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Augsburg

29.10.2020

Roboterhersteller Kuka fährt nach harten Zeiten wieder Gewinn ein

Kuka-Chef Peter Mohnen sieht eine Stabilisierung beim Augsburger Roboterbauer.
Bild: Silvio Wyszengrad (Archiv)

Plus Trotz der Corona-Krise findet der Roboterhersteller Kuka zurück in die Spur. Konzern-Chef Peter Mohnen sieht eine Stabilisierung, warnt aber vor großen Unsicherheiten.

Der Augsburger Roboter- und Anlagenbauer Kuka findet mit schwarzen Zahlen in schwierigen Zeiten zurück in die Spur. Nach dem Einbruch in Folge der Corona-Krise im ersten Halbjahr 2020 konnte sich der Automatisierungs-Spezialist im dritten Quartal, also zwischen Juli und September, spürbar stabilisieren.

So verbesserte sich das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) gegenüber den Verlusten im ersten Halbjahr deutlich auf 7,6 Millionen Euro. Im  Vorjahresquartal lag das Ebit aber noch beim erheblich besseren Wert von 35,6 Millionen Euro. Das geht aus den am Donnerstag vorgelegten Geschäftszahlen des Unternehmens hervor.

Kuka-Chef: "Wir haben frühzeitig die richtigen Maßnahmen eingeleitet"

Doch eine Erholung bei Kuka ist unverkennbar: Denn die Auftragseingänge lagen zuletzt zwischen Juli und September mit 752,4 Millionen Euro um 36,4 Prozent über dem Vorquartal, als der Wert noch 551,7 Millionen Euro ausmachte. Zur jüngst wieder besseren Geschäftsentwicklung sagte Kuka-Chef Peter Mohnen unserer Redaktion: "Was mich besonders freut: Alle Geschäftsbereiche haben mit einem positiven Ebit im dritten Quartal dazu beigetragen, das Unternehmen in einem schwierigen Jahr zu stabilisieren. Darauf bin ich stolz."

So bewegen sich also gleichermaßen die Robotersparte, der Anlagenbau, die Logistik und auch das Chinageschäft im schwarzen Bereich. Der Konzern-Chef sieht dadurch die Arbeit der Kuka-Mannschaft bestätigt: "Wir haben frühzeitig die richtigen Maßnahmen eingeleitet und an unseren Kosten gearbeitet, das zeigt nun Wirkung." Es sei zumindest gelungen, die massiven Auswirkungen der Corona-Pandemie etwas abzufedern. Hinter den Zahlen stünden eine starke Leistung und ein großes Engagement der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, sagte Mohnen. Der Vorstandsvorsitzende ist überzeugt, dass die Firma "unter schwierigsten Bedingungen auf dem Markt überzeugen konnte". Trotz insgesamt zurückhaltender Investitionen der Kunden spiele Automatisierung wieder eine wichtigere Rolle. Hier sieht Mohnen für die Zukunft ein großes Potenzial für Kuka.

Im August hatte Mohnen eine weitere Reduzierung des Personals nicht ausgeschlossen

Doch die Situation bleibt angesichts der sich wieder zuspitzenden Corona-Lage und des in Deutschland beschlossenen teilweisen Lockdowns auch für den Roboterbauer angespannt. Die Situation könnte zu erneuten Einschränkungen im Geschäftsbetrieb und einer Zurückhaltung der Kunden führen, warnte Mohnen. Insgesamt verzeichnete Kuka in den ersten neun Monaten dieses Jahres einen Umsatz von 1,86 Milliarden Euro, was einen Rückgang von 21,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Dabei verringerte sich der Gewinn vor Steuern und Zinsen im Vergleich zum Wert in 2019 von plus 81,4 Millionen Euro auf minus 70,5 Millionen Euro.

Mohnen glaubt: "Vor uns liegen herausfordernde Monate mit großen Unsicherheiten, wie sich die Pandemie und die allgemeine wirtschaftliche Lage entwickeln werden." Kuka untersuche weiter, wo sich das Unternehmen besser aufstellen könne. Hier nannte der Konzern-Chef keine Details und äußerte sich auch nicht zur Entwicklung der Beschäftigung. Im August hatte sich Mohnen noch in einer Video-Botschaft an die Mitarbeiter gewandt und eine weitere Reduzierung des Personals nach bereits erfolgten Einschnitten nicht ausgeschlossen. Das Unternehmen hat in den vergangenen Jahren am Stammsitz in Augsburg rund 500 Arbeitsplätze auf noch 3500 Stellen abgebaut.

Lesen Sie dazu auch den Kommentar: Chinesen brauchen Geduld mit Kuka

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