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Verkehr

09.12.2018

Tarifrunde abgebrochen: Schon am Montagmorgen Streiks bei der Bahn

Die Deutsche Bahn verhandelt aktuell mit den Gewerkschaften GDL und EVG.
Bild: A. Arnold, dpa (Symbol)

In der Tarifrunde bei der Bahn ist der erhoffte Durchbruch nicht gelungen. Nun wird es Warnstreiks geben - schon am Montag.

Kunden der Deutschen Bahn müssen sich schon ab Montag auf Warnstreiks und entsprechende Zugausfälle einstellen. Grund ist der Abbruch der Tarifgespräche für die Beschäftigten des Konzerns, die von der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) mit dem Unternehmen geführt wurden (Lesen Sie dazu auch: Bahnstreik 2018: Was Bahnkunden jetzt wissen müssen ).

"Die Gewerkschaft EVG hat Streikmaßnahmen bei der Deutschen Bahn angekündigt. Es ist davon auszugehen, dass es zu Beeinträchtigungen im Bahnverkehr kommen wird", teilte die Bahn auf ihrer Webseite mit. Der Streik soll am Montag von 5 bis 9 Uhr dauern.

Die Streiks werden nach Bahn-Angaben vor allem Nordrhein-Westfalen treffen. Für den Vormittag sei ein Schwerpunkt in NRW angekündigt worden, teilte die Bahn am Sonntag mit. Einschränkungen mit überregionalen Auswirkungen seien zu erwarten.

Das Unternehmen und die EVG hatten sich in einer dreitägigen Verhandlungsrunde am Ende nicht auf die Höhe der Einkommenserhöhung verständigen können. Wie die EVG am Samstag mitteilte, wurden die Gespräche ergebnislos abgebrochen. "Warnstreiks werden nun unweigerlich die Folge sein", hieß es. Als Grund für den drohenden Bahn-Streik nannte die EVG ein aus ihrer Sicht zu geringes Lohnangebot des Arbeitgebers.

Die Bahn sprach von einer "völlig überflüssigen Eskalation". "Bei diesem Angebot den Verhandlungstisch zu verlassen, ist nicht nachvollziehbar und verunsichert völlig unnötig unsere Kunden mitten in der Weihnachtszeit", erklärte Personalvorstand Martin Seiler. Die Bahn habe "alle EVG-Forderungen inklusive der Kernforderungen erfüllt".

Gewerkschaft: EVG-Mitglieder "hochmotiviert" für Bahnstreiks

EVG-Bundesgeschäftsführer Torsten Westphal sagte, Reisende müssten schon zum Wochenstart mit erheblichen Einschränkungen rechnen. "Wir kehren an den Verhandlungstisch zurück, wenn die Bahn deutlich macht, ernsthaft mit uns verhandeln zu wollen. Die jetzt angekündigten Warnstreiks werden aber nicht mehr zu verhindern sein, unsere Mitglieder sind hochmotiviert", fügte der Gewerkschafter hinzu.

 

Zum Arbeitgeber-Angebot gehörten nach Angaben der Bahn eine Entgelterhöhung von insgesamt 5,1 Prozent in zwei Stufen und eine Einmalzahlung von 500 Euro. Anstelle der zweiten Stufe sollte den Mitarbeitern erneut die Möglichkeit eröffnet werden, mehr Freizeit zu wählen, so die Bahn. Dies sollte nach Darstellung der EVG aber erst ab Anfang 2021 möglich sein.

"Am Ende fehlte aus unserer Sicht ein Prozent mehr angesichts der vom Arbeitgeber angebotenen längeren Laufzeit", sagte EVG-Verhandlungsführerin Regina Rusch-Ziemba. Die Bahn hatte 29 Monate vorgeschlagen, die EVG strebte 24 Monate an. Bei einer längeren Laufzeit hätte bei der ersten Erhöhungsstufe eine 3 vor dem Komma stehen sollen, machte Rusch-Ziemba deutlich.

Die Nacht wurde durchverhandelt - jetzt kommen Bahnstreiks

Mit der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) vertagte sich die Bahn auf den kommenden Dienstag (11.12.) in Eisenach. Hier sei man kurz vor dem Ziel, betonte Bahn-Personalvorstand Martin Seiler. Die EVG lehnte hingegen eine Vertagung ab.

Die ganze Nacht von Freitag auf Samstag hindurch hatte das Unternehmen mit der EVG sowie separat mit der GDL verhandelt. Dabei sei der erhoffte Durchbruch nicht gelungen, hieß es nun aus beiden Gewerkschaften. Sowohl EVG als auch GDL hatten zu Beginn 7,5 Prozent mehr Geld gefordert.

Die Verhandlungen in Hannover liefen seit Donnerstag parallel in zwei Hotels. Die EVG hatte bereits vorab mit einem Abbruch der Gespräche und "weiterreichenden Aktionen" gedroht, falls in dieser Runde keine Einigung gelingen sollte. Sie vertritt etwa 160.000 Beschäftigte der Deutschen Bahn im Inland. Die kleinere GDL verhandelt für einen Teil davon - rund 36.000 Beschäftigte des Zugpersonals, darunter vor allem Lokführer, Zugbegleiter und Bordgastronomen. (dpa/AZ)

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