiatische Land für das deutsche Unternehmen doch als wichtigster Einzelmarkt von enormer Bedeutung. Dort gingen die Auslieferungen im Februar um 74 Prozent auf nur noch 60.900 Fahrzeuge zurück. Das satte China-Minus schlug natürlich auf die weltweite Absatzbilanz für diesen Monat durch: Hier war ein Rückgang von 24,6 Prozent auf 546.300 Autos zu verzeichnen. So nehmen es die VW-Manager mit Erleichterung auf, dass sich der chinesische Markt langsam wieder zu erholen beginnt.

Produktionsprobleme sorgen bei Gesamtbetriebsratsvorsitzenden Osterloh für Entsetzen

Natürlich gibt es in einem derart großen Konzern wie Volkswagen immer mehrere Baustellen. Dadurch ist Unruhe in dem Unternehmen schwer zu vermeiden. Doch nun wird seitens der Arbeitnehmerseite ein Konflikt in ungewohnter Schärfe offen nach außen getragen. Dabei poltert Gesamtbetriebsratsvorsitzender Bernd Osterloh in einer Heftigkeit, die selbst für ihn als Mitglied des Vereins für deutliche Aussprache ungewöhnlich zünftig erscheint. Er ist entsetzt, dass wegen nicht enden wollender Produktionsprobleme bei weitem nicht so viele Fahrzeuge des neuen Golfs der achten Generation gefertigt wurden. 100.000 Stück seien geplant gewesen, aber bisher nur 8400 Stück gebaut worden.

VW-Chef Herbert Diess hat derzeit mehrere Baustellen.
Foto: Ronny Hartmann, dpa (Archiv)

In der Firmenzeitung Mitbestimmen wird die krasse Planverfehlung für das vergangene Jahr von Beschäftigten-Vertretern auf Probleme bei der Software- und Elektroniksteuerung zurückgeführt. Nach Berichten von Fachzeitschriften wie kfz-Betrieb ist ebenfalls wegen Softwareproblemen sogar der Marktstart des neuen und mit vielen Hoffnungen begleiteten Elektroautos ID.3 für den von VW anvisierten Sommer dieses Jahres gefährdet. Der im Konzern mächtige Arbeitnehmer-Mann Osterloh ist nicht mehr bereit, all die Pannen hinzunehmen. Er geht offen auf das Spitzenmanagement los, was bei Volkswagen sonst nur passiert, wenn Vorstände im großen Stil Arbeitsplätze abbauen wollen. So stichelte Osterloh auf den neuen Golf bezogen: „Hier wollten überehrgeizige Vorstände zu schnell zu viel Technik in ein Fahrzeug stopfen und sind damit gescheitert.“ Für den Betriebsratschef ist der Start des neuen Golfs „missraten“. Er sprach von einem Trauerspiel.

Osterloh glaubt sogar: „Einige Vorgesetzte machen einen enormen Druck auf uns Beschäftigte. Es ist doch klar, dass so ein Verhalten krank machen kann.“

VW: Software ist für die Autobauer ein Mysterium

Auto-Experte Ferdinand Dudenhöffer ist sich jedenfalls sicher: „Das alles ist schlecht für VW-Chef Diess.“ Der Branchenkenner meint, die Ursache des aktuellen VW-Übels zu kennen. Daher sagte er dieser Redaktion: „Ich glaube, Software ist für unsere Autobauer ein Mysterium.“ Das hat aus Sicht von Dudenhöffer Konsequenzen: „Bits und Bytes verstehen sich dann nicht gut und machen Ärger.“ Der US-Elektroautobauer Tesla fahre in der Software-Disziplin heimischen Herstellern jedenfalls davon. Der Autokenner ist deshalb überzeugt: „Tesla-Chef Elon Musk versteht Software.“ Bei Diess hat der Wissenschaftler festgestellt, dass er „sehr schnell unterwegs ist“. Dadurch sei natürlich die Fehleranfälligkeit groß. Generell glaubt Dudenhöffer, dass der VW-Konzern trotz aller ambitionierten Softwarepläne in entscheidenden Führungsfunktionen immer noch von Maschinenbauern dominiert werde. Professor Stefan Reindl, Direktor des Instituts für Automobilwirtschaft in Geislingen, sieht das anders. Er geht fest davon aus: „Deutsche Hersteller können Software und Volkswagen wird hier rasch aufholen.“

Lesen Sie auch den Kommentar: Neue Strategie: VW mutet sich zu viel zu

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